Das Kino auf St. Pauli
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Unser Programm im März 2019

Programmbild März 2019: Michael Klier Werkschau

Michael Klier Werkschau

Unser Märzprogramm widmen wir einer Werkschau des Filmemachers Michael Klier, der mit Filmen wie Der Riese, Überall ist es besser wo wir nicht sind und Ostkreuz in den 1980er und 90er Jahren bedeutende Beiträge zum Neuen Deutschen Film schuf. Während des Krieges im heutigen Tschechien geboren und aufgewachsen in der DDR, ging er früh seinen eigenen Weg, der ihn erst nach Westberlin, dann nach Paris und wieder nach Berlin führte. Seine Arbeit beschreibt er als intuitiv, geprägt von Filmen, die ihn inspirieren und von der Auseinandersetzung mit seinen Vorbildern - der französischen Nouvelle Vague und dem italienischen Filmemacher Roberto Rossellini. Obwohl er im frühen Nachkriegsdeutschland keine Vorbilder fand, ihm die Gesichter der deutschen Schauspieler*innen zu hart waren, produzierte er seine Filme in Deutschland. Mit jungen, unbekannten Schauspieler*innen, mit teilweise autobiografischen Geschichten, die vom geteilten Berlin, von Dresden, dem Fortgehen und Ankommen und der Liebe zum Film erzählen.
Dabei versucht er, einen anderen Deutschen Film zu machen: einen, der sich mehr Zeit lassen will, der das Spiel seiner Protagonist*innen entfalten lässt und auf eine starke Bildsprache mit Räumen, Farben und Kontrasten setzt. Im Programm zeigen wir die Klassiker, aber auch eine Reihe fast unbekannter Interview-Filme mit der Nouvelle Vague, sowie einen neuen Überraschungsfilm! Michael Klier ist am 23. und 24.März zu Gast im B-Movie!

Samstag,
02.03.
20:00
22:00
Sonntag,
03.03.
18:00
Film
20:00
Mittwoch,
06.03.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
07.03.
19:00
Samstag,
09.03.
20:00
Film
22:00
Sonntag,
10.03.
18:00
Dienstag,
12.03.
20:00
Mittwoch,
13.03.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
14.03.
19:00
21:00
Freitag,
15.03.
20:00
Samstag,
16.03.
20:00
22:30
Film
Sonntag,
17.03.
18:00
20:00
Film
Mittwoch,
20.03.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
21.03.
19:00
21:00
Freitag,
22.03.
19:30
Samstag,
23.03.
16:00
Gehörlos
19:00
21:00
Sonntag,
24.03.
18:00
20:30
Dienstag,
26.03.
20:00
Mittwoch,
27.03.
21:00
Donnerstag,
28.03.
20:00
Freitag,
29.03.
21:00
Samstag,
30.03.
20:00
22:00
Sonntag,
31.03.
17:30
20:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Überall ist es besser wo wir nicht sind

D, 1989, 78 Min., 35mm, s/w

Regie: Michael Klier
Darsteller: Miroslav Baka, Marta Klubowicz, Michael Krause, Josef Zebrowski

Entweder ist das Gras grüner, die Häuser sind höher oder die Sonne ist wärmer! Jerzy will raus aus Polen. Sein Ziel ist Amerika. Aber sein Geld reicht erst einmal nur für West-Berlin. Mit krummen Geschäften finanziert er sich illegale Einwanderungspapiere - in Amerika, da ist er sicher, wird alles besser werden.
Kliers Spielfilmdebüt erhielt 1990 den Preis der Deutschen Filmkritik.

Auszug aus dem Interview "Mauern durchbrechen, Bilder finden" von Frieder Schlaich mit Michael Klier, das im Schnitt, # 53: 01/2009 abgedruckt wurde:

Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an deinen Debütfilm 'Überall ist es besser wo wir nicht sind' denkst?
Vergangenes Kino. Eine vergangene Art, Filme zu machen, eine unschuldige Art, als würde man den Film neu erfinden. Das war der Hintergedanke: Bilder zu machen, die man in dieser Weise vorher noch nicht gesehen hat.

War das ein sehr geplanter Dreh oder habt ihr viel auch improvisiert?
Das war ein geplanter Dreh, weil es eine sehr kurze Drehzeit war. 24 Tage. Das Buch war komplett geschrieben, die Motive waren alle da, und die Darsteller waren auch alle vorher gecastet. Wir haben ausreichend Probeaufnahmen gemacht, und dann hat man versucht, ein gewisses Flair herzustellen, eine Magie herzustellen, in den Bildern, in dem Spiel und der Art, wie man das Ganze sieht.

Woher kam bei deinem Debütfilm diese Souveränität her?
Das weiß ich nicht. Ich hatte natürlich schon sehr viele Filme in meinem Leben gesehen und etliche kleine Dokumentarfilme gedreht, die sehr vom Stil der Nouvelle Vague beeinflußt gewesen sind, die also sehr leicht, sehr schnell waren, sehr virtuos in der Kamera, der Montage, in dem Einsatz von Musik. Das war alles sehr spielerisch. Bei meinem ersten Spielfilm habe ich dann aus meiner Erfahrung als Cineast geschöpft. Ich hatte ja vorher noch keine Regie geführt, hatte aber Vorbilder im Kopf und habe versucht, gewisse Dinge anzuwenden, die ich im Kino gesehen hatte und mochte. Natürlich: Das selber zu machen ist noch einmal ein ganz anderer Schritt. Da muß man einfach wissen, wann ein Schauspieler dieses oder jenes machen soll, wann die Kamera sich bewegen muß. Aber das war etwas sehr Organisches, es hat dann alles zusammengespielt. Nachdem wir gesehen haben, daß das, was wir machen, funktioniert, daß es eine Ausstrahlung hat, wurden wir sehr sicher. Das hat uns eine Souveränität gegeben, eine unbewußte Sicherheit. Beim Schnitt kommst du nachher in ganz andere Fragen rein.

Warum hast Du Dich bei 'Überall...' für Schwarzweiß entschieden?
Das war eine neorealistische Liebhabergeschichte, weil ich die italienischen Filme so gerne mochte. Das Schwarzweiß war ja buchstäblich Magie, du konntest jede Realität filmen, und sie sieht irgendwie toll aus. Es ist ganz schwer, mit Farbe einen guten Realismus hinzukriegen. 'Ostkreuz' (1991) war dann aber schon eine bewußte Entscheidung für Farbe, das haben wir auch gut hingekriegt, weil es ein spezieller Umgang mit Farbe ist, obwohl es ein sehr realistischer Film ist.

Genauso offensichtlich ist Deine Einstellung gegen Musik. Warum diese klare Entscheidung?
Es ist immer zwiespältig. Natürlich ist Musik toll im Film, manche Filme würden ohne Musik gar nicht funktionieren. Bei uns war es so, das wir erstmal gar kein Geld hatten und zweitens auch gar keine wirkliche Idee dazu. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch eine Herausforderung, den Film spannend zu machen ohne Musik. Oft ist Musik auch bloß eine Konzession an etwas, was nicht funktioniert, wo man etwas übertünchen muß, weil es eine schwache Szene ist. Es stört sogar manchmal die Ökonomie der Erzählung, weil die Musik plötzlich etwas auflädt, was gar nicht aufgeladen werden sollte.

Klier's Spielfilmdebut erhielt 1990 den Preis der Deutschen Filmkritik, den Grimme-Preis, sowie den Hessischen Filmpreis.

Samstag, 02. März, 20:00 Uhr
Samstag, 30. März, 20:00 Uhr reservieren

Q-Movie Bar präsentiert: Männerfreundschaften

D, 2018, 85 Min., DCP

Regie: Rosa von Praunheim
Darsteller: Valentin Schmehl, Thomas Linz, Max Conrad

Wie schwul bzw. lesbisch waren Goethe und seine Zeitgenoss*innen? Überhaupt nicht, wie wir wissen, denn die Vorstellung von sexuellen Orientierungen und Identitäten existierte im 18. Jahrhundert noch nicht. Inspiriert von Robert Tobins "Warm Brothers - Queer Theory and the Age of Goethe" beleuchtet Rosa von Praunheim den Umgang der Weimarer Klassiker mit gleichgeschlechtlichem Begehren und gleichgeschlechtlicher Sexualität. Auf seiner Italienreise schrieb etwa Goethe, der Lieblingsdichter vieler Deutscher: "Knaben liebte ich wohl auch. Doch lieber sind mir die Mädchen." Inszenierungen von Briefwechseln, Lyrik und dramatischen Texten an den Orten ihres Entstehens werden durch Interviews mit Literaturwissenschaftler*innen und Historiker*innen und nicht zuletzt durch Reflektionen der Darsteller*innen über den Sinn der Fragestellung kommentiert.

danach Bar mit leckeren Cocktails

http://q-movie-bar.de

Samstag, 02. März, 22:00 Uhr

Ostkreuz

D, 1991, 81 Min., DCP

Regie: Michael Klier
Darsteller: Laura Tonke, Miroslav Baka, Suzanne von Borsody

Die 15-jährige Elfie kommt mit ihrer Mutter nach der Flucht über Ungarn in einem Containerlager in West-Berlin unter. Die neue Situation ist nicht gerade Elfies Traum vom Westen. Bei ihren Versuchen, Geld für eine Wohnungskaution aufzutreiben, lernt sie den jungen Polen Darius kennen und wird in seine Schwarzmarktgeschäfte verstrickt. Mit Preisen für das authentische Porträt einer Stadt im Umbruch sowie Laura Tonkes Darstellung der Elfie ausgezeichnet, gilt Ostkreuz mittlerweile als Klassiker des Neuen Deutschen Films.

"Vor meiner Tür liegt Ostberlin, wo der Film zum größten Teil spielt. Die Stadt zeigte sich nach ihrer Öffnung von ihrer zeitlosen und gleichzeitig science-fiction-haften Seite. Sie war mir fremd. Die Zeit dort ist stehengeblieben und ich wollte unbedingt dort drehen, bevor diese Zeit verschwunden sein würde. Ich fühlte mich an Rosselinis 'Deutschland im Jahre Null' erinnert, der hier in den Nachkriegsruinen gedreht worden war - und in dem übrigens wie in meinem Film ein halbes Kind die Hauptfigur ist. Wir haben zwar nicht gänzlich in Ruinen gedreht, aber Ostberlin scheint uns ziemlich entblößt und nackt. Ostkreuz ist ein Film, der in einem Dekor der Vergangenheit von der Zukunft handelt." Michael Klier über Ostkreuz (im Presseheft zum Kinostart 1992).

Ostkreuz erhielt den Publikumspreis in Locarno, den Grimme Preis, den Kritiker Preis, den Bayrischen Filmpreis, den Regiepreis des Münchener Filmfests und den Preis der Darstellenden Künste.

Am Samstag, 23.03. sind Laura Tonke und Michael Klier zu Gast

Sonntag, 03. März, 18:00 Uhr
Samstag, 23. März, 19:00 Uhr reservieren

Der rote Kakadu

D, 2004-2006, 128 Min., 35mm

Regie: Dominik Graf
Darsteller: Max Riemelt, Jessica Schwarz, Ronald Zehrfeld, David Striesow

Dresden, Frühjahr 1961. Der 20-jährige Siggi kommt in die Stadt, um als Bühnenmaler zu arbeiten. Er verliebt sich in die Dichterin Luise, die ihn in die faszinierende Welt des berühmt-berüchtigten Tanzlokals "Roter Kakadu" einführt, dessen freigeistige Szene zunehmend unter Beobachtung der Stasi gerät. Michael Klier erzählt mit dem Film ein Stück eigene Biografie.

Sonntag, 03. März, 20:00 Uhr
Samstag, 30. März, 22:00 Uhr reservieren

Hörbar

Zentraler Treffpunkt für Konsumenten und Produzenten experimenteller Musik. Jeden Mittwoch 21:00 Uhr

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 06. März, 21:00 Uhr
Mittwoch, 13. März, 21:00 Uhr
Mittwoch, 20. März, 21:00 Uhr
Hörbar

Special zum Internationalen Frauentag

Am 8. März ist Internationaler Frauenkampftag und dieses Jahr wird ein bundesweiter Frauen*streik organisiert. Wir zeigen daher einen Film zum Thema und einen Kurzfilm.
Vorab laden wir euch zu einem Gespräch mit einer Organisatorin des Hamburger Bündnis zum internationalen 8. März-Streik ein (Infos: frauenstreik.org).

Vorfilm: Programmhinweise
BRD 1970, 10 Min., OmeU, digital, Regie: Christiane Gehner
"Eine zielgerichtete Fernsehansage für alle Mädchen im Alter von 18 bis 25 Jahren aus der Klasse der mittleren Bourgeoisie [...] ein Versuch, die Probleme der Mädchen ihrer sozialen Schicht in Bezug auf Emanzipation aufzuzeigen und für andere Mädchen relevant zu machen." Hamburger Filmschau, 1970

Der Frauenstreik geht weiter
PL 2018, 49 Min., OmU, digital, Regie: Magda Malinowska
Eine Dokumentation über den Kampf von Frauen, die in kommunalen Kinderkrippen und -gärten in Pozna? (Polen) arbeiten, um existenzsichernde Löhne und bessere Bedingungen für sich und die Kinder. Seit 2011 sind die Frauen gewerkschaftlich organisiert, und sie haben im Laufe der Zeit wirksam Druck auf ihre Arbeitgeber ausgeübt und auch andere Arbeiter*innen in ihren Kämpfen unterstützt.
Die im Film interviewten Frauen beschreiben, wie viele Kinderkrippen und -gärten nach der "Wende" in den 1990er Jahren geschlossen wurden. Damit mussten Frauen mit Kindern noch mehr Hausarbeit leisten. Während die niedrigen Löhne der Kindergärtnerinnen anfangs noch regelmäßig "angepasst" wurden, fror die Stadtregierung diese Anfang der 2010er Jahre ein. Gleichzeitig flossen hohe Summen aus dem Stadtbudget in öffentliche Baumaßnahmen, u.a. für den Stadionbau für die Fußballeuropameisterschaften 2012.
Für die Frauen zeigte sich, wie wenig die Arbeit in den Kinderkrippen und -gärten wertgeschätzt wird. Sie gründeten 2011 eine Gewerkschaftssektion der Inicjatywa Pracownicza (Arbeiterinitiative), eine Basisgewerkschaft ohne Funktionäre, forderten Lohnerhöhungen und kleinere Kindergruppen und organisierten Aktionen auf der Straße, im Rathaus und vor den Kindergärten. Auch an den landesweiten Demonstrationen gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbots im Herbst 2016 ("Schwarzer Protest"), die im Film gezeigt werden, beteiligen sich die Kindergärtnerinnen.
Quelle: www.de.labournet.tv/der-frauenstreik-geht-weiter

Eintritt auf Spendenbasis

www.bildwechsel.org

frauenstreik.org

Donnerstag, 07. März, 19:00 Uhr

Heidi M.

D, 2001, 95 Min., 35mm

Regie: Michael Klier
Darsteller: Katrin Sass, Dominique Horwitz, Ulrike Krumbiegel, Julia Hummer

Die fünfzigjährige Heidi führt erfolgreich einen Berliner Kiosk. Sie ist beliebt bei ihren Kunden, doch nach Feierabend ist sie eine einsame Seele, die durch Kneipen und Bars streift auf der Suche nach einem Mann, mit dem sie nochmal von vorne beginnen kann. Sie lernt Franz kennen, doch ihre Annäherung ist alles andere als einfach. An einem "Abenteuer" hat Heidi kein Interesse mehr - und etwas "Ernstes", vielleicht sogar eine neue Ehe, braucht einen Mut, der sie in diesem Augenblick ihres Lebens zu überfordern scheint.

Katrin Sass erhielt 2001 den Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin und den Preis der Deutschen Filmkritik.

Samstag, 09. März, 20:00 Uhr
Sonntag, 17. März, 20:00 Uhr

Die süße Haut

La Peau Douce

F, 1964, 113 Min., DF, s/w, 35mm

Regie: François Truffaut
Darsteller: Jean Desailly, Françoise Dorléac, Nelly Benedetti

Ein Literaturkritiker beginnt eine Affäre mit einer zwanzig Jahre jüngeren Stewardess. Seine Ehefrau setzt mit der Enthüllung eine fatale Entwicklung in Gang, die am Ende zu einer der berühmtesten Szenen des französischen Films führt.
Michael Klier hospitierte auf Einladung Truffauts zwei Wochen bei den Dreharbeiten.

Samstag, 09. März, 22:00 Uhr
Sonntag, 31. März, 17:30 Uhr reservieren

Kurzfilmabend

BRD/D, 1963-2013, 140 Min., 35mm / 16mm / digital

Michael Klier dreht 1963 sein Debüt Probeaufnahmen, in dem Jürgen Jürges zum ersten Mal die Kamera führt und Rolf Zacher in einer Nebenrolle auftritt. François Truffaut lädt ihn daraufhin als Volontär zu den Dreharbeiten von La Peau Douce, den wir ebenfalls im Programm der Werkschau zeigen, ein. Nach seiner Rückkehr aus Paris dreht er 1965 vier Kurzfilme für eine Sendereihe des SFB: Ferrari, Das Abitur, Projekt Katz und Maus und Yeah Yeah.
Kurztrip, Hung und Filmtagebuch realisierte er 2012/13 im Auftrag von Arte Deutschland. Diese drei Filme portraitieren seine Heimatstadt Dresden, die Kliers Meinung nach viel zu selten Schauplatz filmischer Erzählungen ist.

Wir zeigen:
Probeaufnahmen (BRD 1963, 19'24'' Min., digital, s/w)
Ferrari (BRD 1965, 7'30'' Min., digital, s/w)
Das Abitur (BRD 1965, 7'41'' Min., digital, s/w)
Projekt Katz und Maus (BRD 1965, 8'34'' Min., digital, s/w)
Yeah Yeah (BRD 1965, 7'32'' Min., digital, s/w)
Schauspielerei. Gesten und Gesichter (BRD 1982, 8'20'' Min., digital, s/w)
Ein Mann boxt sich durch (D 2001, 7'29'' Min., digital, Farbe)
Kurztrip (D 2012, 12'08'' Min., digital, Farbe)
Hung (D 2012, 12'13'' Min., digital, Farbe)
Filmtagebuch (D 2013, 9'30'' Min., digital, Farbe)

mit Moderation und Pausen

mit freundlicher Unterstützung der FFA

Sonntag, 10. März, 18:00 Uhr

Dokumentarfilmsalon Auf St. Pauli: Die Wohnung

D/IL, 2011, 97 Min., OmU, digital

Regie: Arnon Goldfinger

Im Alter von 98 Jahren stirbt Großmutter Gerda. Kurz darauf versammelt sich die Familie in ihrer Wohnung in Tel Aviv, um diese aufzulösen. Inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente entdeckt die Familie Spuren einer unbekannten Vergangenheit: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie des SS-Kommandanten Baron Leopold von Mildenstein. Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger geht zusammen mit seiner Mutter diesen Spuren in Israel und in Deutschland nach.

Bar und Salon ab 18:30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis. Näheres unter:

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 12. März, 20:00 Uhr

Small Steps - They keep West Africa going

D/GMB, 2018, 52 Min., OmU

Regie: Marie Charlier - in Zusammenarbeit mit der Gambia Solidarität im Verein Avanti!

Seit 1983 engagiert sich die "Gambia Association of the Physically Disabled" (GAPD) im kleinsten Land auf dem afrikanischen Kontinent für die Rechte von Menschen mit körperlichen Handicaps. Seit 1989 verfügt sie über eine eigene orthopädische Werkstatt, die Patienten aus ganz Westafrika mit Prothesen und Rollstühlen versorgt.
Die Filmemacherin Marie Charlier zeigt die vielfältigen Herausforderungen, mit denen die NGO zu kämpfen hat: Im Mittelpunkt steht dabei die Arbeit des Werkstattleiters Gabriel »Gabu« Jarju, der in Tansania und Deutschland zum Orthopädiemechaniker ausgebildet wurde. Er spricht über die Gründe, die ihn zur Rückkehr in eines der ärmsten Länder der Welt bewogen haben und gewährt einen Einblick in die oft schwierige Arbeit, die er und seine Mitarbeiter täglich bewältigen.
Im Februar 2019 wird das Team um Regisseurin Marie Charlier, Autor Matthias Ludynia und Tontechniker Gregor Schöne den nächsten Film über die Arbeit der GAPD drehen: Auch das zweite Projekt der GAPD - eine Werkstatt, in der Frauen mit Handicaps zu Schneiderinnen ausgebildet werden - möchte man filmisch vorstellen.

zu Gast sind Marie Charlier und Matthias Ludynia

Donnerstag, 14. März, 19:00 Uhr

Im Mittelpunkt der Welt

D, 2017, 92 Min., DCP

Regie: Thomas Oswald

Der Dokumentarfilm erzählt von vier Jugendlichen in der deutschen Provinz auf ihren ersten Schritten ins Erwachsensein. Lea, Leif, Johanna und Noel befinden sich in einer Zeit des Umbruchs. Aus dem Kosmos der Kindheit brechen sie auf in die Welt der Erwachsenen. Eingebettet in großartig fotografierte Landschaftsansichten begleitet der Film die Jugendlichen ein Jahr lang. Respektvoll und mit Liebe zum Detail gewährt er Einblick in den Alltag genauso wie in die geheimen Wünsche, Hoffnungen, Träume und auch Ängste der Jugendlichen.

Am 28.3. sind Thomas Oswald und Sarah Fricke zu Gast.

Donnerstag, 14. März, 21:00 Uhr
Donnerstag, 28. März, 20:00 Uhr reservieren

4x10 = Wunderschön! B-Movie-Fundraiser

Eine magische Grenze wird durchbrochen – eine neue Zeitrechnung beginnt: Noch unerforschte Welten warten auf Entdeckung, Weisheit scheint in Sicht – vom Padawan zum Jedi-Meister. Und das Schönste: Du bist dabei! Time to party, kids!

Im gemütlichen Foyer erwarten euch am 15.03. ab 20:00 Uhr ein paar Snacks, Estrella Galicia und gute Musik (digital wie analog). Im Kinosaal nebenan gibt es einen stargespickten Überraschungsfilm der Superlative zu bestaunen. Und keine Sorge: Party und Film sind kompatibel und laufen parallel – Ein-und-Aussteigen während des Hauptfilms ist problemlos möglich.

Ganz wichtig: Statt Eintritt werden reichhaltige Spenden für den Erhalt und Betrieb des B-Movie erbeten! Eine bessere Sache gibt es nicht!
"Wir wollen Spaß, geben Gas..."

Freitag, 15. März, 20:00 Uhr

System ohne Schatten

D, 1983, 115 Min., DCP

Regie: Rudolf Thome
Darsteller: Bruno Ganz, Hanns Zischler, Dominique Laffin, Laurie Anderson, Michael Klier

Michael Klier in einer kleinen Nebenrolle als Arbeitskollege von Bruno Ganz (Faber), einem Computerfachmann, der sich in die Gangsterbraut Dominique Laffin verliebt. Damit die Geschichte zum Thriller wird, braucht es noch Hanns Zischler als Melo, der Faber überredet, mit ihm eine Bank auf elektronischem Wege auszurauben. Die Beziehung zwischen den dreien wird auf sanfte und eindrucksvolle Weise mit großer Schauspielkunst erzählt - Einer der besten Filme von Thome!
"System ohne Schatten erzählt und phantasiert uns von einer modernen Welt, die allmählich dem sauberen Computer anheimfällt, und von Menschen, die sich unzeitgemässe, archaische Gefühle gestatten und ihretwegen Verrücktheiten begehen." (M. Schaub, Tagesanzeiger Zürich 30.12.83)

Samstag, 16. März, 20:00 Uhr

Der Riese

D, 1983, 62 Min., digital

Regie: Michael Klier

Ein großartiger, wegweisender Essay-Film, der Material aus Überwachungskameras verwendet: Die an sich bedeutungslosen Bilder sucht Klier in der Montage nach dem bedeutsamen Moment ab, überlässt sie aber auch dem Leerlauf und kontrastiert sie mit spätromantischer Musik.
"Mit List und Eleganz hat Klier einen Film gemacht, der von den Bildern handelt, ohne sich in der üblichen Weise zum Autoren aufwerfen zu müssen." (Harun Farocki, Filmkritik Heft 9/1983)

am Sonntag, 24.03. ist Michael Klier zu Gast

Samstag, 16. März, 22:30 Uhr
Sonntag, 24. März, 20:30 Uhr reservieren

Out of America

D, 1994, 62 Min., engl. OV, 16mm

Regie: Michael Klier
Kamera: Elfi Mikesch und Thomas Keller
Darsteller: Ghuan Featherstone, Kirk Smith, Preston McNeal, Denek Smith, Ramona Valentine

Out of America ist ein Song, an dem Ghuan, Kirk, Preston und Denek feilen, als Klier sie 1994 gemeinsam mit Kamerafrau Elfi Mikesch in und an den Rändern Berlins begleitet. Die ehemaligen GI's sind nach dem Abzug der Alliierten aus Westberlin hier geblieben, haben Familien gegründet und erzählen von ihren Schwierigkeiten und Träumen.

Sonntag, 17. März, 18:00 Uhr
Donnerstag, 21. März, 21:00 Uhr reservieren

Das Ende vom Lied

D, 2016, 45 Min., DCP

Regie: Julia Küllmer

Ludwig hat sich schon vor Jahren einen Platz im Pflegeheim reserviert. "Wenn man da reinkommt, sieht man schon, wie die da alle herumsitzen. Und man kann nicht beurteilen, ob die Langeweile haben oder was die da machen." Der charmante Realist will unabhängig bleiben und niemandem zur Last fallen. Doch zunehmend ist er auf die Hilfe seiner Tochter angewiesen. Sein Haus wird zum Schauplatz eines ebenso beharrlichen wie berührenden Kampfes gegen den körperlichen und geistigen Verfall. Und schließlich erscheint der Umzug ins Heim unausweichlich.
Das Ende vom Lied war für den deutschen Nachwuchsfilmpreis "First Steps Award 2017" nominiert.

zu Gast ist Julia Küllmer

Donnerstag, 21. März, 19:00 Uhr reservieren

ArabFilmclub Special: Unterwegs

Zum Jahresauftakt im B-Movie veranstaltet der Arab Filmclub einen Abend mit langen und kurzen Filmen über die Erfahrungen des Unterwegsseins. Wir reisen und suchen, finden Gutes und auch Schlechtes und entdecken Bekanntes im Neuen.

www.arab-filmclub.de

Freitag, 22. März, 19:30 Uhr reservieren

Kino für Kids

Dieser Kinotreff wird für hörende Kinder gehörloser Eltern (CODAs) und gehörlose Kinder angeboten, ist aber auch für alle anderen Kinder offen. Ein inklusives Angebot von SprachSignal. www.kinotreff.wordpress.com

Gezeigt werden Kinderfilme (für 3- bis 6-Jährige), die visuell funktionieren. Mit dabei ist immer der kleine Maulwurf. Diesmal: Das tapfere Schneiderlein in Gebärdensprache. Film mit gehörlosen Kindern und Animation von Britt Dunse, mit lautsprachlicher Übersetzung.

Der Eintritt ist frei - es kann gern etwas zum gemeinsamen Buffet mitgebracht werden.

http://kinotreff.wordpress.com

Samstag, 23. März, 16:00 Uhr

Interviews Nouvelle Vague

BRD/D, 1986-1989, 158 Min., OmU, digital

Regie: Michael Klier

Zu Beginn seiner Filmarbeit lebte Michael Klier immer wieder für einige Zeit in Paris. Hier entstanden, beeinflusst durch seine Kontakte zu François Truffaut, seine ersten kurzen Dokumentarfilme über Regisseure und Filmschaffende:
Er interviewte Jean-Marie Straub (1970), Claude Sautet (1975), Roberto Rossellini (1976), schließlich François Truffaut selbst (1977) und die Kameramänner Godards Renato Berta und William Lubschantsky (1980). Ein Film über Henri Alekan (1987), der - damals 78-jährig - mit Wim Wenders Der Himmel über Berlin drehte, ist ebenfalls Teil der Nouvelle Vague-Interviews. Außerdem montierte er 1986 aus Videoaufnahmen eines französischen Produzenten Casting (1986), in dem die noch jungen und unbekannten Schauspieler*innen Juliette Binoche, Beatrice Dalle und Christophe Lambert bei Probeaufnahmen zu sehen sind. Die Kleinen Schwestern der Nouvelle Vague/Die Viererbande portraitieren 1989 schließlich in einer Doppelreportage mit Norbert Jochum auch Protagonistinnen der französischen Filmszene: Die Kamerafrauen Caroline Champetier und Sophie Maintigneux, die über ihre Arbeit mit Godard, Rivette und Rohmer berichten. Mit Sophie Maintigneux drehte Michael Klier 1989 schließlich seinen ersten Spielfilm Überall ist es besser wo wir nicht sind.
In Norbert Jochums zweitem Teil der Reportage geht es um eine Analyse von Jacques Rivettes Die Viererbande. Casting, Licht von Alekan für Cocteau und Wenders sowie Die kleinen Schwestern der Nouvelle Vague/Die Viererbande entstanden allesamt im Auftrag des WDR.

Wir zeigen:
Nicht versöhnt - Jean-Marie Straub in Italien (BRD 1970, 30 Min., digital, s/w)
Claude Sautet (BRD 1975, 20 Min., digital)
Roberto Rossellini (BRD 1976, 11 Min., digital)
Truffaut und die Frauen (BRD 1977, 10 Min., digital)
Godards Kameramänner (BRD 1980, 22 Min., digital)
Casting (BRD 1986, 23 Min., digital, s/w und Farbe)
Licht von Alekan für Cocteau und Wenders (BRD 1987, 24 Min., digital)
Die kleinen Schwestern der Nouvelle Vague/Die Viererbande (D 1989, 18 Min., digital)

am Samstag, 23.03. ist Michael Klier zu Gast

mit freundlicher Unterstützung der FFA

Samstag, 23. März, 21:00 Uhr reservieren
Sonntag, 31. März, 20:00 Uhr reservieren

Überraschungsfilm

D, 2018, 102 Min., DCP

Regie: Michael Klier

So viel sei verraten: Die Geschichte hat autobiografische Züge. Michael Klier wird bei der Vorstellung zu Gast sein!

anschließend Gespräch mit Michael Klier

Sonntag, 24. März, 18:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon Auf St. Pauli: Shalom Italia

IL/DE, 2016, 71 Min., OmU, digital

Regie: Tamar Tal Anati

Im zweiten Weltkrieg verstecken sich die jüdischen Brüder Bubi, Emmanuel und Andrea mit ihrer Familie in einem Wald in der Toskana. Eine Höhle wird zu ihrem Zufluchtsort vor den Faschisten. 70 Jahre später kehren die Brüder nach Italien zurück, um den Ort aufzufinden, der ihnen die Flucht nach Israel ermögliche und damit das Leben rettete. Die Suche zeigt ihnen nicht nur, wie subjektiv unsere Erinnerung ist, sondern auch, an was genau jeder von ihnen sich erinnert - und was jeder vergessen wollte. Auf ihre lebhafte und verspielte Art, voller Enthusiasmus für Leben, Essen und Abenteuer findet jeder der Brüder seine eigene Art mit den Traumata des Krieges umzugehen.

Bar und Salon ab 18:30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis. Näheres unter:

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 26. März, 20:00 Uhr reservieren

Hörbarkonzert - Stark bewölkt: tba

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 27. März, 21:00 Uhr
Hörbar

Hörbarkonzert - tba

www.hoerbar-ev.de

Freitag, 29. März, 21:00 Uhr
Hörbar