B-Movie - das Kino auf St. Pauli
ohne Werbung, im Hinterhof, in 2D, mit Stereo-Ton

Unser Programm im Juli 2022

Programmbild Juli 2022: Forever 35

Forever 35

Im Juli fallen zwei Ereignisse im B-Movie zusammen: das 35-jährige Jubiläum und der analoge Monat. Unser Motto: 35 mm für 35 Jahre! Wir wollen das B-Movie feiern, das Programm spiegelt unsere Kinogeschichte. Beteiligt waren B-Movie-Mitglieder*innen, Wegbegleiter*innen und Filmkompliz*innen mit zündenden Ideen für Filme und Gäste. Zur B-Movie-Familie gehören auch der Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli, der seit Jahren dem besonderen Dokumentarfilm in unserem Hinterhofkino ein festes Zuhause gibt. Das gilt auch für die Q-Movie Bar mit polygendered Filmen und die Hörbar mit experimentellen Musikabenden und Konzerten. Wir freuen uns auf euch: unsere Besucher*innen.
In diesem Sinne: Filme feiern Feste!

Gefördert von MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Freitag,
01.07.
19:30
Samstag,
02.07.
20:00
Sonntag,
03.07.
20:00
Donnerstag,
07.07.
20:00
Samstag,
09.07.
20:00
Sonntag,
10.07.
20:00
Dienstag,
12.07.
20:00
Donnerstag,
14.07.
20:00
Samstag,
16.07.
20:00
Samstag,
23.07.
20:00
Samstag,
30.07.
16:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Vergessen ist das eigentlich nicht - Hafenarbeiterstreik und Alltag 1951

BRD, 1979-1981, 60 Min., digital

Darsteller*innen: mpz, Hafengruppe: Gerhard Brockmann, Ulrike Gay, Jürgen Kinter, Heidrun Kuhr, Christian Ottemeyer und Familien von Hafenarbeitern

1951 wurde am Hamburger Hafen gestreikt, was in Vergessenheit geriet. Eine Spurensuche aus dem Jahr 1978. Der Film wird präsentiert im Rahmen der Ausstellung Close-up. Hamburger Film- und Kinogeschichten im Altonaer Museum.

Zu Gast sind Ulrike Gay (mpz) und Gerd Müller (mpz, ehemals Mitglied der Alternative der HHLA).

Freitag, 01. Juli, 19:30 Uhr

Q-Movie Bar präsentiert: Priscilla - Königin der Wüste

AUS, 1994, 104 Min., 35 mm, DF

Regie: Stephen Elliott

Zwei Drag Queens (Anthony/Mitzi und Adam/Felicia) und Transfrau Bernadette sind bekannt für ihre Show. Mitzis Ehefrau macht ihnen das Angebot, in ihrem Casino in Alice Springs, abgelegen in der Wüste, zu performen. Sie reisen mit Priscilla, ihrem pink lackierten Schulbus quer durchs australische Outback. Der Trip ist reich an kuriosen Begegnungen mit eigenartigen Charakteren und zickigen Streits. Das Trio ist auch nicht vor homophoben Angriffen gefeit. Erst in Alice Springs erfahren die anderen, dass Mitzi einen Sohn hat. DER Cross-Dressing-Kultklassiker!! Um es mit den unsterblichen Worten von Bernadette zu sagen: "That's just what this country needs: a cock in a frock on a rock." Die spezielle Mischung aus Komik und Tiefgang ist es, die "Priscilla, Queen of the Desert" zu einem Road Movie der besonderen Art macht - unterlegt unter anderem von den Disco-Evergreens der Village People, von Gloria Gaynor, Patti Page und (natürlich) ABBA. Zu Gast ist die Q-Movie Bar

Samstag, 02. Juli, 20:00 Uhr

The Angelic Conversation

UK, 1985, 78 Min., OmU, 35 mm

Regie: Derek Jarman
Darsteller*innen: Paul Reynolds, Phillip Williamson, Timothy Burke, Erzählerin: Judi Dench

In diesem Film geht es um Shakespeare und um Liebe. Und zwar um 14 seiner Sonette, von denen Jarman die unterschwellig homoerotischen Themen visualisiert. Das Ergebnis sind surrealistische, traumartige Bildcollagen, auf 16mm gedreht und untermalt mit experimenteller Musik von der Band The Coil und anderen flüchtigen Geräuschen. Judi Dench liest und interpretiert die Texte mit ihrer Stimme aus dem Off. In diesem filmischen Projekt zeigt sich einmal mehr Jarmans Gespür für besondere und unkonventionelle Räume.

"Mein strengster Film, und gleichzeitig der, der mir am meisten am Herzen liegt.(...) ein Film mit Menschen, die ich mag, an Orten und in Räumen, die ich mag. Der größte Teil des Materials wurde auf der Isle of Grain gedreht, im Osten Londons an der Mündung der Themse, eine sehr geheimnisvolle Landschaft..." (Derek Jarman)

Zu Gast ist der Salzgeber Verleih aus Berlin, der früh die Werke Derek Jarmans ins deutsche Kino brachte und mit dem das B-Movie seit Jahrzehnten zusammen arbeitet

Sonntag, 03. Juli, 20:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Mein kleines Kind

DE, 2001/2002, 88 Min., 35 mm

Regie: Katja Baumgarten in Zusammenarbeit mit Gisela Tuchtenhagen

Pränatale Diagnostik. Eine traurige Diagnose. Viele Optionen, alle schrecklich. In ihrem autobiografischen Film dokumentiert Katja Baumgarten ihre Schwangerschaft mit dem jüngsten Sohn ab der Ultraschall-Diagnose eines "komplexen Fehlbildungssyndroms" in der 21. Woche. Das Ergebnis, sagt sie, war "zu groß für mich". Denn die Hebamme und Filmemacherin muss plötzlich über die Dauer des Lebens ihres vierten Kindes entscheiden. Baumgarten bittet ihre Freundin, die Filmemacherin Gisela Tuchtenhagen, sie mit der Kamera zu begleiten. Radikal persönlich und fundiert reflektiert sie in der folgenden Zeit über Pränataldiagnostik, Fetozid — und Hausgeburten. Das filmische Ergebnis beeindruckt mit Herzlichkeit und Offenheit.

Zu Gast sind die Filmemacherinnen Katja Baumgarten und Gisela Tuchtenhagen

Donnerstag, 07. Juli, 20:00 Uhr reservieren

Oral History

DE, 2009, 22 Min., 35 mm

Regie: Volko Kamensky

Dem Stillstand nahe schwenkt die Kamera an einem Bretterzaun entlang. Dahinter ein scheinbar verlassenes Haus im Wald. Trommelwirbel, der in ein Geräusch zugigen Windes übergeht. Hundegebell. Ein Telefon klingelt. "Hier ist regelrecht die Zeit stehen geblieben" sagt eine Frauenstimme durch das Telefon. Vogelgezwitscher. Seltsam entrückt beschreibt sie ein kleines Dorf. Der Film entwirft das Szenario eines Idylls, doch irgendetwas stimmt hier nicht ...

Zu Gast ist Volko Kamensky, Filmemacher und bildender Künstler. Über sein Verhältnis zu Bild und Ton im experimentellen Dokumentarfilm spricht er mit Johanna Klier (B-Movie, dokumentarfilmwoche)

Samstag, 09. Juli, 20:00 Uhr reservieren

Polyester

US, 1981, 85 Min., 35 mm, OmU

Regie: John Waters
Darsteller*innen: Divine, Tab Hunter, Edith Massey, Mink Stole, Stiv Bators

Eine Kleinfamilie in der Vorstadt einer US-Metropole (B-Town): Im Fokus die regelmäßig zum Glas greifende, latent depressive Ehefrau, die ihre Hoffnung auf "das richtige Leben" zerfallen sieht. Ein Mann, der sich als Pornokinobesitzer entpuppt, ein Sohn der einem besonderen Fetisch frönt, eine Tochter, die nun ja ... das wird sogar dem Hund zu viel. Der erste, mit großem Budget und auf 35 mm gedrehte Streich des Meisters der bizarren Einfälle (leider ohne "Gimmick").

Zu Gast ist Joachim Post, LSF - Hamburg International Queer film festival

Sonntag, 10. Juli, 20:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Mein Name ist Violeta

ES, 2019, 75 Min., OmU, digital

Regie: David Fernández de Castro, Marc Parramon

Wie können Eltern damit umgehen, wenn ihr Kind sich als trans* outet? Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte eines 11-jährigen Mädchens, das als Junge auf die Welt kam. Bereits im Kleinkindalter ahnten ihre Eltern, dass Violeta trans* sein könnte, denn sie bezeichnete und kleidete sich wie selbstverständlich als Mädchen. Nach der anfänglichen Verwunderung fasste das Paar den Entschluss: Aller Hindernisse zum Trotz unterstützen sie Violeta bei der freien Entfaltung ihrer Geschlechtsidentität! Gemeinsam steht die Familie nun vor rechtlichen und medizinischen Herausforderungen. Violetas Geschichte bleibt im Film dabei nie alleine - andere Mitglieder der LGBTQIA+ Community, Aktivist*innen, Freunde und Familie teilen ihre Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen. Eins wünschen sie sich alle: Mehr Akzeptanz, mehr Aufklärung und ein Recht auf körperliche Selbstbestimmung.

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Näheres unter

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 12. Juli, 20:00 Uhr reservieren

Berlin Calling

D, 2008, 105 Min., 35 mm

Regie: Hannes Stöhr
Kamera: Andreas Doub
Musik: Paul Kalkbrenner
Darsteller*innen: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch, RP Kahl

DJ Ickarus macht Techno, lebt Techno und schmeißt alle möglichen Substanzen. Er hetzt von einem Gig zum nächsten und schraubt zwischen Berlin, Paris und irgendeiner Insel an seinem neuen Album. Er fliegt hoch und schnell. Schon bald landet er in einer Nervenklinik. Der Szeneriewechsel gibt ihm die nötige, andere Sicht auf die Welt und sich selbst. Berlin Calling ist der Film, den das B-Movie in seiner Geschichte am häufigsten gezeigt hat!

Zu Gast Hannes Stöhr und Produzent Karsten Aurich (angefragt)

Donnerstag, 14. Juli, 20:00 Uhr reservieren

Return of the Tüdelband - Gebrüder Wolf Story

D, 2003, 82 Min., 35 mm

Regie: Jens Huckeriede
Darsteller*innen: Dan Wolf, Bands: Felonious mit Dan Wolf, Ja König Ja, Chaos Buddhas, Fink, B-Low/Robbie Schuster und Originalmusik der Gebrüder Wolf

Wer kennt nicht in Hamburg das Lied "An de Eck steiht n Jung mit n Tüdelband"? Weniger bekannt ist die Geschichte der Urheber, der Gebrüder Wolf, die von 1895 bis 1933 bekannte Vaudeville-Stars waren und als deutsche Juden in der NS-Zeit Berufsverbot hatten. James Wolf wurde in Theresienstadt ermordet. Ludwig Wolf überlebte durch seine "arische" Frau in Hamburg und starb in den 50er Jahren. Die Neffen James und Donat Wolf schafften es ins Exil nach Shanghai und später in die USA, dort ging die Familiengeschichte verloren. Jens Huckeriede recherchierte die Geschichte der Gebrüder Wolf und fand die Nachfahren. Er holte Dan Wolf, junger Schauspieler und Rapper aus San Francisco, nach Hamburg. Mit seiner Musik stellt er ähnlich wie seine berühmten Vorfahren einen direkten Kontakt zum Publikum her: Er rappt seine Gefühle und Eindrücke auf Hamburger Straßen und eignet sich so die schmerzlich mit der deutschen Vergangenheit verbundene Familiengeschichte an. Und er trifft Musiker seiner Generation, die sich mit den Gebrüder Wolf beschäftigen und mit ihren Versionen des alten Lieds das Lebensgefühl ihrer Stadt zu Beginn der "Nullerjahre" vorstellen.

Jens Huckeriede (1949-2013), Filmemacher und Künstler, ging es in seinem Film weniger um eine historische Rekonstruktion der Gebrüder Wolf-Geschichte, sondern um neue Formen der Erinnerung und um das, was überlebt hat.

Zu Gast sind der Kameramann Bernd Meiners und die Editorin Maria Hemmleb von der "thede", Kollektiv dokumentarisch arbeitender Filmemacher*innen in Hamburg

Samstag, 16. Juli, 20:00 Uhr reservieren

Cinemania

DE/US, 2002, 80 Min., 35 mm, OmU

Regie: Angela Christlieb, Stephen Kijak, Titelsong: Stereo Total

Für fünf New Yorker Filmfans ist der tägliche Kinobesuch der wichtigste Lebensinhalt. Ihr kompletter Tagesablauf - von sozialen Kontakten bis zur Ernährung - muss sich nach den Terminen der Kinovorstellungen richten. Um so viele Filme wie möglich zu sehen, werden die Startzeiten, Laufzeiten und U-Bahn-Fahrzeiten abgestimmt, auswendig gelernt und Snacks für den Tag eingepackt. Eine Ode an die Cinephilie!

Zu Gast ist die Regisseurin Angela Christlieb

Samstag, 23. Juli, 20:00 Uhr reservieren

35 Jahre - mm - ml - Kurzfilmprogramm zum 35-jährigen B-Movie-Jubiläum

35 mm

Statt 35 Kerzen auf dem Kuchen werfen wir 35 Filme in 35 mm auf die Leinwand.
Euch erwartet eine Wundertüte mit Klassikern und Perlen der Kurzfilm Agentur, die übrigens 30 Jahre alt wird. Feiert mit uns den Tag der kurzen Form und dass es uns 35 Jahre gibt.

Zwischen den Filmen könnt ihr euch an unserer 35 ml-Bar erfrischen. Wir brauchen keine Geschenke, wenn ihr etwas mitbringen wollt, dann euer Lieblingsgetränk für die Bar. Neben der Diskokugel, drehen sich die Plattenteller, also schwingt das Tanzbein mit uns: Forever 35!

Zu Gast sind die Kurzfilm Agentur und verschiedene Filmschaffende.

Samstag, 30. Juli, 16:00 Uhr reservieren