B-Movie - das Kino auf St. Pauli
ohne Werbung, im Hinterhof, in 2D, mit Stereo-Ton

Unser Programm im Februar 2020

Black Blockbuster

Es gibt sie nicht erst seit "Black Panther". US-amerikanische Filme, die größtenteils von schwarzen Regisseur*innen, Darsteller*innen und einer schwarzen Crew realisiert werden. Und doch ist der Erfolg des 18. Marvel Universe Films ein Wendepunkt, an dem eine breite Öffentlichkeit erstmals schwarze Filmschaffende als Vertreter*innen eines Mainstream-Kinos wahrnimmt und sich mit afroamerikanischen Erfahrungen und Themen auseinandersetzt.
Wir nehmen den jährlichen "Black History Month" als Anlass, eine kleine Auswahl aktuellerer Blockbuster zu zeigen. Ergänzt werden die Filme mit Werken von Wegbereiter*innen des schwarzen US-amerikanischen Kinos, die im internationalen Filmkanon ihren festen Platz beanspruchen.

Samstag,
01.02.
20:00
Film
22:00
Sonntag,
02.02.
17:00
19:30
Mittwoch,
05.02.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
06.02.
20:00
Samstag,
08.02.
19:30
22:00
Sonntag,
09.02.
18:00
20:00
Dienstag,
11.02.
20:00
Mittwoch,
12.02.
21:00
Donnerstag,
13.02.
20:00
Samstag,
15.02.
20:00
22:00
Film
Sonntag,
16.02.
18:00
Film
20:00
Mittwoch,
19.02.
21:00
Hörbar
Donnerstag,
20.02.
20:00
Samstag,
22.02.
20:00
22:00
Sonntag,
23.02.
18:00
20:00
Dienstag,
25.02.
20:00
Mittwoch,
26.02.
21:00
Hörbar
21:00
Donnerstag,
27.02.
20:00
Samstag,
29.02.
20:00
22:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Get Out

US, 2017, 104 Min., OmU, DCP

Regie: Jordan Peel
Darsteller: Daniel Kaluuya, Allison Williams, Bradley Whitford, Caleb Landry Jones, Catherine Keener

Das Regiedebüt von Jordan Peel war der Überraschungserfolg im Jahr 2017. Der afroamerikanische Fotograf Chris und seine weiße Freundin Rose sind seit mittlerweile fünf Monaten ein Paar. Als Rose ihm ihre Eltern vorstellen möchte, stimmt Chris wohl oder übel zu, auch wenn ihn die Sorge umtreibt, wie Roses Eltern auf den schwarzen Freund ihrer Tochter reagieren werden. So wird der Besuch für Chris sprichwörtlich zum Horrortrip, dabei sind die als Komplimente verpackten rassistischen Kommentare nur der Anfang. "Get Out" ist ein satirischer Psychothriller mit klugen Dialogen, unerwarteten Wendungen und eine amüsant-gruselige Metapher auf die US-amerikanische Gesellschaft, die den alltäglichen Rassismus, Demütigungen und Gefahren für Schwarze mehr als deutlich zeigt.

Samstag, 01. Februar, 20:00 Uhr
Sonntag, 16. Februar, 18:00 Uhr
Sonntag, 23. Februar, 18:00 Uhr reservieren

Q-Movie Bar präsentiert: Marvin

FR, 2017, 115 Min., OmU, digital

Regie: Anne Fontaine
Darsteller: Finnegan Oldfield, Grégory Gadeboix, Vincent Macaigne, Isabelle Huppert

Martin Clement, geboren als Marvin Bijou, entkam dem Dorf seiner Kindheit. Der Tyrannei seines Vaters. Der Resignation seiner Mutter. Den Schikanen seiner Geschwister und Mitschüler. Allen, die ihn nicht verstehen wollten, weil er anders war als sie. Aber es gab auch Verbündete. Seine Lehrerin Madame Clément, die ihm die Welt des Theaters zeigte und deren Namen er voll Dankbarkeit annahm. Den Schriftsteller Abel Pinto, der ihn ermutigte, seine Geschichte aufzuschreiben. Und die Schauspielerin Isabelle Huppert, die sein Lebensstück mit ihm auf die Bühne bringen will. Martin ist bereit, für diese Aufführung alles zu riskieren. Sie soll zum endgültigen Zeugnis seiner Neuerfindung werden.

Für ihr authentisches Porträt eines schwulen Jungen, der sich von seiner prekären Herkunft befreit und zu einer eigenen künstlerischen Stimme findet, wechselt Regisseurin Anne Fontaine zwischen Marvins traumatischer Vergangenheit in der ostfranzösischen Provinz und Martins verheißungsvoller Gegenwart in der Pariser Bohème hin und her. Der Film wirkt wie eine dramatische Umsetzung von Didier Eribons "Rückkehr nach Reims". Dafür gab es den "Queer Lion" 2017 auf dem Festival von Venedig.

danach Bar mit leckeren Cocktails

http://www.q-movie-bar.de

Samstag, 01. Februar, 22:00 Uhr

Der Aktuelle - Double-Feature erster Teil: Jeannette - Die Kindheit der Jeanne d'Arc

FR, 2017, 114 Min., OmU, DCP

Regie: Bruno Dumont
Darsteller: Lise Leplat Prudhomme, Jeanne Voisin

Regisseur Bruno Dumont (Twentynine Palms, Camille Claudel, 1915, Kindkind) inszeniert die französische Nationalikone als Musical, basierend auf den Texten "Les Batailles" und "Rouen" von Charles Péguy. Den Soundtrack steuert der französische Metal-Musiker Igorrr bei, die Choreographien schuf Philippe Decouflé, der bereits für Beyoncé und New Order arbeitete.

Frankreich, 1425. Der Hundertjährige Krieg tobt auch im Norden Frankreichs. In dem kleinen Dorf Domremy kümmert sich die junge Jeannette im zarten Alter von acht Jahren um ihre Schafe. Eines Tages erzählt sie ihrer Freundin Hauviette, dass sie es nicht ertragen kann, das durch die Engländer verübte Leid zu sehen. Madame Gervaise, eine Nonne, versucht, mit dem jungen Mädchen zu reden, aber Jeannette besteht darauf, von Gott persönlich beauftragt worden zu sein, Frankreich zu befreien. Sie ist bereit, zu den Waffen zu greifen ...

Sonntag, 02. Februar, 17:00 Uhr
Donnerstag, 06. Februar, 20:00 Uhr

Der Aktuelle - Double-Feature zweiter Teil: Jeanne d'Arc

FR, 2019, 138 Min., OmU, DCP

Regie: Bruno Dumont
Darsteller: Lise Leplat Prudhomme

Regisseur Bruno Dumont (Twentynine Palms, Camille Claudel, 1915, Kindkind) folgt nach "Jeannette ? Die Kindheit der Jeanne d'Arc", seiner Musical-Vitalkur für die heilige Jungfrau von Orléans, für diese Passionsgeschichte dem 1897 erschienenen Drama von Charles Péguy. Den Originaltext singt die französische Chanson-Legende Christophe mit verblüffendem Ergebnis ein.

Frankreich, 1430. Die jugendliche Jeanne d'Arc, zuvor als Retterin Frankreichs mit göttlichen Eingebungen verehrt und zur Anführerin berufen, fällt in Ungnade. Nach militärischen Erfolgen gegen die Engländer unterliegt sie mit der königlichen Armee in der Schlacht von Compiègne. In der Folge fallen Getreue von ihr ab, Intrigen werden gesponnen. Schließlich wird die junge Frau gefangen genommen. Vor einem Kirchengericht wird ihr unerbittlich der Prozess gemacht, und sie wird als Ketzerin zum Tode verurteilt.

Sonntag, 02. Februar, 19:30 Uhr
Samstag, 08. Februar, 19:30 Uhr

Hörbar

Zentraler Treffpunkt für Konsumenten und Produzenten experimenteller Musik. Jeden Mittwoch 21:00 Uhr

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 05. Februar, 21:00 Uhr
Mittwoch, 19. Februar, 21:00 Uhr
Mittwoch, 26. Februar, 21:00 Uhr
Hörbar

Black Panther

US, 2018, 135 Min., OmU, digital

Regie: Ryan Coogler
Darsteller: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong'o, Danai Jekesai Gurira, Angela Bassett

Die grandios mitreißende Comicverfilmung ist der erste US-amerikanische afrofuturistische Superhelden-Blockbuster, einer der kommerziell erfolgreichsten Filme des Jahres 2018, und als erster Marvel Universe Film auch (dreimaliger) Oscar Gewinner. Doch nicht nur wegen seiner visuellen Brillianz und differenzierten Charakterdarstellung ist "Black Panther" ein Meisterwerk. Ryan Coogler gelingt es, den "afroamerikanischen Diskurs zwischen Dialog und zivilem Widerstand, der sich von der Bürgerrechtsbewegung bis "Black Lives Matter" durch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rassismus zieht, differenziert zu verhandeln". (Andreas Busche)

Samstag, 08. Februar, 22:00 Uhr
Sonntag, 16. Februar, 20:00 Uhr
Donnerstag, 20. Februar, 20:00 Uhr reservieren
Sonntag, 23. Februar, 20:00 Uhr reservieren

I Am Not Your Negro

US/FR/BE/CH, 2016, 93 Min., OV, digital

Regie: Raoul Peck
Darsteller: Samuel L. Jackson, in Archivaufnahmen James Baldwin, Martin Luther King, Malcolm X, Medgar Evers

Der von der internationalen Filmkritik hochgelobte Dokumentarfilm über die Geschichte der Afroamerikaner*innen in den USA war an den Kinokassen ein großer Überraschungserfolg.

Die Worte des schwarzen Schriftstellers James Baldwin ertönen über Archivfotos, in Filmausschnitten und Nachrichten-Clips der 1950er und -60er Jahre. Seine theoretischen und konkreten Überlegungen zur Rassentrennung, Diskriminierung, Unterdrückung und zu gewaltsamen rassistischen Übergriffen spannen sich dabei von der Zeit der Bürgerrechtsbewegung bis ins Heute.

In einem hochpolitischen Prozess der Aneignung schreibt Regisseur Raoul Peck damit die US-Geschichte aus einer bis heute unterdrückten Perspektive neu und wurde damit 2017 für den Oscar nominiert und unter anderem mit dem BAFTA Award ausgezeichnet.

Sonntag, 09. Februar, 18:00 Uhr
Donnerstag, 13. Februar, 20:00 Uhr

She's Gotta Have It

US, 1986, 84 Min., OmU, 35 mm

Regie: Spike Lee
Darsteller: Tracy Camilla Johns, John Canada Terrell, Tommy Redmond Hicks, Spike Lee

"I am not a one-man woman" lautet Nolas Credo, unter dem sie sich ihre sexuellen Wünsche erfüllt. Der Film ist damit nicht nur Plädoyer für die weibliche Unabhängigkeit, sondern auch ein feines Sozialportrait Brooklyns der 1980er. Er gilt zudem als einer der prägenden Filme des "New Black Cinema" und des amerikanischen Autorenfilms.

Sonntag, 09. Februar, 20:00 Uhr
Samstag, 22. Februar, 22:00 Uhr reservieren
Samstag, 29. Februar, 20:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Under the Underground

AT, 2019, 54 Min., digital

Regie: Angela Christlieb

Im Keller einer ehemaligen Wiener Fabrik haben die Gebrüder Janka ein technisch-akkustisches Laboratorium eingerichtet — Janka Industries. Gesammelter Elektroschrott findet hier neue, kreative Verwendungsformen. Zugleich ist dieser Ort mit seinem Proberaum und Tonstudio zu einem beliebten Anlaufpunkt der österreichischen Musikszene geworden. "Voodoo Jürgens", "Petra und der Wolf" und "Tankris" haben hier schon aufgenommen. Ein filmisch-musikalischer Rundgang durch diesen wundersamen Ort.

zu Gast ist Angela Christlieb

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis. Näheres unter

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 11. Februar, 20:00 Uhr

Hörbarkonzert: Stark bewölkt: Frank Gratkowski, Sax, Michael Maierhof, Cello und Motoren, Gunnar Lettow, e-Bass und Präparationen, Felipe Araya/Chile, Percussion

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 12. Februar, 21:00 Uhr
Hörbar

The Watermelon Woman

US, 1996, 80 Min., OV, digital

Regie: Cheryl Dunye
Darsteller: Cheryl Dunye, Guinevere Turner, Valarie Walker, Cheryl Clarke

Cheryl ist eine junge, afroamerikanische, lesbische Filmemacherin und verdient ihren Lebensunterhalt in einer Videothek. Nach Feierabend recherchiert sie mit ihrer Freundin Tamara für ihren aktuellen Film die Lebensgeschichte der "Watermelon Woman", einer schwarzen Schauspielerin der 1930er Jahre. Doch nicht nur Cheryls Filmprojekt trifft auf Widerstände und Vorurteile. Auch in ihrem Liebesleben treten verwirrende Komplikationen auf.

"The Watermelon Woman" war der erste abendfüllende US-amerikanische Spielfilm einer schwarzen, lesbischen Frau. Cheryl Dunye ist dabei Regisseurin, Autorin und Hauptdarstellerin in Personalunion. Ihre Low-Budget-Produktion gewann auf internationalen Filmfestivals zahlreiche Preise und zählt heute zu einem der Klassiker des queeren Kinos. Das B-Movie zeigt exklusiv als erstes Hamburger Kino die "20th Anniversary Restauration".

Samstag, 15. Februar, 20:00 Uhr
Samstag, 29. Februar, 22:00 Uhr reservieren

Shaft

US, 1971, 100 Min., DF, 35 mm

Regie: Gordon Parks
Darsteller: Richard Roundtree, Moses Gunn, Charles Cioffi, Gwenn Mitchell, Sherri Brewer

Welcher Film steht für das "Blaxploitation Genre" wie kaum ein anderer? Und wer gab dem Publikum einen der ersten schwarzen Leinwandhelden? Welcher Film steht damit für ein neues afroamerikanisches Selbstbewusstsein im US-Kino? Und welcher Film ist dabei so unterhaltsam und politisch-subversiv zugleich? You're damn right: SHAFT!

Samstag, 15. Februar, 22:00 Uhr
Samstag, 22. Februar, 20:00 Uhr reservieren
Donnerstag, 27. Februar, 20:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Die Götter von Molenbeek

FI/D, 2019, 73 Min., OmU, digital

Regie: Reetta Huhtanen

Das Brüsseler Viertel Molenbeek gilt seit den Pariser Anschlägen als gefährliches Zentrum des Jihadismus. Aber für die drei Sechsjährigen Aatos, Amine und Flo bedeutet es Heimat. Gemeinsam suchen sie spielerisch nach den Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Aatos beneidet Amine um seinen muslimischen Glauben und ist auf der Suche nach seinen eigenen Göttern. Seine Klassenkameradin Flo jedoch ist der festen Überzeugung, dass jeder, der an einen Gott glaubt, eigentlich nur verrückt sein kann. "Die Götter von Molenbeek" ist ein Portrait kindlicher Freundschaft, Neugier und darüber, wie sich Kinder ihre Welt auch in chaotischen Zeiten bewahren.

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt auf freiwilliger Spendenbasis. Näheres unter

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 25. Februar, 20:00 Uhr reservieren

Hörbarkonzert: Sonopol: About Angels and Animals // Heejin Jang (tbc)

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 26. Februar, 21:00 Uhr
Hörbar