B-Movie - das Kino auf St. Pauli
im Hinterhof und ohne Werbung

Unser Programm im Februar 2024

Kaurismäki Bros.

Wir verbringen diesen Winter in Finnland: Im nächtlichen Helsinki schwelgen wir in optimistischer Melancholie dem kommenden Frühling und den Sonnenseiten des Lebens entgegen. Die Brüder Mika und Aki Kaurismäki machen seit über 40 Jahren Filme - allerdings nicht gemeinsam. Des einen lakonische Tragikomik ist des anderen schrulliger Humor. Zwei unterschiedliche Seiten finnischer Erzählweise im Vergleich.

Donnerstag,
01.02.
20:00
Samstag,
03.02.
19:00
22:00
Sonntag,
04.02.
18:00
Donnerstag,
08.02.
20:00
Samstag,
10.02.
20:00
22:00
Sonntag,
11.02.
18:00
Dienstag,
13.02.
20:00
Donnerstag,
15.02.
20:00
Freitag,
16.02.
19:30
Samstag,
17.02.
20:00
22:00
Sonntag,
18.02.
18:00
Donnerstag,
22.02.
20:00
Samstag,
24.02.
20:00
22:00
23:59
Sonntag,
25.02.
18:00
20:00
Dienstag,
27.02.
20:00
Donnerstag,
29.02.
20:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Der Aktuelle: Im toten Winkel

DE, 2023, 117 Min., OmU / OmeU, digital

Regie: Ayşe Polat
Darsteller*innen: Katja Bürkle, Ahmet Varlı, Çağla Yurga, Aybi Era, Aziz Çapkurt, Maximilian Hemmersdorfer

Die Recherchen eines deutschen Dokumentarfilmteams im Nordosten der Türkei bringen unvorhergesehene Dynamiken in Gang. Während sich Geschichten ver- und entflechten, entfaltet sich ein komplexes Netz an Perspektiven. Ayşe Polats spannungsvoller Politthriller kreist um das Sehen und Sichtbarmachen. Vom Observieren bis zur Prophezeiung zeigt sie das Leben der Kurden, im toten Winkel zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

am 1.2. mit englischen Untertiteln (OmeU)

am Samstag, 3.2. ist Ayşe Polat zu Gast

Donnerstag, 01. Februar, 20:00 Uhr
Samstag, 03. Februar, 19:00 Uhr
Sonntag, 04. Februar, 18:00 Uhr

Q-Movie Bar präsentiert: Die Wunde (Inxeba)

ZA/DE/NL/FR, 2016, 91 Min., OmU, digital

Regie: John Trengove
Darsteller*innen: Nakhane Touré, Bongile Mantsai, Niza Jay Ncoyini, Thobani Mseleni

Eastern Cape in Südafrika. Der Fabrikarbeiter Xolani ist Mentor bei dem traditionellen männlichen Initiationsritual der Xhosa, das in einem Camp in den Bergen stattfindet. Diesmal soll er sich vor allem um Kwanda kümmern. Der Teenager aus Johannesburg wird von den anderen Initianten zum Teil ausgegrenzt und steht zudem der Tradition skeptisch gegenüber. Während Kwanda in einer Hütte auf die Heilung seiner Wunde wartet, trifft Xolani heimlich seinen alten Freund Vija wieder, einen anderen Mentor, der inzwischen verheiratet ist. Die beiden Männer sehen sich nur einmal im Jahr am Rande des Rituals und haben wieder heimlich Sex. Doch diesmal gesteht Xolani dem Freund auch seine Liebe. Dass Kwanda, der selbst auf Männer steht und ein "modernes" Bild von Homosexualität hat, hinter das Geheimnis seiner Mentoren kommt, wird für Xolani und Vija zu einem Problem.
Der südafrikanische Regisseur John Trengove zeigt ineinander verwoben Männlichkeitskonstrukte und das Spannungsfeld von Tradition und Moderne und bricht dabei gleich zwei Tabus: Bis heute wird in weiten Teilen der südafrikanischen Gesellschaft weder über den rituellen Beschneidungsritus Ukwaluka noch über Homosexualität offen gesprochen. Nelson Mandela war einer der ersten, die das erste Tabu gebrochen haben.
Trengove erzählt betont zurückhaltend, ohne eine bestimmte Lösung anzustreben. Er versucht, die Situation in Südafrika zu beschreiben, wobei er über die Figur des Kwanda seine Ansichten über Menschenrechte und die Freiheit des Einzelnen zum Ausdruck bringt.

Samstag, 03. Februar, 22:00 Uhr

Lichter der Vorstadt (Laitakaupungin Valot)

FI, 2006, 78 Min., OmU, 35 mm

Regie: Aki Kaurismäki
Darsteller*innen: Ilkka Koivula, Matti Onnismaa, Sulevi Peltola, Antti Reini, Janne Hyytiäinen

Koistinen ist Wachmann in einer Shopping Mall. Eines Tages begegnet er Mirja. Koistinen glaubt an die wahre Liebe, doch Mirja ist der Lockvogel eines Gangsters, was Koistinen zum Verhängnis wird. Trost verspricht nur Aila, die eine Imbissbude unter den Lichtern der Vorstadt betreibt...

Donnerstag, 08. Februar, 20:00 Uhr
Samstag, 17. Februar, 20:00 Uhr

Eine Nacht in Helsinki (Yö Armahtaa)

FI, 2020, 90 Min., OmU, DCP

Regie: Mika Kaurismäki
Darsteller*innen: Timo Torikka, Kari Heiskanen, Pertti Sveholm

Während des COVID-Lockdowns treffen sich drei Männer in einer Bar, deren einzige Gäste sie sind. Es entwickelt sich bei vielen Gläsern Wein ein Gespräch über häusliche Gewalt, wirtschaftlichen Ruin und Beziehungskonflikte, für das es kein geschriebenes Drehbuch gab. Die Bar in Helsinki - Flucht- und Rettungsort während der Pandemie - wird tatsächlich von den Kaurismäki-Brüdern betrieben.

Samstag, 10. Februar, 20:00 Uhr
Donnerstag, 15. Februar, 20:00 Uhr

Fallende Blätter (Kuolleet Lehdet)

FI, 2023, 81 Min., OmU, DCP

Regie: Aki Kaurismäki
Darsteller*innen: Alma Pöysti und Jussi Vatanen

Ansa und Holappa sind beide auf der Suche nach der ersten, einzigen und endgültigen Liebe. Der Weg zu diesem ehrenwerten Ziel wird erschwert durch die allgemeine Tendenz des Lebens, denjenigen, die ihr Glück suchen, Steine in den Weg zu legen. Neben dem finnischen Indiepop-Duo Maustetytöt, das es hier zu entdecken gilt, darf man sich freuen, dass - inzwischen Kult - auch wieder Aki Kaurismäkis Hund mitspielt.

Samstag, 10. Februar, 22:00 Uhr
Sonntag, 25. Februar, 18:00 Uhr reservieren

Die andere Seite der Hoffnung (Toivon Tuolla Puolen)

FI, 2017, 98 Min., OmU, 35 mm

Regie: Aki Kaurismäki
Darsteller*innen: Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen, Kati Outinen, Ilkka Koivula, Kaija Pakarinen

Khaled, ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki. Dort will er Asyl beantragen, ohne große Erwartungen an seine Zukunft. Wikström ist ein fliegender Händler für Männerhemden und Krawatten. In der Mitte des Lebens angekommen, verlässt er seine Frau, gibt seinen Job auf und profiliert sich kurzfristig als Poker-Spieler. Von dem wenigen Geld, das er dabei gewinnt, kauft er ein heruntergewirtschaftetes Restaurant und stellt Khaled als Putzkraft und Tellerwäscher an. Für einen Moment zeigt uns das Leben seine sonnigere Seite, aber schon bald greift das Schicksal ein ...

Sonntag, 11. Februar, 18:00 Uhr
Samstag, 17. Februar, 22:00 Uhr

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Zuflucht nehmen

DE, 2023, 75 Min., digital

Regie: Selina Höfner

In Deutschland erfährt schätzungsweise jede vierte Frau* einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt. Die Protagonistinnen* des Films "Zuflucht nehmen" zeigen am Beispiel Berlins, mit welchen strukturellen Problemen gewaltbetroffene Frauen* und ihre Unterstützer*innen konfrontiert sind. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Wohnungsmarkt und der Gentrifizierung zu, welche sich verheerend auf das verfügbare Angebot dringend benötigter Schutzräume auswirken.

zu Gast ist Regisseurin Selina Höfner

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Näheres unter

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 13. Februar, 20:00 Uhr

The North Drift

DE, 2022, 92 Min., DCP, Deutsch, Englisch mit Deutschen Untertitel

Regie: Steffen Krones

Als Auftaktveranstaltung des BUND-Müllprojekts in Hamburg laden wir zur
Sondervorstellung des Films "The North Drift" ins B-Movie ein.
Der Dresdener Regisseur Steffen Krones zeigt, dass wir mit unserem Konsum- und
Wegwerfverhalten Einfluss darauf haben, was an anderen Orten unseres Planeten
passiert. Und: Wir können auch in Hamburg so viel bewirken.

Filmbeginn 19.45 Uhr
Mit Einführung von BUND-Müllexperte Jürgen Mumme

Eintritt: 10 €

Freitag, 16. Februar, 19:30 Uhr

Grump - Auf der Suche nach dem Escort (Mielensäpahoittaja Eskorttia Etsimässä)

FI, 2022, 109 Min., OmU, DCP

Regie: Mika Kaurismäki
Darsteller*innen: Heikki Kinnunen, Kari Väänänen u.a.

Ein mürrischer Bauer (Grump) landet mit seinem roten Ford Escort bei einem Unfall im Straßengraben. Entsetzt stellt er später fest, dass seine Söhne das beschädigte Fahrzeug verschrottet haben. Die Suche nach einem Gebrauchtwagen, um sein geliebtes Auto zu ersetzen, führt den Grump nach Hamburg.

Sonntag, 18. Februar, 18:00 Uhr
Donnerstag, 29. Februar, 20:00 Uhr reservieren

Master Cheng in Pohjanjoki (Mestari Cheng)

FI, 2019, 114 Min., OmU, DCP

Regie: Mika Kaurismäki
Darsteller*innen: Pak Hon Chu, Anna-Maija Tuokko, Lucas Hsuan u.a.

Nach dem Tod seiner Frau reist der Berufskoch Cheng mit seinem kleinen Sohn in ein abgelegenes Dorf in Finnland, um Kontakt zu einem alten finnischen Freund aufzunehmen, den er einst in Shanghai kennengelernt hatte. Dort begeistert er nach und nach die Dorfgemeinde mit seinen Kochkünsten.

Donnerstag, 22. Februar, 20:00 Uhr
Sonntag, 25. Februar, 20:00 Uhr reservieren

Finnischer blauer Abend - Kaurismäki Surprise-Double-Feature

120 Min.

Bereits zum vierten Mal veranstalten wir unseren Blauen Abend und präsentieren am letzten Wochenende des finnischen Monats zwei Filmperlen der Kaurismäki-Brüder aus den 1980er und den 1990er Jahren in einem Überraschungsscreening. In der Flimmerpause sorgen wir für Getränke und Fröhlichkeit, bis die Lichter ausgehen und der Morgen graut.

20:00 80s Film / 22:00 90s Film - Dazwischen und danach: Drinks

Samstag, 24. Februar, 20:00 Uhr
Samstag, 24. Februar, 22:00 Uhr

Midnight Movie: Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens

DE, 1921, 95 Min., OmU, DCP

Regie: F. W. Murnau
Darsteller*innen: Max Schreck, Alexander Granach, Greta Schroeder

Der große Stummfilmklassiker des Horrors und eine inoffizielle Adaption des "Dracula"-Romans mit geänderten Namen. Dank der düsteren Atmosphäre und den ikonischen Bildern sorgt der Film auch mehr als hundert Jahre nach dem Dreh noch für Gänsehaut.

Samstag, 24. Februar, 23:59 Uhr

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: SPK Komplex

DE, 2018, 111 Min., DCP

Regie: Gerd Kroske

1970 begründet der Arzt Wolfgang Huber in Heidelberg gemeinsam mit Patienten das antipsychiatrische "Sozialistische Patientenkollektiv" (SPK). Das Misstrauen gegenüber der damals üblichen "Verwahr-Psychiatrie", politische Forderungen und umstrittene Therapiemethoden führen schnell zu Spannungen mit der Universität und der Landesregierung. Letztlich mündet das gruppentherapeutische Experiment in Gerichtsverfahren und Gefängnisstrafen. Anhand historischen Materials und Interviews mit Zeitzeugen zeichnet der Film diese Geschichte des deutschen Vorherbstes nach.

zu Gast ist Regisseur Gerd Kroske

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Näheres unter

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 27. Februar, 20:00 Uhr reservieren