Das Kino auf St. Pauli
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Unser Programm im April 2019

Seh-Stücke

Groß, weit, tief. Wild, ruhig, gefährlich und gefährdet. Das Meer ist Sehnsuchtsort, Flucht- und Reiseweg. "Das Meer betrachten heißt alles sehen." (Marguerite Duras). In diesem Sinne kreuzen die April-Filme durch verschiedene Gewässer, trennen und verbinden innere und äußere Welten. In unseren Gast-Specials führt Markus Lenz uns auf utopische und reale Inseln, während Volker Koepp den Weg zwischen Land und Meer beschreitet.

Vom 3.-7. April zeigt die dokumentarfilmwoche experimentelle und unabhängige Produktionen, Höhepunkte internationaler Festivals und eine Retrospektive zu dem DDR-Dokumentar- und Propagandafilm-Duo Walter Heynowski und Gerhard Scheumann; im B-Movie, vom 4.-7.2019.

Dienstag,
02.04.
20:00
Mittwoch,
03.04.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
04.04.
19:00
21:00
Freitag,
05.04.
18:00
19:30
22:00
Samstag,
06.04.
16:00
17:45
22:00
Sonntag,
07.04.
16:00
18:30
Dienstag,
09.04.
20:00
Mittwoch,
10.04.
21:00
Donnerstag,
11.04.
19:00
Film
21:30
Samstag,
13.04.
19:30
22:00
Film
Sonntag,
14.04.
18:00
20:00
Film
Mittwoch,
17.04.
21:00
Donnerstag,
18.04.
19:00
21:00
Film
Samstag,
20.04.
20:00
22:00
Film
Sonntag,
21.04.
18:00
Film
20:00
Dienstag,
23.04.
20:00
Mittwoch,
24.04.
21:00
Donnerstag,
25.04.
19:00
Film
21:30
Freitag,
26.04.
21:00
Samstag,
27.04.
18:00
20:00
Sonntag,
28.04.
12:00
15:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Japanese Night #8: Kodoku: Meatball Machine

JP, 2017, 101 Min., OmU, digital

Regie: Yoshihiro Nishimura
Darsteller: Yoji Tanaka, Yurisa, Miyuki Torii, Yohta Kawase

Schuldeneintreiber Yuji (Yôji Tanaka, Kill Bill, Ju-on: The Grudge) ist einfach zu gutmütig: Egal an welche Tür er klopft, erntet er nichts als Hohn und Spott! Und dann die Krebsdiagnose: Yuji bleiben nur drei Monate... Als auch noch Aliens eine Glaskuppel über Tokio herablassen und die Einwohner in durchgeknallte Mensch-Maschinen, sogenannte Necro-borgs verwandeln, hat Yuji seine Bestimmung gefunden: Er zieht in einen gnadenlosen Kampf...
Mehr als 4 Tonnen Kunstblut! Yoshihiro Nishimura (Tokyo Gore Police, Vampire Girls vs Frankenstein Girl, Helldriver) dreht im Nachfolger zu Yudai Yamaguchis Splatterpunk-Knaller "Meatball Machine" so richtig auf: Der renommierte japanische SFX-Meister (Attack on Titan, Shin Godzilla) drehte seine abgefahrensten Ideen für diese Schlachtplatte durch den Fleischwolf. Mittendrin: Eihi Shiina aus "Audition". Definitiv kein Vertreter der gemäßigten Gangart - seid gewarnt!
"Yoshihiro Nishimura's most outrageous splattergore flick!" - ScreenAnarchy.com

mit Einführung

in Zusammenarbeit mit Midori Impuls und Japan-Filmfest Hamburg

Dienstag, 02. April, 20:00 Uhr

Hörbar

Zentraler Treffpunkt für Konsumenten und Produzenten experimenteller Musik. Jeden Mittwoch 21:00 Uhr

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 03. April, 21:00 Uhr
H├Ârbar

Double Feature: Bigger Than Life & Home of the Resistance

79 Min.

Bigger Than Life
D/MKD/I 2018, 30 Min., Regie: Adnan Softi?, Kamera: Helena Wittmann, Adnan Softi?, Musik: Daniel Domguez Teruel
Überlebensgroß und vergangenheitsverzerrend - mit "Skopje 2014" gestaltet die mazedonische Regierung für mehrere 100 Millionen Euro ihre Hauptstadt um. Es entsteht ein nagelneues antikes Stadtzentrum, voller Statuen und historischer Fassaden aus einer Zeit, die es hier nie so gegeben hat. Eine Ausgrabungsstätte der Gegenwart, die in Echtzeit eine neue Nationalgeschichte schreibt. Ein Größenwahn, dem Regisseur Adnan Softi? und Komponist Daniel Dominguez Teruel mit einem opernhaften Essay ebenso monumental gegenübertreten.

Gäste: Adnan Softi?, Daniel Dominguez Teruel

Home of the Resistance
(Deutschlandpremiere)
HRV 2018, 49 Min., OmeU, Regie: Ivan Ramljak, Kamera: Jurica Markovi?
1974 wurde in Kumrovec, der Heimatstadt des jugoslawischen Staatschefs Tito, ein Museum in Gedenken an die Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg eröffnet. Seit Beginn des Kroatienkrieges ist das moderne Gebäude geschlossen. Die Ausstellungsräume mit ihren großen Fenstern, die die Landschaft überblicken, bleiben leer, die Bibliothek verlassen. In ruhigen Einstellungen erkundet die Kamera diesen Ort, der zwischen den Zeiten verloren scheint und der sich der Vergangenheit doch nicht entziehen kann.

Gast: Ivan Ramljak

dokfilmwoche.com

Donnerstag, 04. April, 19:00 Uhr

Extra-Terrestrial Ecologies (Retroflectors: the astronaut, the robot, the alien) (Deutschlandpremiere)

AT, 2017, 43 Min.

Regie: Ralo Mayer
Kamera: Ralo Mayer

"E.T.", "Blade Runner", "Silent Running", "The Martian": Ralo Mayer begibt sich in das Universum des Sci-Fi, um herauszufinden, wie sich Ökologie außerhalb unseres modernen Verständnisses von Natur denken lässt. Davon und von realen Sci-Fi-Experimenten wie Biosphere 2 ausgehend, beginnt eine Reise in 28 Kapiteln, mittels einer assoziationsmotivierten Montage aus Spielfilm-, Fernseh- und selbstgefilmtem Material. Es geht hin zu Welten einer extraterrestrischen Natur der Robotik und anderen Lebensformen, mit denen der Mensch mehr zu tun hat als anfangs angenommen. Die Grenzen zwischen Natur, Technologie und Kultur werden dabei bis ins Unkenntliche aufgelöst. Gemeinsam formen sie ein neues Denken der Ökologie, das fragil und vage bleibt und keinen Anfang und kein Ende kennt. Ökologie als Netz aus Dingen, die niemals gänzlich greifbar, jedoch überall sind.

Gast: Ralo Mayer

dokfilmwoche.com

Donnerstag, 04. April, 21:00 Uhr

Double Feature: Pictures I didn't take & Like the Dog with the Cat

53 Min.

Pictures I didn't take (Weltpremiere)
D 2018, 35 Min., engl./dt. OmU, Regie/Kamera: Anna Grabo, Kamera: Felix Raeithel
Ein unbekannter Sprecher beschreibt Bilder einer Reise, die nicht zu sehen sind. Immer wieder strauchelt er im Sprechen, beginnt von vorn, verbessert sich, denkt an die Präsentation. Anna Grabo folgt diesen beschriebenen Bildern auf einer eigenen Reise nach New York, findet gleiche und andere Orte, interpretiert Gesagtes auf ihre Weise und interviewt Bewohner*innen der Stadt, wie deren eigener Film aussehen würde. Sehr humorvoll und mit gutem Blick ist so ein zeitgenössisches Bild New Yorks entstanden, in dem es vor allem um das Bildermachen an sich und den Abstand dazwischen geht.

Gast: Anna Grabo


Like the Dog with the Cat (Weltpremiere)
D/GR 2018, 17 Min., OmU, Regie/Kamera: Olga Kondyli Roussou
Eine Fahrt durch die Nacht. Die Straße nur durch die Autoscheinwerfer erhellt. Ein Telefonanruf. Auf den Anrufbeantworter spricht eine Stimme, die sich nach einem Hemd erkundigt. So beginnt die, von einem Gespür für Brüchigkeiten und feinem Humor geprägte Erzählung, in der sich Gegenwart und Vergangenheit, Archivmaterial, Interviews und Landschaften vermischen - bis sich aus dem Fragment einer Familie eine Liebesgeschichte herauskristallisiert.

Gast: Olga Kondyli Roussou

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Freitag, 05. April, 18:00 Uhr

Retro Heynowski & Scheumann I

99 Min.

Kampuchea - Sterben und Auferstehen
DDR 1980, 90 Min., Regie: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann
"Was war in Kampuchea geschehen?", steht als Frage zu Beginn von »Sterben und Auferstehen« und bezieht sich nicht nur auf das Land und die Verbrechen der Roten Khmer, sondern auf das politische System, unter dem all das passiert ist. Nie wieder sollte ein Film von Heynowski & Scheumann so vorsichtig und zaghaft seine Analyse der Geschichte vortragen.

Excercises
DDR 1981, 9 Min., Regie: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann
Ein Besuch der Schule der Schönen Künste in Phnom Penh, zwei Jahre nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer.

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Freitag, 05. April, 19:30 Uhr

Reihe Positionen: Combat Obscura (Deutschlandpremiere)

USA, 2018, 70 Min., OV

Regie: Miles Lagoze
Kamera: Miles Lagoze

Eine Texttafel zu Beginn macht klar, dass es sich in diesem Film um rein subjektive Sichtweisen handelt, die sich nicht mit der offiziellen US-amerikanischen Sicht decken. Dann ein Hip-Hop-Einstieg ins Material. Während wir den Abschuss eines Granatwerfers und in der Ferne die dazugehörende Detonation sehen, hören wir einen Soldaten im Off sagen: "Holy Shit - it's the wrong building." Umschnitt auf eine ausgelassene beatboxende Gruppe von US-Soldaten in einem Zelt. Eine zweite Texttafel: "The footage in this film was shot by myself and other Marine Combat Cameramen in Afghanistan 2011-2012". Der Rahmen des Films ist abgesteckt und das Folgende auf eine perverse Art und Weise einsortiert und erwartbar. Viele der Bilder scheinen wir aus unzähligen YouTube-Clips zu kennen, doch selten zuvor gab es eine so dichte, beinahe surrealistische Annäherung an eine tausende Kilometer entfernte Kriegshandlung. Dabei vermeidet der Film in seiner kontrastierenden Montage des teils grausamen Materials auf eindeutige Schuldzuweisungen und Komplexität reduzierende Erklärungen und bietet uns stattdessen einen intensiven Einblick in die Paradoxien soldatischen Alltags im Afghanistankrieg.

Gast: Miles Lagoze

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Freitag, 05. April, 22:00 Uhr

The Call (Hamburg-Premiere)

I, 2017, 57 Min., OmeU

Regie: Enrico Maisto
Kamera: Jacopo Loiodice

In einem italienischen Gerichtssaal finden sich 60 Personen ein. Sie nehmen auf den Holzbänken der Zuschauer Platz, blicken auf das Gericht und einen gläsernen Käfig. Im Corte d'Assise kommen Schwerstverbrechen wie Mord und Terrorismus zur Verhandlung. Dafür werden sechs der 60 geladenen italienischen Zivilbürger für das Amt des Laienrichters ausgewählt. Ein reges Flüstern und Umherblicken belebt die spannungsgeladene Atmosphäre im Raum. In fast durchgehend nahen Einstellungen wird das nervöse Unbehagen und das angespannte Warten in den Gesichtern deutlich sichtbar. Mit Witz und Leichtigkeit entfaltet diese filmische Beobachtungsanordnung ein beeindruckendes Geflecht aus sozialen Strukturen, Alltag, politischen Zusammenhängen und konkreten Ereignissen italienischer Geschichte.

Gast: Enrico Maisto

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Samstag, 06. April, 16:00 Uhr

Reihe Positionen: Gambling, Gods and LSD

CH/CAN, 2002, 180 Min., schweizerdt./engl. OmU

Regie: Peter Mettler
Kamera: Peter Mettler

Eine filmische Expedition durch verschiedene Länder und Kulturen - zwischen Drama, Essay, Experiment und Dokumentarfilm. Eine religiöse Massenveranstaltung in einem Flughafenhotel, Sprengarbeiten in Las Vegas, Spurenverfolgung in der Wüste Nevadas, Chemie und Straßenleben in der Schweiz und das Nebeneinander von Technologie und Göttern im heutigen Indien. Länder und Kulturen, Menschen, Orte und Zeiten verbinden sich. Ein luzides und persönliches Abbild unserer Zeit. Werner Ru┬×i?ka, langjähriger Leiter der Duisburger Filmwoche: "»Gambling, Gods and LSD« ist eigentlich ein Reisefilm. Von Kanada über die USA und die Schweiz nach Indien. Aber eigentlich ein Trip - eine Reihe von Bildern und Dingen wie in einer chemischen Reaktion. Dabei geht es um Themen wie Glück, Schicksal, den Sinn des Lebens und die Expansion unserer Wahrnehmung. Zunächst gab es eine 54-Stunden-Fassung des Films, kondensiert auf knapp drei Stunden. Drei Stunden Transzendenz. Es geschehen Zeichen und Wunder."

Gast: Peter Mettler

dokfilmwoche.com

Samstag, 06. April, 17:45 Uhr

Going South (Deutschlandpremiere)

CAN, 2018, 104 Min., engl. OV

Regie: Dominic Gagnon

Im zweiten Teil seiner Tetralogie wendet sich Dominic Gagnon dem Süden zu. "Going South" ist nicht nur der Verweis auf eine Himmelsrichtung, sondern auch ein Ausdruck, der den Niedergang oder Verfall von etwas beschreibt. In einerTalfahrt des postfaktischen Zeitalters zeigt der Film Menschen auf der Suche nach Identität, Wahrheit und Stabilität. Und wo sonst als im Internet sollte diese Sinnsuche stattfinden, dort, wo in den Blasen der sozialen Netzwerke alles wahr ist und die Trennlinien zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Gagnons Blick entsteht folgerichtig aus einer Fülle von YouTube-Videos, mit deren Hilfe er ein virtuoses Mosaik aus Ideen und Wahrheiten konstruiert. Strukturell ist nichts dem Zufall überlassen, speist sich aber aus der Subjektivität des Regisseurs, die für ihn elementarer Teil des Filmemachens ist. So entsteht eine Vorstellung des Südens, in der sich die einzelnen Fragmente trotz ihrer eigenen, isolierten Positionen zu etwas Übergeordnetem formen. Alles ist verbunden und nichts, wie es scheint..

Gast: Dominic Gagnon

dokfilmwoche.com

Samstag, 06. April, 22:00 Uhr

Retro Heynowski & Scheumann II

98 Min.

Ein Vietnamflüchtling
DDR 1979, 4 Min., Regie: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Kamera: Peter Hellmich, Horst Donth
Im Rahmen ihres Vietnam-Zyklus erzählen Heynowski und Scheumann die Geschichte des ehemaligen südvietnamesischen Polizeigenerals Nguyễn Ngọc Loan, der unbehelligt als Restaurantbesitzer in den USA lebt.

Kamerad Krüger
DDR 1988, 94 Min., Regie: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Kamera: Peter Hellmich, Horst Donth
Ein Jahrestreffen von SS-Veteranen. Walter Krüger, Organisator der Veranstaltung, wird von Heynowski und Scheumann interviewt, die sich ihm gegenüber als westdeutsche Journalisten ausgeben. Stolz und ohne Reue glorifiziert Krüger den Nationalsozialismus und seine eigene Biographie.

dokfilmwoche.com

Sonntag, 07. April, 16:00 Uhr

Of Sheep and Men (Hamburg-Premiere)

F/CH/QAT, 2017, 78 Min., Arab. OmeU

Regie: Karim Sayad
Kamera: Patrick Tresch

In Algiers verarmtem Stadtteil Bab el Oued hinterlässt die wirtschaftliche Perspektivlosigkeit eine Leerstelle - die insbesondere die Männer mit der intensiven Beschäftigung mit Schafen zu füllen versuchen. Die Kämpfe zwischen den Schafböcken werden zu einem hitzigen Ereignis, bei dem der Status der Besitzer innerhalb der Gemeinschaft verhandelt wird. Der Traum des jungen Habib ist es, Tierarzt zu werden. Doch ohne Studium bleibt ihm nur die Hoffnung, aus seinem Schafbock einen Champion zu machen. Samir hingegen kommt mit der Zucht und dem Verkauf von Schafen gerade so über die Runden. In beeindruckenden Bildern begleitet der Film die Protagonisten im alltäglichen Umgang mit ihren Tieren. Feinfühlig kreist er dabei um das Spannungsfeld zwischen einer dezidiert dargestellten Männlichkeit und den wirtschaftlich wie gesellschaftlich prekären Lebenssituationen.

Gast: Patrick Tresch

dokfilmwoche.com

Sonntag, 07. April, 18:30 Uhr

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Aus westlichen Richtungen

D, 2016, 61 Min., digital

Regie: Juliane Henrich

Was macht "den Westen" zu mehr als einer Himmelsrichtung? Juliane Henrichs Film legt Spuren davon frei, wie sich der Westen als Gesellschaftsmodell in die bundesrepublikanische Nachkriegsgeschichte und -architektur eingeschrieben hat. In Fahrten über Autobahnen,
Vorortstraßen und Industriegebiete werden die Schauplätze von Zersiedlung und autogerechter Stadt durchquert. In seinen Suchbewegungen pendelt der Film zwischen Reflexionen über moderne Architektur und Eigentumsverhältnisse zu kleinteiligen Szenen aus der Kindheit und der
weitergereichten Erinnerung an ein "eingeklemmtes Westdeutschland".

Bar und Salon ab 18:30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis.

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 09. April, 20:00 Uhr

Hörbarkonzert: Ben Bertrand / Jean D.L.

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 10. April, 21:00 Uhr
H├Ârbar

Seestück

D, 2018, 135 Min., OmU, DCP

Regie: Volker Koepp

Das Meer als eindrucksvolles Naturschauspiel in Koepps neuester Ethnografie von Landschaften und ihren Bewohner*innen. Der Filmemacher bewegt sich auf einer imaginären Landkarte, die ihn von Berlin an die Ostsee, über Polen, das Kaliningrader Gebiet und, entlang des prototypischen Koepp-Lands »Sarmatien«, über Galizien bis zum Schwarzen Meer führt. Abseits vom klassischen Bild eines Urlaubsziels zeigt Koepp diese Region als Heimat unterschiedlichster Menschen: Fischer, Wissenschaftler, Seeleute und junge Menschen. Politische und persönliche Perspektiven spiegeln sich in Geschichte und Gegenwart der Ostsee wieder.

am So 28.04. 15:00 Uhr ist Volker Koepp zu Gast

Donnerstag, 11. April, 19:00 Uhr
Sonntag, 28. April, 15:00 Uhr reservieren

Fahrtwind - Aufzeichnungen einer Reisenden

AT, 2013, 82 Min., DCP

Regie: Bernadette Weigel

Eine Fahrt ins Blaue, beginnend auf einem Frachtschiff die Donau entlang. Von Österreich nach Kasachstan in 82 Minuten. Weigel hält unterwegs fest, welche Menschen ihr begegnen, wie sie leben, arbeiten, sich zur Kamera umdrehen und sie anlächeln. Ein Reise-Essay auf Super-8.

"Das Ziel von "Fahrtwind" ist es, sich auf den "ersten Blick" in die Welt zu verlieben. Es ist überflüssig zu sagen, dass jeder Moment nur einen Moment lang existiert. Aber das ist es, was mir auf meiner Reise jedes Mal bewusst geworden ist, wenn ich Bilder oder Töne aufgenommen habe. Man kann nicht schnell oder lange genug schauen, um nicht die meisten dieser Momente zu versäumen. Das sind keine besonderen Momente, doch sie sind schön in ihrer Einzigartigkeit. Es ist, als würde man mit einem Schmetterlingsnetz herumlaufen. 24 Impulse von alltäglichem Licht, die sich pro Sekunde in das Gedächtnis des Filmmaterials einbrennen. Bilder, Töne, Assoziationen, Atmosphären, Sinnlichkeit und Rhythmus tanzen miteinander und erzählen Geschichten. Meine Entscheidung beinahe keinen Text zu verwenden, lädt die ZuschauerInnen dazu ein ihre eigenen Reisen und Erfahrungen zu machen."
(Bernadette Weigel)

Donnerstag, 11. April, 21:30 Uhr
Samstag, 20. April, 20:00 Uhr
Donnerstag, 25. April, 21:30 Uhr

Mar Adentro (Das Meer in mir)

ES/F/I, 2004, 125 Min., OmU, digital

Regie: Alejandro Amenábar
Darsteller: Javier Bardem, Belén Rueda, Lola Dueñas

Ramón träumt sich ins Meer und taucht in die schwerelose Tiefe ein, wann immer es ihm seine Fantasie erlaubt. Denn er liebt das Meer, auch wenn es ihm fast das Leben genommen hat. Vor 27 Jahren hatte der ehemalige Seemann einen Unfall, als er ins Meer sprang - seither ist er querschnittsgelähmt. In seinem Körper gefangen, sehnt er sich nach dem Tod. Dafür jedoch bräuchte er Hilfe, die ihm Staat und Kirche verwehren. Er ist jedoch fest entschlossen und nicht bereit, sein Vorhaben aufzugeben.

Samstag, 13. April, 19:30 Uhr
Sonntag, 21. April, 20:00 Uhr

Styx

D/AT, 2018, 93 Min., OmeU, DCP

Regie: Wolfgang Fischer
Darsteller: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa

Rike ist Notärztin in Köln und leidenschaftliche Seglerin. Von Gibraltar aus startet sie mit ihrem Segelboot zu einem Urlaubstörn auf dem Atlantik. Das Ziel ihrer Sehnsucht ist die tropische Insel Ascension Island. Der Urlaub wird jedoch abrupt beendet, als sie sich nach einem Sturm auf hoher See in unmittelbarer Nähe eines überladenen, havarierten Fischerbootes wiederfindet. Mehrere Dutzend Menschen, darunter Kinder, drohen zu ertrinken. Rike folgt zunächst der gängigen Rettungskette und fordert per Funk Unterstützung an. Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, drängt die Zeit. Eine Rettung durch Dritte wird immer unwahrscheinlicher und Rike wird gezwungen zu handeln.

Samstag, 13. April, 22:00 Uhr
Donnerstag, 18. April, 21:00 Uhr
Samstag, 20. April, 22:00 Uhr

Tristia - Eine Schwarzmeer-Odyssee

D, 2014, 98 Min., OmU, DCP

Regie: Stanislaw Mucha

Einmal um das Schwarze Meer: Stanislaw Muchas Odyssee führt durch faszinierende Küstengebiete von sieben Ländern - dort, wo die Grenze zwischen Asien und Europa verläuft und Zivilisation und Barbarei ihren Ursprung haben. Romantische Steilklippen und malerische Hafenstädte prallen auf kunterbunte Multikultur, postkommunistische Gespenster, megalomanen Post-Olympia-Wahn und aktuelle Kriegsschauplätze. "Tristia" sammelt skurrile Begegnungen rund um das unbekannteste und sagenumwobenste Meer Europas. Das Schwarze Meer, einst von Poeten als das "Glückschenkende Meer" bezeichnet, in der Bibel als "Blutmeer" tituliert, fristete zuletzt ein Dasein im toten Winkel der Weltpolitik. Nach einem fünfzigjährigen Dornröschenschlaf, schrillt nun der Wecker des ungezügelten Kapitalismus: hart umkämpft, voller Verlangen nach Wohlstand und Freiheit versucht man sich zu definieren. Vieles wird bei diesem Aufbruch zerstört - was den Film neben fröhlicher Unterhaltung zu einem unwiederbringlichen Zeitdokument macht.
Mit seinem humorvoll-spitzbübischen Blick macht sich Mucha auf, um eine Region Europas zu entdecken, die vielen von uns bisher verborgen blieb. Seine Spürnase für skurrile Momente und Menschen lässt einen unterhaltsamen und visuell beeindruckenden Dokumentarfilm entstehen.

Sonntag, 14. April, 18:00 Uhr
Donnerstag, 18. April, 19:00 Uhr

Havarie

D, 2015/2016, 97 Min., OV, DCP

Regie: Philip Scheffner

37º 28.6'N 0º3.8'E. Ein Schlauchboot voller Menschen, einer winkt. Die Kamera schwenkt langsam nach rechts und zeigt Touristen, die von einem Kreuzfahrtschiff aufs Meer blicken. Sie bewegt sich zurück, streift erneut das Boot und schwenkt nach links, zur anderen Seite des Schiffes. Das gebrochene Sonnenlicht taucht es in Farben, ein vertikaler Lichtstrahl trennt das Schiff vom Boot, zu dem die Kamera nun zurückkehrt. Bisweilen verliert das Bild an Schärfe, geisterhaft erscheinen Spiegelungen im Wasser.
Währenddessen ist zu hören: Per Funk bittet die Seerettung zu warten, bis ein Hubschrauber kommt. Eine Frau telefoniert aus Frankreich mit ihrem Mann in Algerien. Er berichtet später von einer Überfahrt. Der irische Tourist, der die Kamera hielt, Schiffsangestellte, russische und ukrainische Frachtarbeiter erzählen von Begegnungen mit diesem (oder einem anderen) Flüchtlingsboot. Und aus ihrer Welt.
Während der Arbeit an diesem Film haben Bilder die Realität überrollt. Als Antwort erzeugt "Havarie" durch die Verdichtung und Trennung vom Ton einen Wahrnehmungsraum, der die eigene Position erfahrbar macht, ohne das Thema aus dem Blick zu verlieren: ein radikaler Befreiungsschlag des Kinos.
(Katalog der 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin)

Sonntag, 14. April, 20:00 Uhr
Sonntag, 21. April, 18:00 Uhr

Hörbarkonzert: Das synthetische Mischgewebe / Jetzmann

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 17. April, 21:00 Uhr
H├Ârbar

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Hotel Jugoslavija

CH, 2018, 78 Min., OmU, digital

Regie: Nicolas Wagnières

Das Hotel Jugoslavija, ein mystisches Gebäude, erbaut zu Beginn der 70er Jahre in Novi Beograd in Jugoslawien, war ein Symbol und Zeuge verschiedener Momente, die die ehemalige Republik Jugoslawien geformt haben: von Tito bis Milo┬Üevi?, vom Sozialismus bis zum Nationalismus,
den Bombardierungen der NATO bis zum korrupten Liberalismus. Es spukt heute immer noch im Belgrader Stadtbild und hält der serbischen Gesellschaft bei ihrer Suche nach Orientierung einen Spiegel vor. Eine Reise durch die Epochen und Räume dieses Gebäudes, zwischen kollektivem
Unbewussten und individueller Identität.

Bar und Salon ab 18:30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis.

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 23. April, 20:00 Uhr

Hörbarkonzert: Stark bewölkt: Amon Wolman / Heiner Metzger / Michael Maierhof

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 24. April, 21:00 Uhr
H├Ârbar

Landstück

D, 2016, 127 Min., DCP

Regie: Volker Koepp

Die uckermärkische Endmoränenlandschaft beschäftigt Volker Koepp seit Jahrzehnten. Nach dem soziohistorisch angelegten Film "Uckermark" widmet er sich in "Landstück" noch intensiver den Sinneserfahrungen der dünn besiedelten, ökologisch umso interessanteren Region zwischen Berlin und Ostsee. Vom Wind gekräuseltes Sumpfwasser, wogende Baumwipfel und Getreideäcker sind hier Aufforderungen, den Blick auf die Essenz dieses Landstrichs zu richten. Wenn die Bewohner und Besucher der Gegend von Luzernefeldern schwärmen, die die Versteppung des Bodens aufhalten, aber von konventioneller Landwirtschaft bedroht sind, wenn sie in einer Wiese vom Aussterben bedrohte Kleinackerwildkräuter identifizieren, wilden Rapunzel kosten, viersamige Wicke und Ackerveilchen, dann wird der Film zum Loblied derer, die Widerstand leisten gegen die Industrialisierung des Ackerbaus, gegen die Zerstörung einer Kulturlandschaft. Ob sie zu den zehn Prozent Biobauern gehören, Bienen züchten oder als Neubewohner eines vor 50 Jahren errichteten Plattenbaus gebannt aus dem Fenster blicken - der Respekt vor der Natur eint die sonst so verschiedenen Nachbarn, die Koepp in seinem Landstück porträtiert.
(Katalog der 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin)

am Sonntag, 28.04. 12:00 Uhr ist Volker Koepp zu Gast

Donnerstag, 25. April, 19:00 Uhr
Sonntag, 28. April, 12:00 Uhr reservieren

Hörbarkonzert: o yuki conjugate

www.hoerbar-ev.de

Freitag, 26. April, 21:00 Uhr
H├Ârbar

Ruina

Special: Ein Filmabend mit dem Regisseur Markus Lenz

D, 2014, 73 Min., OmU, DCP

Regie: Markus Lenz

Was kann passieren, wenn eine Bank pleite geht? Sie wird zum Beispiel von 3000 Personen besetzt und zu einem Wohnprojekt umgebaut. Im Zentrum von Caracas ragt eine 200 m hohe Bauruine in den karibischen Himmel und dient als Zuflucht und Wohnstätte für 750 Familien. Von der Nachbarschaft gefürchtet und verachtet, von der Stadtadministration ignoriert, arbeiten die Bewohner des "Torre Confinanzas" an dem Modell einer sozialistischen Mikrogesellschaft in ihrer vertikalen Stadt. "Ruina" erzählt von Schwierigkeiten und Erfolgen beim Aufbau einer Sozialgemeinschaft verschiedenster Menschen.

zu Gast: Markus Lenz

Samstag, 27. April, 18:00 Uhr reservieren

El Cacique

Special: Ein Filmabend mit dem Regisseur Markus Lenz

D, 2017, 88 Min., OmU, DCP

Regie: Markus Lenz

Don Juanchos Reich ist ein kleines Grundstück auf einer winzigen Karibikinsel, die auf keiner kolumbianischen Landkarte auftaucht. Mit seinen Tieren lebt er im Wald unter einem riesigen uralten Baum, dem viele Leute magische Fähigkeiten zusprechen. Viel Zeit verbringt er mit dem einäugigen Kampfhahn "Cacique La Junta", dem der wichtigste Kampf seines Lebens bevorsteht.
Markus Lenz porträtiert Juancho Pechera und zeigt sein ambivalentes Verhältnis zu seinem Hahn. Er zeigt auch das Leben der anderen Bewohner auf der Insel, die vom Pfarrer verlassen wurde. Der Gottesdienst kommt nun aus dem Radio, ebenso wie die Nachrichten vom Guerilla-Krieg auf dem Festland. Dafür gibt es Hexen, heftige Stürme und ein hartes Leben - doch in den Augen der Inselbewohner hält Gott weiter über allem seine Hand!

zu Gast: Markus Lenz

Samstag, 27. April, 20:00 Uhr reservieren