B-Movie - das Kino auf St. Pauli
im Hinterhof und ohne Werbung

Unser Programm im Juli 2024

Roger Corman (1926-2024) - Meister des Mikrobudgets

In unserem analogen Monat erinnern wir an den im Mai verstorbenen Filmemacher Roger Corman, der oft unzureichend als "Trashlegende" betitelt wird. Aus den über vierhundert Arbeiten, bei denen der visionäre Independent-Filmer entweder Regie geführt oder die Produktion übernommen hat, zeigen wir sechs Filme. Corman drehte oft mit wenigen Mitteln und einer zeitlich kurzen Zündschnur, um möglichst unabhängig von den großen Hollywoodstudios zu bleiben. Bei ihm gingen (Regie-)Größen wie Martin Scorsese und Francis Ford Coppola in die "Schule", und er verschaffte Jack Nicholson, Beverly Garland und Sylvester Stallone erste Auftritte auf einer Filmrolle. Ob Horror-B-Movie, Coming-of-Age-Drama oder quietsch-bunte Edgar-Allan-Poe-Interpretation - wir haben für euch eine vorzügliche Ehrerbietung für den Explorations-Großmeister zusammengestellt.

Es gibt auch einen spannenden Podcast zu Roger Corman: Alles ist Film - Der Podcast des DFF

Mehr Corman gibt es übrigens im Juli und August im Metropolis Kino.

PS: Im August haben wir Sommerpause und freuen uns, euch im September wiederzusehen!

Donnerstag,
04.07.
21:00
Samstag,
06.07.
22:00
Sonntag,
07.07.
21:00
Dienstag,
09.07.
20:00
Donnerstag,
11.07.
21:00
Samstag,
13.07.
23:59
Film
Sonntag,
14.07.
21:00
Donnerstag,
18.07.
21:00
Samstag,
20.07.
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21.07.
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23.07.
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25.07.
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Samstag,
27.07.
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Sonntag,
28.07.
21:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Little Shop of Horrors

US, 1960, 70 Min., OV, 35mm

Regie: Roger Corman
Darsteller*innen: Jackie Joseph, Jonathan Haze, Mel Welles

Der junge Floristenlehrling Seymour ist in seine Kollegin Audrey verliebt, hat aber kaum eine Chance bei ihr. Das ändert sich, als er von einem Händler die fleischfressende Pflanze Audrey Junior geschenkt bekommt. Bald gerät die Situation für den jungen Mann außer Kontrolle...

Donnerstag, 04. Juli, 21:00 Uhr
Sonntag, 14. Juli, 21:00 Uhr

Q-Movie-Bar: Tom of Finland

FI/SE/DK/DE, 2017, 116 Min., digital

Regie: Dome Karukoski
Darsteller*innen: Pekka Strang, Lauri Tilkanen, Jessica Grabowsky

Dem Finnen Touko Laaksonen bringt seine Heimkehr von der Front des Zweiten Weltkriegs nicht den erhofften Frieden, denn er tauscht den einen Kriegsschauplatz lediglich gegen einen anderen ein: In seiner Heimat kann er seine Homosexualität nicht offen ausleben, sieht sich ständig der Gefahr von Denunziation und strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt. Um seinen Gefühlen wenigstens auf künstlerische Art Ausdruck zu verleihen, beginnt er, homoerotische Bilder zu zeichnen. Unter dem Künstler-Pseudonym "Tom of Finland" gelangen diese Werke schließlich an die Öffentlichkeit, wo sie für schwule Männer weltweit zum Symbol ihrer Revolution werden.

Samstag, 06. Juli, 22:00 Uhr

Wild Angels

US, 1966, 87 Min., DF, 35mm

Regie: Roger Corman
Darsteller*innen: Peter Fonda, Nancy Sinatra, Bruce Dern

Die Bikergang "Angels" um Anführer Blues sucht in einer kalifornischen Kleinstadt ein Motorrad, welches von einer rivalisierenden, mexikanischen Bande gestohlen wurde. Die Polizei verletzt bei der Verfolgung der Gruppe ein Gangmitglied. Wenig später beginnt im Rausch der "Angels" eine gewaltvolle Orgie mit sexuellen Übergriffen und großer Zerstörung.

Das Foto der Beerdigung eines Mitglieds der Hells Angels inspirierte Corman zu "Wild Angels". In der Rolle der Rockerbraut Mike: Nancy Sinatra.

Im Film wird Gewalt gegen Frauen gezeigt.

Sonntag, 07. Juli, 21:00 Uhr
Donnerstag, 25. Juli, 21:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon: Elfriede Jelinek - Die Sprache von der Leine lassen

DE, 2022, digital

Regie: Claudia Müller

Elfriede Jelinek polarisiert: Als Wunderkind, Skandalautorin, Feministin und Enfant terrible wird die österreichische Schriftstellerin zugleich gefeiert und gescholten. Anhand von zuvor unveröffentlichten Film- und Tonausschnitten und neu aufgenommener Off-Texte erzählt dieser Film die Lebensgeschichte der zurückgezogenen Autorin. Mit den Stimmen von Sandra Hüller, Maren Kroymann und weiteren!

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Näheres unter

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 09. Juli, 20:00 Uhr

The Intruder

US, 1962, DF, 35mm

Regie: Roger Corman
Darsteller*innen: William Shatner, Frank Maxwell, Beverly Lunsford

Ein Fremder erscheint in den frühen 1960er Jahren in der fiktiven Kleinstadt Caxton. Er schürt unter den Einwohner:innen eine rassistische Stimmung, um die Schulintegration von Afroamerikaner:innen zu verhindern. Spätestens mit dem Auftreten des Ku-Klux-Klans geraten die Geschehnisse in der Stadt außer Kontrolle.

Corman war schockiert über die Unruhen gegenüber den "Little Rock Nine", den neun ersten afroamerikanischen Schüler:innen, welche 1957 drei Jahre nach der offiziellen Aufhebung der Rassentrennung die Little Rock Central High School in Arkansas besuchten. Er bezieht die Handlung von "The Intruder" auf diese Ereignisse.

Im Film wird Gewalt gegen Schwarze gezeigt und eine rassistische Sprache verwendet.

Donnerstag, 11. Juli, 21:00 Uhr
Sonntag, 21. Juli, 21:00 Uhr reservieren

The Raven

US, 1963, 86 Min., OV, 16mm

Regie: Roger Corman
Darsteller*innen: Vincent Price, Hazel Court, Peter Lorre

Der Zauberer Erasmus Craven trauert zurückgezogen um seine geliebte Frau Lenore. Eines Tages klopft ein sprechender Rabe an sein Fenster, der sich als sein betrunkener Kollege, Zauberer Adolphus Bedlo, entpuppt. Von ihm erfährt er, dass Lenore noch lebt: im Schloss des unheimlichen Hexenmeisters Scarabus. Das Duell der Magier beginnt ...

Der Film stammt aus dem sogenannten Corman-Poe-Zyklus, der Anlehnungen an das Werk von Edgar Allan Poe enthält. Mit dabei: Jack Nicholson als Lorres Sohn.

Samstag, 13. Juli, 23:59 Uhr
Samstag, 27. Juli, 23:59 Uhr reservieren

Suburbia

US, 1983, 94 Min., DF, 35mm, Produzent: Roger Corman

Regie: Penelope Spheeris
Darsteller*innen: Chris Pedersen, Jennifer Clay, Bill Coyne

Evan flieht im Los Angeles der 1980er Jahre vor seiner alkoholkranken Mutter. Er findet Unterschlupf bei den Rejected, einer Gruppe von Punks, die in einem besetzten Haus leben und seine Ersatzfamilie werden. Umrahmt von Konzerten der kalifornischen Punk-Bands D.I., The Vandals und T.S.O.L., kollidieren die Punks mit der Bürgerinitiative Citizens Against Crime.

Nachdem Penelope Spheeris 1981 ihren Dokumentarfilm über die Punkszene in Los Angeles "The Decline of Western Civilization" gedreht hat, führte sie mit "Suburbia" das Thema fort. Der Cast besteht hauptsächlich aus Jugendlichen von der Straße und Musikern, wie Flea von den Red Hot Chili Peppers. Mit Corman fand sie einen passenden Produzenten, der die DIY-Ästhetik ihres Films unterstützte.

Im Film wird der Tod von Kindern gezeigt.

Donnerstag, 18. Juli, 21:00 Uhr reservieren
Sonntag, 28. Juli, 21:00 Uhr reservieren

Special: Soyuz Cinema präsentiert: The Masque of the Red Death

UK, 1964, 86 Min., engl. OV, Super 8

Regie: Roger Corman
Darsteller*innen: Vincent Price, Hazel Court, Jane Asher

Vincent Price spielt den grausamen Prinzen Prospero, der in seinem Palast dekadente Feste feiert, während die Dorfbevölkerung von einer grausamen Krankheit, dem "Roten Tod", heimgesucht wird. Der Film ist ein visuelles Highlight, das von seiner prachtvollen Ausstattung, der halluzinatorischen Atmosphäre und den ekstatischen Massen-Arrangements lebt. Der Kameramann und spätere Regisseur Nicolas Roeg ("Wenn die Gondeln Trauer tragen") hat dies in extravagante und pompöse Filmbilder verwandelt.

Soyuz Cinema zeigt eine Mikrokino-Performance auf Super 8 und in Cinemascope. Inklusive Einführung, Trailershow und Bonusmaterial.

Apropos Extravaganz und Pomp:
Vor der Digitalisierung unseres Alltags bedurfte es eines hohen finanziellen und
praktischen Aufwands, um auch zu Hause Kino spielen zu können. Wir zelebrieren den vollen Wahnsinn, den das analoge Heimkino so bieten kann, und bauen es direkt im Kinosaal auf - alleine schon der Atmosphäre wegen. Neben einer extrem seltenen Filmkopie kommen ebenso seltene Trailer und ein umgebauter Super 8 Projektor zum Einsatz (heller, länger, breiter). Wem das zu sehr nach Modelleisenbahn klingt, sei beruhigt, hier geht es nicht ums technikaffine Rumgenerde, sondern um das kollektive Amüsement mit abstrusen Artefakten einer abseitigen Mediengeschichte. (www.soyuzapollo.org/cinema)

Samstag, 20. Juli, 21:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon: Die Unbeugsamen

DE, 2021, 100 Min., digital

Regie: Torsten Körner

"Die Unbeugsamen" erzählt die Geschichte der Frauen in der Bonner Republik, die sich ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungsprozessen gegen erfolgsbesessene und machttrunkene Männer wie echte Pionierinnen buchstäblich erkämpfen mussten. Unerschrocken, ehrgeizig und mit unendlicher Geduld verfolgten sie ihren Weg und trotzten Vorurteilen und sexueller Diskriminierung. Zahlreiche Politikerinnen, u. a. Rita Süssmuth und Waltraud Schoppe, kommen zu Wort. Ihre Erinnerungen sind zugleich komisch und bitter, absurd und bisweilen erschreckend aktuell.

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Näheres unter

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 23. Juli, 20:00 Uhr reservieren