B-Movie - das Kino auf St. Pauli
ohne Werbung, im Hinterhof, in 2D, mit Stereo-Ton

Unser Programm im November 2019

Jonas Mekas - Einfach immer weiter filmen

"Let's record the dying century and the birth of another man... Let's surround the earth with our cameras, hand in hand, lovingly; our camera is our third eye that will lead us out and through ... Nothing should be left unshown or unseen, dirty or clean: Let us see and go further, out of the swamps and into the sun."
(Jonas Mekas, Movie Journal: The Rise of a New American Cinema, 1959-1971, Macmillan, New York, 1972, p. 236)

Fünf homemade Movies des großen Jonas Mekas, der wie kein anderer den Avantgarde-Film seit den 50er Jahren und viele Filmemacher*innen der ganzen Welt beeinflusste. Wir stellen dazu Filme von Ute Aurand, Douglas Gordon und Peter Sempel vor.

Mit freundlicher Unterstützung der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Freitag,
01.11.
19:00
Samstag,
02.11.
20:00
22:00
Sonntag,
03.11.
18:00
20:00
Mittwoch,
06.11.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
07.11.
17:00
UNERHÖRT!
19:00
21:00
Freitag,
08.11.
17:00
UNERHÖRT!
19:00
21:00
Samstag,
09.11.
17:00
19:00
21:00
UNERHÖRT!
Sonntag,
10.11.
16:30
20:00
Dienstag,
12.11.
20:00
Mittwoch,
13.11.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
14.11.
20:00
Samstag,
16.11.
19:00
20:00
22:00
Sonntag,
17.11.
17:00
19:00
Mittwoch,
20.11.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
21.11.
20:00
Samstag,
23.11.
18:00
20:00
21:00
Sonntag,
24.11.
18:00
Dienstag,
26.11.
20:00
Mittwoch,
27.11.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
28.11.
19:00
Samstag,
30.11.
20:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Arab Filmclub: Arab Connection - Im Kreis der Geschichte: Fortschritt im Tal der Ahnungslosen

D, 2019, 67 Min., dt./arab. Mit arab./dt. UT, digital

Regie: Florian Kunert

30 Jahre nach dem Mauerfall wird in dem ehemals volkseigenen Betrieb "Fortschritt" das Erbe der Deutschen Demokratischen Republik neu verhandelt. Wo früher Mähdrescher hergestellt wurden, wohnen jetzt Asylbewerber, die sich mit wöchentlichen, rassistischen Demonstrationen in Ostdeutschland konfrontiert sehen. Die syrischen Asylbewerber bekommen von ehemaligen Werksarbeitern Hilfe bei ihrem Deutsch-Orientierungskurs. Was mit einer humorvoll inszenierten Deutschklasse in der "Fortschritt"-Ruine beginnt, endet mit Schulstunden in Staatsbürgerkunde und einem GST-Militärlager. Getrieben von der persönlichen Befangenheit des Regisseurs, der in das Ende der DDR hineingeboren wurde, werden die Reenactments dekonstruiert und die gesellschaftlichen Prägungen des DDR-Alltags sichtbar. In dieser Erinnerungsarbeit geht es vor allem um die Sprache, die Vermutungen zulässt, aber nie bestätigt. Die nostalgisch schwelgt und es sich zugleich verbietet. Archivmaterial knüpft das sozialistische Band der Freundschaft zwischen Syrien und der DDR neu, das die Staaten in den Achtzigerjahren miteinander verband. Der ortsansässige Heimatchor kommentiert in DDR-Liedern Anspruch und Wirklichkeit des ersten, deutschen Arbeiter- und Bauernstaates. Dabei steht alles und jeder für mehr als nur sich selbst.
Die "Fortschritt"- Ruine wird zum Symbol einer verlorenen Heimat, das die Grenzen zwischen der DDR und Syrien, zwischen damals und heute verschwimmen lässt. Der Versuch einer Annäherung, eine sozialistische Utopie.

Im Anschluss werden wir ein kleines "Dankeschön-Büffet" für drei Jahre Zusammenarbeit mit dem B-Movie anbieten, welches wir (gegen Spende) gemeinsam mit dem Publikum genießen möchten.

zu Gast ist Florian Kunert, Eintritt frei

Freitag, 01. November, 19:00 Uhr

Der Aktuelle: Die Sinfonie der Ungewissheit (Vorpremiere)

D, 2018, 95 Min., DCP

Regie: Claudia Lehmann
Musik: Elementarstrategien
Darsteller: Gerhard Mack, Rosemarie Dypka, Hark Bohm

Im Hamburger DESY werden Teilchen fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Was begreift man davon und was hat das mit unserem Verständnis der Welt zu tun? Um Einsichten in die Ungewissheit ringen der ehemalige DESY-Physiker Gerhard Mack und Kollegen, eine Schamanin, eine Hypnosetherapeutin, Hark Bohm und ein Musikensemble: Alle suchen in ihrer Sprache nach dem gemeinsamen Klang im DESY-Alltag.
Das DESY ist selbst eine Welt für sich, von der jeder in Hamburg schon einmal gehört hat, die aber kaum jemand kennt. Hier treffen nicht nur unsichtbare Elementarteilchen aufeinander; hier lässt die Filmemacherin Claudia Lehmann, die Physik studiert hat, auch ihren ehemaligen Doktorvater, den Physikprofessor Gerhard Mack, auf Kollegen und auf fachfremde Gesprächspartner treffen. Während er mit den einen auf gleicher Ebene sprechen kann, konfrontieren ihn die Gesprächspartner "von draußen" mit Fragen zu unserer Existenz, und die Weltsichten kollidieren. Mit der Theorie komplexer Systeme hat Gerhard Mack stets versucht, das Leben interdisziplinär zu begreifen, und so versucht er auch jetzt, eine Sprache zu finden, die über die Grenzen der Mathematik und Physik hinausgeht. Um Sprache geht es auch in der Musik, die der Komponist Konrad Hempel mit seinem Ensemble auf dem DESY-Gelände erzeugt. Er nutzt die Geräusche der Teilchenbeschleuniger ebenso wie die der Kaffeetassen, um den Soundtrack dieser Welt zu erschaffen, in der alle einen Sinn für das Leben finden wollen.

Am Samstag, 2.11. zu Gast: DESY-Physiker Prof. Christian Schwanenberger

Samstag, 02. November, 20:00 Uhr
Sonntag, 03. November, 20:00 Uhr
Sonntag, 10. November, 20:00 Uhr

Q-Movie Bar präsentiert: Nach der Zukunft

D, 2017, 46 Min., digital

Regie: André Krummel

Dass sich die Zeit, und gemeint ist die Lebenszeit, seltsam verschoben anfühlt, dass sie aus ihrer Ordnung brach und ausfranste, wird immer wieder spürbar: Zu Hause, so sagt Ortwin Passon einmal mit einem Bier am Tresen einer Berliner Kneipe sitzend, schaue er gelegentlich in den Flurspiegel und spreche mit sich selbst - über die Zukunft, die hinter ihm läge. Wie fühlt sich diese Gegenwart an, von der man eigentlich dachte, dass man sie nicht mehr erleben würde? Ortwin ist HIV-positiv, hat 1995 seinen letzten festen Freund zu Grabe getragen ("zu Tode gepflegt", wie er es nennt) und arbeitet seit einer Weile an einer Dissertation über Barebacking, das heißt die politische und strafrechtliche Relevanz ungeschützten Analverkehrs unter Männern in Deutschland. Für Ortwin und viele seiner Freunde und Bekannten sind die Fragen nach der eigenen Freiheit und Selbstbestimmung, nach dem Verhältnis von Sex und Gesetz, von Gegenwart und Zukunft, von Tod und Exzess auf besondere Weise existenziell.
André Krummel gelingt eine behutsame aber scheulose filmische Introspektion in die Gefühls-, Gedanken- und Lebenswelt seines Protagonisten. Ein berührend-klarsichtiger Film über das Wunder der Zeiten, die das Leben tragen.
(Lukas Stern, DOK Leipzig, 2017)

Vorfilm: Leiber
D 2014, 10 Min., digital, Regie: André Krummel
Vor sechs Monaten hat Felix begonnen, als Escort zu arbeiten. Mehrmals die Woche wird er von älteren Männern für Sex bezahlt. Aber dieses Mal ist es nicht wie sonst: ein 550-lbs Mann erwartet ihn in seinem Hotelzimmer und erzählt ihm, anstatt Sex zu haben, seine faszinierende Geschichte.

danach Bar mit leckeren Cocktails

Samstag, 02. November, 22:00 Uhr

Reminiscences of a Journey to Lithuania

UK/BRD, 1972, 88 Min., OV, 16mm

Regie: Jonas Mekas

In seinem zweiten Diary-Film besucht Jonas Mekas gemeinsam mit seinem Bruder erstmals nach 27 Jahren sein Heimatdorf Semeniškiai in Litauen. Mit der Erfahrung als displaced person spricht er aus dem Off über das Heimkommen und seine Erinnerungen an Geborgenheit und Nirgendwo-Sein.

Sonntag, 03. November, 18:00 Uhr
Sonntag, 17. November, 17:00 Uhr

Hörbar

Zentraler Treffpunkt für Konsumenten und Produzenten experimenteller Musik. Jeden Mittwoch 21:00 Uhr

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 06. November, 21:00 Uhr
Mittwoch, 13. November, 21:00 Uhr
Mittwoch, 20. November, 21:00 Uhr
Mittwoch, 27. November, 21:00 Uhr
Hörbar

Single Collection

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

FR, 2017, 50 Min., OmU

Regie: Julien Perrin

Sechs Episoden einer unabhängig produzierten Mini-Webserie. Sechs Porträts von Menschen, die über ihren Lieblingssong reden. In der Summe entsteht ein sehr diverses und keineswegs immer nur fröhliches Bild der aktuellen französischen Gesellschaft.

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/single-collection/

Donnerstag, 07. November, 17:00 Uhr

Under the Underground

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

AT, 2019, 54 Min., OmU

Regie: Angela Christlieb

Die Gebrüder Janka haben den Keller eines Wiener Fabrikgebäudes zu einem kreativen Mikrokosmos gemacht. Der Film führt durch ein unterirdisches Laboratorium, in dem Voodoo Jürgens und Bands wie Petra und der Wolf oder Tankris inmitten eines skurrilen Elektroschrott-Sammelsuriums proben und performen.

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/under-the-underground/

Donnerstag, 07. November, 19:00 Uhr

Die legendäre Plattenküche - Chaos im Dritten

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

D, 2019, 45 Min.

Regie: Oliver Schwabe

Und wieder führt uns Oliver Schwabe in die Tiefen der Archive westdeutschen Musikfernsehens: Bei der Plattenküche ging es um ein Konzept populärer und gleichzeitig anarchischer TV-Unterhaltung. Frank Zander und Helga Feddersen moderierten den irren Mix aus Auftritten nationaler und internationaler Musikstars, schrägen Slapstick-Nummern und Go-Go-Tänzerinnen.

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/die-legendaere-plattenkueche/

Donnerstag, 07. November, 21:00 Uhr

French Game

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

FR, 2019, 70 Min., DF/dt. UT

Regie: Jean-François Tatin

Eine audiovisuelle Playlist aus elf Tracks, von den Anfängen 1990 mit NTM und MC Solaar bis zu den heutigen Auto-Tune-Einsätzen eines Danso. Jede Folge endet mit einer Coverversion durch aktuelle Künstler.

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/french-game/

Freitag, 08. November, 17:00 Uhr

Doppelprogramm "Black Moves Today"

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

73 Min.

Black to Techno
UK 2019, 21 Min., OV, Regie: Jenn Nkiru
Super-artsy, super-glossy, super-assoziative Bild-Ton-Meditation über Detroit-Techno, von der Süd-Londonerin Jenn Nkiru, einer der erfolgreichsten Video-Regisseurinnen der Zeit.

Fabulous
FR 2018, 52 Min., OmeU, Regie: Audrey Jean-Baptiste
Lasseindra Ninja, Voguing-Star und LGBTQ-Aktivistin, kehrt nach 10 Jahren zurück an ihren Geburtsort: Cayenne in Französisch-Guyana. Anlass: der 1. Voguing-Workshop vor Ort. Wir sehen einer Charismatikerin zu, wie sie die Moves des Voguing vorführt und dessen Haltungen erklärt und bekommen so ein Gespür, worum es geht. Dabei hilft uns eine sorgfältig-behutsame Regie, die mitunter rührende Dialoge zwischen Lehrerin und Schüler*innen aus einer homophoben Region offenbart.

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/black-to-techno/

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/fabulous/

Freitag, 08. November, 19:00 Uhr

Skype-Panel mit Carol Vernallis und Holger Schulze (in Englisch)

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

Skype-Panel mit Carol Vernallis und Holger Schulze (in Englisch)
Kooperation "Jugend, Musik und Film"

Freitag, 08. November, 21:00 Uhr

Doppelprogramm "Metal In Asia"

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

73 Min.

Slumdog Metal - Cambodian Street Kids Scream For Their Lives
CN/D 2018, 21 Min., OmeU, Regie: Zhao Renxiu
"Doch Chkae" heißt "wie ein Hund" auf Khmer. Und so heißt auch eine Death-Metal-Band, die von zwei Waisenkindern aus den Armenvierteln von Phnom Penh gegründet wurde. Der Musikjournalist Fabian Peltsch schrieb darüber einen Artikel, die chinesische Regisseurin Renxiu Zhao nahm dies zum Anlass, daraus eine Kurzdokumentation zu machen. Folge: Einladung nach Wacken! Aber das ist eine andere Geschichte!

Growling Mountains
FR 2019, 52 Min., OmeU, Regie: Aurore Laurent
Sorgfältig recherchierte und schön gefilmte Subkultur-Untersuchung der Metal-Szene Nepals, die auch nicht versäumt, den Zusammenhang zum Import von Rockmusik zu Zeiten des Hippie-Trails herzustellen. Aus einer seit Anfang der 90er Jahre immer aktiver werdenden landesweiten Szene konzentriert sich der Film auf einen repräsentativen Querschnitt von Bands, inclusive anderer Netzwerkakteure.

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/slumdog-metal-cambodian-street-kids-scream-for-their-lives/

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/growling-mountains/

Samstag, 09. November, 17:00 Uhr

Cum On Feel the Noize

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

D, 2017, 90 Min., OV

Regie: Jörg Sonntag

Heavy Metal und Hard Rock sind ein Milliardengeschäft, aber auch Lifestyle und Leidenschaft für ungezählte Fans weltweit. Der Film dokumentiert, warum die Genres bis heute so lebendig sind. Zu sehen sind unter anderem Interviews mit den Stars der internationalen Szene, Konzertausschnitte und unveröffentlichtes Live-Material aus den legendären Musik-Shows Beat-Club und Musikladen.

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/cum-on-feel-the-noize/

Samstag, 09. November, 19:00 Uhr

Shayne

13. UNERHÖRT! Musikfilmfestival

D, 2019, 120 Min., OV

Regie: Stephan Geene

Stephan Geene, Mitbegründer des linken Berliner Theorie-und-Kunst-Verlags bbookz, arbeitet in seinem dritten Film auf gleichzeitig artifizialisierende wie persönliche Weise seine Kindheitsschwärmerei für den Schlagersänger Ricky Shayne auf - und entdeckt eine verwickelte Künstlerbiographie und Familiengeschichte, die über Kairo nach Beirut, Rom, Düsseldorf und Berlin führt. Filmprojekt wird Theaterstück wird Webserie wird Kinofilm. Einer der eigenwilligsten deutschen Musikfilme der letzten Jahre. Selten hat Komplexität so viel Vergnügen bereitet!

https://www.unerhoert-filmfest.de/musikfilme-2019-de/shayne/

Samstag, 09. November, 21:00 Uhr

Diaries, Notes And Sketches: Walden

US, 1965-1968, 173 Min., 16mm, OV

Regie: Jonas Mekas

Walden ist ein epischer Zeitbericht über Mekas' persönliche Erfahrungen: das tägliche Leben und die Kulturszene in New York City zwischen 1964 und 1968 - einschließlich Portraits und Huldigungen zu Tony Conrad, Stan Brakhage, Carl Theodor Dreyer, Timothy Leary, Marie Menken, Allen Ginsberg, Andy Warhol, The Velvet Underground, Ken Jacobs, John Lennon und Yoko Ono.

Sonntag, 10. November, 16:30 Uhr
Samstag, 23. November, 21:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Ein Abend mit drei dokumentarischen Portraits

89 Min.

Wir begleiten Frau Maria bei der Auflösung eines Textilgeschäftes in Wien, einen alternden Fährmann und seine Frau auf ihrem Hof in Mecklenburg-Vorpommern und einen cholerischen Kinoleiter im polnischen Lódz.

Frau Maria und die Liquidierung der Stoffhandlung Stastny
AT 2018, 25 Min., digital, Regie: Caspar Pfaundler
Wien, 1. Bezirk, Werdertorgasse, im Herzen des einstigen Textilviertels: Maria Knoth, 1969 von Prag nach Wien gekommen und seit Jahrzehnten bei der Firma Stastny angestellt, räumt auf. Sie misst Stoffballen, sortiert sie - Viskose, Leinen, feinste Baumwolle - und nebenher erzählt sie vom Geschäft und von seinem Niedergang. Ein gewitzter, empathischer Nachruf auf eine versunkene Welt.

Der Fährmann und seine Frau
D 2014, 37 Min., digital, Regie: Johanna Huth
Am Ufer der Elde, im spärlich besiedelten südwestlichen Mecklenburg-Vorpommern, lebt ein Fährmann mit seiner Frau, einem Schwein, vielen Katzen und ein paar Hühnern. Seit 70 Jahren bringt er in seinem kleinen Boot Passanten über den Fluß. Das Portrait vom
Zusammenleben eines ungleichen Paares, das wie Pech und Schwefel zusammenhält.

Seans W Kinie Tatry (A Screening at the Tatry Cinema)
PL 2010, 27 Min., OmeU, digital, Regie: Igor Chojna
Dariusz Ambroszczyk betreibt eines der ältesten Kinos im polnischen Lódz - Kino Tatry. Er ist zugleich Chef und der einzige Angestellte. Er verkauft Karten, macht den Einlass und führt vor. Während seinem Lichtspieltheater das Publikum zunehmend wegbleibt, begegnet er den verbliebenen Gästen mit seinem "rauhen Charme".

Bar und Salon ab 18:30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis. Näheres unter: www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 12. November, 20:00 Uhr

He Stands in the Desert Counting the Seconds of His Life

US, 1985, 150 Min., OmU, 16mm

Regie: Jonas Mekas
Darsteller: John Lennon, Yoko Ono, Andy Warhol, Jackie O., Peter Kubelka, Hollis Frampton, Ken Jacobs, P. Adam Sitney, Richard Foreman, Allen Ginsberg, George Maciunas

Eine bestechend schöne Chronik vergangener Zeiten: 125 Szenen, die von 1969 bis 1984 entstanden sind, öffnen uns den Blick Mekas auf die Magie des Alltags, Freunde und Bekannte, und das sich stets wandelnde Leben.

Donnerstag, 14. November, 20:00 Uhr
Donnerstag, 21. November, 20:00 Uhr

Mekas-Special: Wir feiern Jonas Mekas!

60 Min.

Wir laden dazu alle Freund*innen seiner Filme und vom B-Movie herzlich ein. Ein paar Überraschungen à la Mekas wird es natürlich geben, z.B. einen Loop im Kino:
Portrait Jonas Mekas (mit Kunstwerken von Marta Minujín, Irena Haiduk)
D 2017, 3 Min., OmU, digital, Regie: Tobias Sauer
2017 nimmt Jonas Mekas an der documenta 14 teil und erinnert sich an seine Zeit im displaced persons Lager in Kassel, und welche Bedeutung Literatur damals für ihn hatte.

In unserem Foyer zeigt Peter Sempel Im November seine kleine Foto-Ausstellung „Jonas in the Light" - mit Dank an Dokufilmfest Vilnius im Skalvija-Cinema.

Eintritt frei

Samstag, 16. November, 19:00 Uhr

Jonas in the Desert

D, 1994, 104 Min., OmU, digital

Regie: Peter Sempel
Musik: ua. Katrin Achinger
Darsteller: Blixa Bargeld, Allen Ginsberg, Al Pacino, Peter Beard, Kenneth Anger

Sempels skizzenhaftes Porträt schildert Mekas und seine Welt ganz aus der Nähe. Es ist die Beobachtung eines Freundes, ein assoziativ gebauter Film, der sein Sujet eher poetisch beschreibt als analytisch durchdringt, der dem Zufall mehr vertraut als jedem Plan. Ein weiteres Beispiel, des Kinos als Medium persönlicher Visionen. (Eva Hohenberger)

zu Gast ist Peter Sempel

Fotos: Peter Sempel

Samstag, 16. November, 20:00 Uhr

Jonas in the Jungle

D, 2013, 98 Min., OmU, digital

Regie: Peter Sempel
Darsteller: Jonas Mekas, Sebastian Mekas, Martin

Scorcese, Patti Smith, H.U.Obrist und David Carradine

Der dritte Teil des Langzeit-Projekts Sempels über Mekas, eine essayistische Wanderung. Er zeigt ihn mit seinen 90 Jahren immer noch drahtig und fidel, tanzend und singend. Und präsent. "Kandinsky im Petriglas, Raubkatzen auf der Wallstreet, Krokodile in der Kamera ? doch immer einen Kuckuck im Herzen. Das ist Jonas Mekas in the Jungle!" (Falk Ritter)

zu Gast ist Peter Sempel

Fotos: Peter Sempel

Samstag, 16. November, 22:00 Uhr

Diaries, Notes and Sketches: Lost, Lost, Lost

US, 1976, 172 Min., 16mm, OmU

Regie: Jonas Mekas

"New York in den Jahren 1949 bis 1963. Die ersten beiden Filmrollen behandeln mein Leben als junger Dichter und displaced person in Brooklyn. Sie zeigen die Gemeinde der litauischen Einwanderer und ihr Bemühen, sich einer neuen Lage anzupassen. ... Es war eine Zeit der Verzweiflung und angestrengter Bemühungen, in einem neuen Land Wurzeln zu schlagen und neue Erinnerungen zu schaffen." (Jonas Mekas)

Sonntag, 17. November, 19:00 Uhr
Donnerstag, 28. November, 19:00 Uhr reservieren

I Had Nowhere To Go

D, 2016, 97 Min., engl. OV, digital, Voice: Jonas Mekas

Regie: Douglas Gordon

Eine Reise ins Leben von Jonas Mekas, Ausschnitte aus seinen 1991 veröffentlichten Tagebüchern, von der Flucht 1944 aus Litauen über deutsche Arbeitslager bis zur Ankunft in New York 1949. Gelesen und getragen vom Sog des Soundtracks mit Mekas' Stimme bleibt die Leinwand bis auf einige visuelle Sequenzen schwarz. Der Film (nicht nur) für die Ohren öffnet den Raum für die Bilder im Kopf.
Douglas Gordon, 1966 in Glasgow geboren, ist bekannt dafür, die Erwartungen an das bewegte Bild ebenso einer Neudefinition zu unterziehen wie die Beziehungen zwischen Ton, Text, Bild und Porträt. Die Lebensgeschichte von Jonas Mekas aus der Zeit seiner Flucht bis zur Ankunft in New York erlaubt es ihm, über die Darstellbarkeit oder Nichtdarstellbarkeit derartiger Katastrophen zu reflektieren. Er knüpft dabei auch an eine Auseinandersetzung an, die auf Claude Lanzmanns "Shoa" (1985) zurückgeht, der Zeugenaussagen den Archivbildern des Zweiten Weltkriegs vorzog. Bei Gordon wird das mündliche Zeugnis definitiv zum Nichtbild; die wenigen visuellen Sequenzen seiner Arbeit verweigern sich einer Unterscheidung zwischen Information und Ästhetik.

Samstag, 23. November, 18:00 Uhr reservieren

Oh! Die vier Jahreszeiten

US/BRD, 1986/88, 20 Min., ohne Dialog, 16mm

Regie: Ute Aurand, Ulrike Pfeiffer

"1986 sahen Ulrike Pfeiffer und ich auf der Berlinale He stands in the desert counting the seconds of his life von Jonas Mekas und wollten sofort selber einen Film drehen...so entstand einenTag später, im Winter vor dem Reichstag der 1. Teil von Oh! Die vier Jahreszeiten. Wir sehen Oh!, und ich erzähle, was ich durch Mekas entdeckte..." (Ute Aurand)

zu Gast ist Ute Aurand

Samstag, 23. November, 20:00 Uhr reservieren

As I Was Moving Ahead Occasionally I Saw Brief Glimpses of Beauty

US, 2000, 288 Min., OV, 16 mm

Regie: Jonas Mekas

"Home Movies aus den letzten drei Jahrzehnten: "Eine Aufzeichnung subtiler Gefühle, Emotionen, täglicher Freuden, wie sie in den Stimmen, Gesichtern und Alltagsaktivitäten von Menschen festgehalten werden, die ich getroffen habe, mit denen ich gelebt oder die ich beobachtet habe - etwas, das ich seit vielen Jahren aufnehme. ... Der Film folgt einer Tradition, die von modernen Filmdichtern begründet wurden. Ich bin daran interessiert, die flüchtigen Momente der Realität durch eine persönliche Art der Aufnahme und Strukturierung meines Materials zu intensivieren. Es wird viel Wert auf Farbe, Bewegung, Rhythmus und Struktur gelegt ... Ich habe viele Jahre damit verbracht, einen Weg zu entwickeln und zu perfektionieren, die Unmittelbarkeit zu erfassen, ohne sie zu stören, ohne sie zu zerstören. Ich glaube, dass einige der Inhalte, die ich versuche, mit meiner Kamera aufzunehmen und mit anderen zu teilen, nur sehr indirekt durch die Intensität der persönlichen Beteiligung erfasst werden können." (Jonas Mekas)

Sonntag, 24. November, 18:00 Uhr reservieren
Samstag, 30. November, 20:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Elternschule

D, 2019, 117 Min., digital

Regie: Ralf Bücheler & Jörg Adolph

Kinder im chronischen Stress: Sie schreien unaufhörlich, schlafen nicht, kratzen sich blutig oder essen kaum. Sie alle kommen mit ihren erschöpften Eltern in die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen, Abteilung "Pädiatrische Psychosomatik". Mindestens drei Wochen lang bleiben Eltern mit ihren Kindern in der Klinik und durchlaufen ein umfassendes Behandlungsprogramm: Entspannung, Schlaftraining, Esstraining, Verhaltenstraining, Psychotherapie und natürlich Vorbereitung auf das Familienleben zu Hause. Die beobachtende Dokumentation zeigt Ausschnitte dieser Therapie und lässt die Zuschauer den Veränderungsprozess bei Eltern und Kindern miterleben.

Bar und Salon ab 18:30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis. Näheres unter:

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 26. November, 20:00 Uhr reservieren