B-Movie - das Kino auf St. Pauli
ohne Werbung, im Hinterhof, in 2D, mit Stereo-Ton

Unser Programm im Januar 2020

Programmbild Januar 2020: En Famille: Jacques Demy + AgnŔs Varda

En Famille: Jacques Demy + Agnès Varda

Zwei Filmemacher*innen mit ihrem jeweils eigenen Film-Universum und ein Paar, 28 Jahre verheiratet. Eine Künstlerehe, ihrer Zeit voraus, geprägt von künstlerischer Unabhängigkeit und Gleichberechtigung. Wir zeigen Filme von Jacques Demy und Agnès Varda aus ihrer gemeinsamen Zeit. Vorhang auf zur Entdeckung von vielleicht überraschenden Ähnlichkeiten und Unterschieden in den Filmen des berühmten Paares. Im Zentrum stehen die Blicke auf das andere Geschlecht, Liebe, Ehe und Familie.
Parallel zu unserer Filmreihe zeigt das Metropolis Kino eine Retrospektive mit den Filmen Agnès Vardas. Aktuell in den Kinos ist ihr letzter Film "Varda par Agnès" zu sehen.

Gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein

Donnerstag,
02.01.
19:00
21:00
Samstag,
04.01.
20:00
22:00
Sonntag,
05.01.
18:00
Film
20:00
Mittwoch,
08.01.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
09.01.
20:00
Film
Freitag,
10.01.
20:00
Samstag,
11.01.
20:00
22:00
Sonntag,
12.01.
18:00
20:00
Dienstag,
14.01.
20:00
Mittwoch,
15.01.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
16.01.
20:00
Film
Samstag,
18.01.
18:00
20:00
22:00
Sonntag,
19.01.
18:00
20:00
Mittwoch,
22.01.
21:00
Donnerstag,
23.01.
20:00
Freitag,
24.01.
20:00
Samstag,
25.01.
18:00
20:00
22:00
Sonntag,
26.01.
18:00
20:00
Dienstag,
28.01.
20:00
Mittwoch,
29.01.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
30.01.
20:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

La Pointe Courte

FR, 1954, 86 Min., OmeU, digital

Regie: Agnès Varda
Darsteller: Silvia Monfort, Philippe Noiret

In Pointe Courte, einem Viertel von Sète in Südfrankreich, verbringt ein Paar seinen Urlaub. Er stammt aus dem Ort, sie aus Paris. Beide sind Intellektuelle inmitten einer Ehekrise. Im Kontrast dazu steht der einfache Alltag des Fischerdorfes, den Varda mit einem dokumentarischen, fast ethnografischen Blick zeigt. In ihrem Debüt verwendete sie Stilmittel, die später prägnant für die Nouvelle Vague werden.

Donnerstag, 02. Januar, 19:00 Uhr
Sonntag, 19. Januar, 18:00 Uhr

Der Aktuelle: Au Poste!

Die Wache

F, 2018, 74 Min., OmU, DCP

Regie: Quentin Dupieux
Darsteller: Benoît Poelvoorde, Gregoire Ludig

Der neue Geniestreich des französischen Meisters der modernen Filmgroteske ist ein höchst amüsantes, vor Absurditäten strotzendes Kammerspiel auf einer Polizeistation zu später Stunde. Hauptkommissar Buron befindet sich mitten in einem Verhör mit Fugain, den er eines Mordes verdächtigt...

Donnerstag, 02. Januar, 21:00 Uhr
Samstag, 04. Januar, 20:00 Uhr
Sonntag, 05. Januar, 20:00 Uhr

Q-Movie Bar präsentiert: The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit

US, 2002, 114 Min., OmU, digital

Regie: Stephen Daldry
Darsteller: Nicole Kidman, Julianne Moore, Meryl Streep, Stephen Dillane, Ed Harris, John C. Reilly

Das Leben dreier Frauen aus drei unterschiedlichen Epochen ist miteinander verknüpft. 1923 erwacht Virginia Wolf mit der Idee für ihren neuen Roman im Kopf. Sie kann nicht vergessen, dass sie bisher stets mit Lethargie und Depressionen kämpfen musste, wenn sie an einem neuen Werk schrieb. Es nimmt sie mit, dass sich ihr Leben fremdbestimmt anfühlt, weswegen "Mrs. Dalloway" ihre Erlebniswelt widerspiegeln soll. Der Roman wird 1951 auch von Laura Brown gelesen, die sich ebenfalls eingeengt fühlt - in der Ehe mit Dan. Ein Plan beginnt, in ihr zu reifen: Selbstmord. Die dritte Episode von "The Hours" spielt in der Gegenwart, wo Clarissa mit ihrer eingeengten Lebenssituation zurechtzukommen versucht. Sie pflegt ihre an AIDS erkrankte Jugendliebe Richard und hofft, an vergangenes Glück anschließen zu können. Er nennt sie "Mrs. Dalloway"...
Michael Cunninghams Roman "The Hours" galt als unverfilmbar, handelt er doch vom Rückzug nach innen. Umso sensationeller ist die Eindringlichkeit, mit der das Ensemble Gefühlswelten einsichtig macht.

danach Bar mit leckeren Cocktails

q-movie-bar.de

Samstag, 04. Januar, 22:00 Uhr

Lola

Lola, das Mädchen aus dem Hafen

FR
, 1960, 84 Min., OmeU, digital

Regie: Jacques Demy
Darsteller: Anouk Aimée, Marc Michel, Elina Labourdette

"Du hast Charme, Witz und Schönheit", sagt ein verliebter Seemann zu Lola, die als alleinerziehende Mutter Tänzerin in einer Bar ist. Sie träumt seit Jahren von der Rückkehr des Mannes, den sie liebt. Mit seinem Debüt sichert sich Demy den Platz in der "Nouvelle Vague", und er legt den Grundstein seines Kinos mit Freunden. Dazu gehört der Komponist Michel Legrand, und Agnès Varda schrieb den Liedtext für: "C'est moi, c'est Lola".

Sonntag, 05. Januar, 18:00 Uhr
Donnerstag, 16. Januar, 20:00 Uhr

Hörbar

Zentraler Treffpunkt für Konsumenten und Produzenten experimenteller Musik. Jeden Mittwoch 21:00 Uhr

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 08. Januar, 21:00 Uhr
Mittwoch, 15. Januar, 21:00 Uhr
Mittwoch, 29. Januar, 21:00 Uhr
H├Ârbar

Le Bonheur

Das Glück aus dem Blickwinkel des Mannes

FR, 1964, 85 Min., OmU, digital

Regie: Agnès Varda
Darsteller: Jean-Claude Drouot, Claire Drouot, Marie Françoise Boyer

François hat mit Thérèse und zwei Kindern eine glückliche Familie. Doch er trifft Émilie, verliebt sich und will sein neues Glück mit seiner Frau teilen. Das Schicksal "löst" den Konflikt: Thérèse stirbt, und Émilie nimmt ihren Platz ein. Mit impressionistischen Farben und Mozarts Musik inszeniert Varda eine radikale Glücks-Vorstellung, ohne Schuld, Strafe und Moral: "Glück ist eine Frucht, die nach Grausamkeit schmeckt" (Varda).

Donnerstag, 09. Januar, 20:00 Uhr
Samstag, 25. Januar, 20:00 Uhr reservieren

Special: Analogfilmwerke: A New Light

130 Min.

D 2010-19, 71 & ca. 60 Min., 8 mm, 16 mm & 35 mm, gesammelte Filmkunstwerke aus Hamburg und Berlin

Ein Abend, gewidmet dem unabhängigen analogen Film. Filmemacher*innen aus den "artist-run- labs" LaborBerlin und Analogfilmwerke aus Hamburg präsentieren ihre Arbeiten zwischen 8 und 35 mm. Von "Found Footage" über "direct filmmaking", vom Kurzspielfilm, über Prosa-, Essay- und Dokumentarfilm. Alle Filme des Programms wurden auf Film produziert und werden (größtenteils) analog projiziert. Fern von Hierarchien, Zwängen und Konventionen ist der Abend eine Einladung zum Austausch und Mitmachen an alle, die das Medium des analogen Films neu entdecken wollen.

Freitag, 10. Januar, 20:00 Uhr

Cléo de 5 à 7

Cleo - Mittwoch zwischen 5 und 7

FR, 1961, 86 Min., OmeU, digital

Regie: Agnès Varda
Darsteller: Corinne Marchand, Antoine Bourseillier

Zwei Stunden, fast in Realzeit, aus dem Leben einer Frau, die die Blicke auf sich zieht und sich zu einer Frau wandelt, die auf die Welt blickt und Neues erkundet. Das Schicksal trifft Cléo, eine junge Sängerin. Das Warten auf eine Diagnose, vielleicht Krebs, überbrückt sie von 5 bis 7 mit Streifzügen in einem schwarz-weißen Paris der "Nouvelle Vague". Zunächst von Angst getrieben, weitet sich ihr Blick: die Welt zeigt sich in einem schöneren Licht. Sie begegnet Antoine, einem Soldat im Algerienkrieg, der einen Hauch von Glück verbreitet.

Samstag, 11. Januar, 20:00 Uhr
Sonntag, 26. Januar, 18:00 Uhr reservieren

Une Chambre en Ville

Ein Zimmer in der Stadt

FR, 1982, 95 Min., OmU, 35 mm

Regie: Jacques Demy
Darsteller: Richard Berry, Dominique Sanda, Dannielle Darrieux, Michel Piccoli

Mitte der 50er Jahre: Die Werftarbeiter streiken in Nantes, dabei ist François, dessen Freundin auf die Heirat hofft. Doch er trifft die verheiratete Edith und das Liebesdrama nimmt seinen Lauf. Noch eine große, gesungene Volksoper und Tragikomödie, in der sich die Klassengeschichten kreuzen und die Liebe durch einen gewaltsamen Akt stirbt. Ein Abschied in die Dunkelheit von Demys charmantem Universum.

Samstag, 11. Januar, 22:00 Uhr
Samstag, 18. Januar, 20:00 Uhr
Samstag, 25. Januar, 18:00 Uhr reservieren

La Baie des Anges

Die blonde Sünderin

FR, 1962, 79 Min., OmeU, digital

Regie: Jacques Demy
Darsteller: Jeanne Moreau, Claude Mann

"Rien ne va plus" oder: Gibt es einen Ausweg aus der Spielsucht? Die Kugel des Schicksals überrollt den jungen Jean, der sein Glück im Spiel sucht und auf Jackie, eine erfahrene Spielerin, trifft. In harten Schwarz-Weiß-Kontrasten ist das ungleiche Paar immer nahe daran, alles zu verlieren: Das Geld, die Liebe, das Vertrauen und die Achtung vor sich selbst.

Sonntag, 12. Januar, 18:00 Uhr
Donnerstag, 23. Januar, 20:00 Uhr reservieren

Les Parapluies de Cherbourg

Die Regenschirme von Cherbourg

FR, 1963, 93 Min., OmU, digital

Regie: Jacques Demy
Darsteller: Catherine Deneuve, Anne Vernon, Nino Castelnuovo

Geneviève liebt Guy, doch sie finden nicht zueinander. Der Stoff unzähliger Filme, simpel und sentimental, hier vor dem Hintergrund des Algerienkrieges und mit dem Scheitern an den Klassengrenzen. Mit dem Komponisten Michel Legrand schuf Demy mit gesungenen Dialogen eine Volksoper. Die Musik unterstreicht und konterkariert die bittersüße Geschichte in einem farbigen Cherbourg, das die Befindlichkeiten der Bewohner spiegelt.

Sonntag, 12. Januar, 20:00 Uhr
Samstag, 25. Januar, 22:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Waldheims Walzer

AT, 2018, 93 Min., digital

Regie: Ruth Beckermann

WALDHEIMS WALZER dokumentiert, wie während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 die Lücken in dessen Kriegsbiografie vom Jüdischen Weltkongress in New York aufgedeckt wurden. Dies führte in Österreich zu nationalem Schulterschluss, antisemitischen Ausschreitungen - und schließlich zu Waldheims Wahl. Mit internationalem Archivmaterial sowie selbst gedrehten
Videoaufnahmen analysiert Ruth Beckermann den Zusammenbruch der österreichischen Lebenslüge, "erstes Opfer der Nazis" gewesen zu sein. Ein Film über die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle, über Lügen, Wahrheit und "alternative Fakten".

Bar und Salon ab 18:30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis.
Näheres unter:

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 14. Januar, 20:00 Uhr

Demy + Varda-Special: Werkstattgespräch mit Jörg Becker

Mit Jörg Becker, Autor und Filmtheoretiker, streifen wir durch die Filme der beiden sehr individuellen Filmemacher*innen. Wir stellen ihr jeweils persönliches Film-Universum mit einigen Beispielen vor. Dabei lässt sich trotz aller Unterschiede eine Reihe von Berührungen in ihren Filmen entdecken.

Samstag, 18. Januar, 18:00 Uhr

Jacquot de Nantes

FR, 1991, 118 Min., DF, 35 mm

Regie: Agnès Varda
Darsteller: Philippe Maron, Édouard Joubeaud, Laurent Monnier

Ende der 30er Jahre entbrennt in dem kleinen Jacquot die Liebe zum Kino, mit einer Super 8-Kamera entdeckt er das Filmen. Später will er Film studieren, sein Vater ist dagegen, doch er kann seinen Traum verwirklichen. Vardas Porträt von Demys Kindheit und Jugend, dokumentarisch und fiktiv, kurz vor seinem Tod gedreht. Die Geschichte seiner Berufung und die ständige Inspiration für Demys Filme.

Samstag, 18. Januar, 22:00 Uhr
Sonntag, 26. Januar, 20:00 Uhr reservieren

Les Plages d'Agnès

Die Strände von Agnès

FR, 2008, 108 Min., OmU, digital

Regie: Agnès Varda

Ein autobiografischer Essay mit Stränden als Leitmotiv, die Vardas innere Landschaften spiegeln. Assoziativ, dokumentarisch und fiktiv entwickelt sie eine Komposition von der Kindheit über erste Filme, die Zeit mit Jacques Demy und das Leben nach seinem Tod. "Erinnerungen sind wie ein Fliegenschwarm" sagte Varda einmal, und natürlich gilt am Ende: "C'est pas fini."

Sonntag, 19. Januar, 20:00 Uhr
Donnerstag, 30. Januar, 20:00 Uhr reservieren

Hörbarkonzert: Stark bewölkt: Louise Nielsen, Solo Kristin Kuldkepp, Kontrabass Trio Alexander, Frangenheim/Patrick Crossland/Birgit Ulher

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 22. Januar, 21:00 Uhr
H├Ârbar

Film & Buchvorstellung im B-Movie: Eiffe for President - Alle Ampeln auf Gelb

D, 1995, 65 Min.

Regie: Christian Bau

Im Mai 1968 kommt niemand an ihm vorbei: Tag und Nacht ist Peter Ernst Eiffe, aufgewachsen in einer hanseatischen Familie, in Hamburg mit dem Filzstift unterwegs und überzieht Toiletten, Verkehrsschilder, Briefkästen mit seinen Sprüchen. Vermutlich ist er der erste Graffiti-Tagger Deutschlands. Höhepunkt seiner Karriere: Er fährt mit einem Fiat Topolino in die Wandelhalle des Hauptbahnhofs und ruft die "Freie Republik Eiffe" aus. Zwangseingewiesen in die Psychiatrie, gründet er die Partei "Eiffe Brothers". Weihnachten 1983 entweicht er aus der Anstalt und wird Monate später erfroren aufgefunden.
In den 1990er-Jahren fangen der Filmemacher Christian Bau und Artur Dieckhoff an, sich mit Eiffe zu beschäftigen. In ihrem Dokumentarfilm erzählen sie seine Geschichte. Verwandte, Freunde, Weggefährten erinnern sich und schildern seinen Werdegang vom Adoptivsohn eines hohen Nazi-Beamten zum Außenseiter der APO.

Das Buch:
Eiffe for President - Alle Ampeln auf Gelb
Für die thede herausgegeben von Christian Bau, in Zusammenarbeit mit Artur Dieckhoff.
Buchgestaltung: Andreas Homann, mit Beiträgen von Mererid P. Davies, Jorinde Reznikoff, Christoph Twickel u.a., Verlag Assoziation A

zu Gast sind Christian Bau und Verleger Theo Bruns

Freitag, 24. Januar, 20:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Kulenkampffs Schuhe

D, 2018, 82 Min., digital

Regie: Regina Schilling

So wie es mit der BRD in den 50er Jahren bergauf ging, so prächtig entwickelte sich das deutsche Unterhaltungs-Fernsehen. Den Krieg und seine traumatischen Ereignisse zu vergessen, dazu waren die Showmaster angetreten: Hans-Joachim Kulenkampff, Hans Rosenthal und Peter Alexander. Welche Kriegserfahrungen die TV-Größen und ihre Zuschauer verbanden, das zeichnet Regina Schilling in ihrem Doku-Essay anhand ihrer eigenen Familiengeschichte und mit Archivmaterial, privaten 8mm-Aufnahmen sowie Fotos nach.

zu Gast ist Regina Schilling

Bar und Salon ab 18:30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis.
Näheres unter:

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 28. Januar, 20:00 Uhr reservieren