Nicht im B-Movie. Schule kennen wir alle, ob als Rabauk:in lümmelnd in der letzten Reihe oder mit einem Kaugummi flätzend auf dem Schulhof. Pauker gehen verloren, die erste Liebe wird gefunden und Freundschaften werden zementiert. Zeit, dieses Soziotop mit seiner prägenden Lebensphase näher zu beäugen. Wir sehen Schüler:innen im Karate-Outfit, radioaktiv verstrahlte Schulen, Selbstmord und Radiergummis. Also husch ein paar Lakritze am "Kisi" gekauft und ab in unseren Kinosaal! Er wird kurz vor den Sommerferien zu eurer großen Hofpause.
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Mittwoch, 03.06. |
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Wir sagen Nein zu einer Welt im Krieg! Wir sagen Ja zu einem Planeten in Harmonie! Wir sagen Nein zu endlosen Kriegsfilmen! Wir sagen Ja zu einem Kino des Friedens! Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg wurden so viele grenzüberschreitende Kriege geführt wie heute.
Zugleich bedient sich die US-Regierung an Hollywood-Kriegsfilmen, um daraus Propagandaclips zu montieren, die ihre Taten rechtfertigen sollen. Das Ausmaß der Zerstörung, das die Konflikte anrichten, schrumpft auf die Größe der Bildschirme in unseren Taschen. Wir werden innerlich erschüttert - aber auch zunehmend ganz real in unserer Welt, die im Krieg liegt. Das bewegte Bild steht im Zentrum all dessen.
Wir sagen: Das Bild kann es besser. Wir sagen: Lasst uns mit einem Filmprogramm beginnen und Filme schauen, die dem vorherrschenden Narrativ widersprechen! Wir sagen: Lasst uns neu darüber nachdenken, wie die zweite Welle des Feminismus für den Frieden gewirkt hat. Wir sagen: Lasst uns auf die Frauen von Greenham Common zurückblicken, die dem Militarismus in den 1980er-Jahren die Stirn boten! Wir sagen Ja zum Widerstand und zur Kontinuität! Wir sagen Ja zu einem Kino des Friedens.
Kuratorinnen: Sarah Wood und Selina Robertson
| Mittwoch, 03. Juni, 16:30 Uhr |
L'mina Jerada ist eine Bergbaustadt in Marokko, in der der Kohleabbau, obwohl er offiziell im Jahr 2001 eingestellt wurde, bis heute informell fortgesetzt wird. Der Film stellt die Arbeit in den Gruben nach, wobei ein Bühnenbild zum Einsatz kommt, das in Zusammenarbeit mit den Einwohner:innen der Stadt entstanden ist, die sich selbst in ihren eigenen Rollen darstellen. (Randa Maroufi)
Taxi Moto Da er seinen Film nicht drehen darf, erfindet ein Regisseur ihn an einem anderen Ort neu - mit einem anderen Schauspieler. Während Pacy und Joe sich langsam näherkommen, wird das Kino zu einer intimen Geste der Liebe und des poetischen Widerstands.
Paper Life Der junge taiwanesische Arbeiter Lin verbringt seine Tage damit, aufwendige Papierhäuschen für Begräbnisopfergaben zu basteln. Als sein Chef ein Blind Date für ihn arrangiert, beginnt er, sich seine Zukunft durch die brennenden Papierhäuschen hindurch vorzustellen.
Intersecting Memory Während der Zweiten Intifada im besetzten Palästina prägen Angst, Belagerung und Tod den Alltag in der Stadt Hebron. Momente aus der Vergangenheit, aufgezeichnet auf Video, werden wiederbelebt und verflechten sich mit dem kollektiven Gedächtnis. Was bleibt inmitten all dieser Kontinuitäten der Geschichte und ihren Wiederholungen im Gedächtnis?
| Mittwoch, 03. Juni, 19:00 Uhr |
Zentraler Treffpunkt für experimentelle Musik, www.hoerbar-ev.de
Achtung! Das Konzert am 3.6. im Rahmen vom BLURRED EDGES Festival Birgit Ulher & Nic Collins findet im Westwerk statt!
| Mittwoch, 03. Juni, 20:00 Uhr : Birgit Ulher & Nic Collins (verlegt ins Westwerk!) | reservieren |
| Mittwoch, 10. Juni, 18:00 Uhr : Hermes Hemmnis / Sasha Iliashenko / Junya Fujita | reservieren |
| Mittwoch, 17. Juni, 18:00 Uhr : Tam Thi Pham | reservieren |
| Mittwoch, 17. Juni, 20:00 Uhr : Ensemble Density | reservieren |
| Mittwoch, 24. Juni, 18:00 Uhr : Soon to be Cranes | reservieren |
| Freitag, 26. Juni, 20:00 Uhr : Katt Hernandez & Marina Cyrino / Sandro Nicolussi / Isak Han | reservieren |
Angelehnt an das Thema "Feminismus" des diesjährigen "Labor der Gegenwart 1", zeigen die "Hamburger Positionen" intersektionale Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart des Kampfes um Selbstbestimmung sowie die soziale und ökonomische Gleichstellung der Geschlechter. Unter dem Druck rechter autoritärer Bewegungen werden aktuell nicht nur in Deutschland Freiheitsrechte, Diversität und Dekolonisierung attackiert: Sprachverbote und die Normalisierung von Gewalt untergraben die Prozesse demokratischer Aushandlung zwischen Mehrheiten und Minderheiten. Gerade das städtische Zusammenleben muss kulturelle Unterschiede aushalten, gegenseitige Akzeptanz zeigt sich da, wo die mal mehr, mal weniger offensichtlichen Regeln einer Gesellschaft bis in die privaten Beziehungen hinein immer wieder in Frage gestellt und neu definiert werden können.
Die beiden Programme kombinieren ein vielstimmiges Spektrum dokumentarischer und fiktionaler Kurzfilme mit Filmen aus dem Archiv des NDR.
Programm 1 Feiern Kämpfen... schlägt einen Bogen von der feministischen Sichtweise auf die 68er-Revolte zu Leben und Praxis der Hamburger Künstlerin Preach.
| Mittwoch, 03. Juni, 21:30 Uhr |
All The Light That Remains In einem abgelegenen finnischen Dorf treffen die ukrainischen Saisonarbeiter Oleksandr und Mykyta ein, um Bäume zu pflanzen. Dabei entdecken sie ungeahnte Verbindungen zwischen der Geschichte des Dorfes und heute. Geschichten von Kriegsarbeit, Vertreibung und Überleben.
Rojo Zalia Blau Drei Grundfarben, in den Sprachen der Länder, in denen charakteristische Landschaften gefilmt wurden: Meer, Schneefelder und Wald in Spanien, Litauen, Österreich. Die Dreifarben-Trenntechnik erkundet Schatten auf Baumstämmen und die Halbschattenzonen des Laubs. Optische Täuschungen oder organisches 3D. Einfarbiger Trip. FRONTERIZA Lucca, ein junger trans Mann aus einem Vorort von São Paulo, reist an die Grenze zwischen Brasilien, Paraguay und Argentinien, um den Vater zu suchen, den er nie kennengelernt hat. Dort trifft er auf Diego, einen Paraguayer, der ihn in die Geheimnisse der Grenze einweiht.
Rio Remains Beautiful Karneval in Rio. Alles ist in Bewegung. Ilma schreibt einen Brief an ihren verlorenen Sohn. Die Zeit steht still. In dieser Schwebe von Zeit und Raum verwandelt sich das Fest in einen Raum, in dem Erinnerung und politischer Widerstand Wirklichkeit werden.
| Donnerstag, 04. Juni, 16:30 Uhr |
Am 24. März 1976 begann mit einem Militärputsch die letzte Diktatur in Argentinien. Sie sollte die gewalttätigste werden. Die wirtschaftliche und politische Gewalt, die in den 1960er-, 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren in ganz Lateinamerika aufkam, brachte eine andere Vorstellung von Kino hervor: etwas, das dem Antlitz der Geschichte rasch und kollektiv ins Auge sehen musste, mit einer neuen Form und einer neuen Grammatik. "Una Camara en la Mano y una Idea en la Cabeza" (Eine Kamera in der Hand und eine Idee im Kopf) präsentiert eine Reihe von Filmen, die auf diesen Moment blicken - auf das, was zu ihm führte, und das, was danach kam.
Programm 1 Argentina 1976, behind/ahead richtet den Blick auf argentinische Filme vom späten 20. Jahrhundert bis in die frühen 2000er-Jahre - von den ersten Jahren des Verbots des Peronismus bis zu den Monaten nach den Aufständen im Dezember 2001 -, und auf die vielen Gesichter der Gewalt.
| Donnerstag, 04. Juni, 19:00 Uhr |
Arguments in Favor of Love Gentests, Schmerz, Liebe - existenzielle und ganz reale Fragen, die ein Paar miteinander verhandelt, angesiedelt in einer überfluteten und brennenden digitalen Ödnis einer dystopischen, postapokalyptischen Zukunft. Das Liebespaar: ein Geisterpaar.
Stallion and a Crystal Ball Ein brennendes Verlangen plagt einen Teenager. Zurückgezogen in seinem Zimmer braut er einen Zaubertrank. Halluzinationen verzerren seinen Blick auf die Wirklichkeit - ein Fiebertraum macht seine queeren Sehnsüchte offenbar.
Open House Während draußen der Christopher Street Day in Berlin in vollem Gange ist, lädt Sebastian Gäste in seine Dreizimmerwohnung ein. Ganz nach dem Motto: Alles ist erlaubt, nichts ist Pflicht.
Abortion Party Durch ihren polnischen Austauschstudenten-Freund wurde sie schwanger. Nachdem sie es geschafft hat, das Geld für eine Abtreibung zusammenzukratzen, beschließt die Regisseurin, eine Party zu feiern. Die Gästeliste ist wild - die Bettwanzen sind allgegenwärtig. Ein Ritt!
Ily Paula verlässt die Stadt, und Lucía wird sie vermissen. Aber Paula hat Lucía schon einmal vermisst. Und Paula hat damals eine Lösung gefunden: Sie hat Lucía in einem Parfüm eingeschlossen. Lucías Duft wird durch die Straßen wehen, ihre Gefühle werden ansteckend sein.
| Freitag, 05. Juni, 16:30 Uhr |
We Come, We Go Sarahs Vater wird sterben. Sie versteckt sich hinter ihrer Kamera und versucht, seine Gegenwart für immer festzuhalten. Was als verzweifelter Versuch beginnt, entwickelt sich zu einem zärtlichen Porträt ihrer gemeinsamen Beziehung.
Geometry of Return Der Krieg nimmt kein Ende, und Svitlanas Stadt am Meer bleibt weiterhin besetzt. Svitlana findet einen ganz eigenen Weg, der ihr hilft weiterzumachen.
Forgotten Solidarities Drei Studierende an der Filmhochschule in Lódz im Jahr 1968. Einer kehrt 2025 zurück und sucht in der verschütteten Vergangenheit nach ihrer gemeinsamen Geschichte. Ein filmischer Akt der Totenbeschwörung.
Chelsea Drive Inspiriert von einem Foto aus dem Jahr 1968, das ein junges Paar bei einem Konzert der "Fifth Dimension" zeigt, inszeniert der Film drei Jahrzehnte studentischer Stile, Mode und Tanz der schwarzen Studentenschaft an der University of Virginia - vor dem musikalischen Hintergrund von Motown Soul, Electro-Funk und R&B.
Whispers of a Burning Scent Ein Berufsmusiker ist mit den letzten Proben für den Auftritt am Abend beschäftigt, als die Polizei den Raum betritt und ihn abführt. Im Gerichtssaal muss er sich der Anklage stellen, seine Ehefrau auszunutzen. Beobachtungen eines Mannes, gefangen zwischen Hingabe, Würde und Verlust.
| Freitag, 05. Juni, 19:00 Uhr |
Flim Flam "Focus on the center for one minute!" So geht es los - und von da werden die Muster aus Kreisen, Wirbeln und Spiralen immer wilder, überdecken, verschmelzen, rotieren. Nur das Zebra läuft von A nach B. Unser Blick taumelt weiter.
God is Shy Ariel und Paul vertreiben sich die Zeit auf einer Zugfahrt mit dem Zeichnen von Alpträumen. Als sich ihr Gegenüber einmischt, verschwimmen die Grenzen zwischen Zeichnung, Erzählung und Realität.
Morgenkreis Frei nach dem Reformpädagogen Fröbel begleitet Regisseurin Basma al-Sharif einen Vater und seinen Sohn durch die stillen Rhythmen des frühen Morgens. Nach und nach offenbart der Film die Last der Trennung und Entwurzelung sowie die subtilen Formen der Gewalt, die mit der Assimilation einhergehen.
A Train Leaves the Station Ahmed hat Film studiert und nun, nach dem Studium, Arbeit in Kairo gefunden. Sein engster Freund will ins Ausland. Auch Ahmed findet Gefallen an dem Gedanken - aber kann er seine Mutter allein zurücklassen?
| Freitag, 05. Juni, 21:30 Uhr |
Dieses Programm richtet sich wie ein Brennglas auf Deutschland. Vier Frauen blicken durch die große Linse der Filmkunst - und die Leinwand fängt Feuer. Die Filmemacher:innen greifen zu Kamera, Ton und Montage, um dem Gefühl der Ohnmacht in Deutschland etwas entgegenzusetzen. Ob Alltagsrituale, Architektur, Sprache oder staatliche Prozesse: In allen drei Filmen wiederholen sich diese Motive, werden so zu Bausteinen einer gemeinsamen filmischen Sprache. Cynthia Beatts Kamera fängt die Atmosphäre der Entfremdung im Nachkriegs-West-Berlin der 1980er-Jahre ein. Gerbaulet & Bernien versuchen, die Tatorte der NSU-Morde in den frühen 2000ern filmisch zu (be)greifen. Mit Basma al-Sharifs Film "Morgenkreis" steigen wir hinab in schwindelerregende Tiefen der kalten Architektur Berlins. Ein Filmprogramm für alle, die auf der Suche sind nach einer Stimme in Zeiten von großer Sprachlosigkeit.
Kuratorin: Maxa Zoller
| Samstag, 06. Juni, 19:00 Uhr |
This Desirable Device Angesichts eines restriktiven politischen Klimas fragt sich eine Filmemacherin, welchen Preis sie für ihre Emigration nach Deutschland zahlen musste. Was muss man aufgeben, um im "Gelobten Land" leben zu können?
Invisible Im Zuge der iranischen "Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung, kehrt eine Frau ihrer 20-jährigen Karriere den Rücken. Sie bewältigt den Zusammenbruch ihrer beruflichen Identität, während Ophelia-ähnliche Träume die Last ihres Widerstands widerspiegeln. Trizas Zwei Reisen kreuzen sich: die eines englischen Arztes in Bolivien in den 1930er-Jahren und die der Filmemacherin in London im Jahr 2024. Ihre Reisen führen durch die Amerika-Sammlung im British Museum und eine private Sammlung lateinamerikanischer Kunst in London.
I Do Not See When Shooting Seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist es verboten, bestimmte Orte im Land zu filmen. Zwei Freunde filmen trotzdem sich und damit auch Umgebungen und stellen damit Fragen, wie man noch schauen, sprechen, filmen darf.
The Creature of Darkness Tief im Shawnee National Forest streifen Brielle, Karri und Nunu zwischen den Felsen umher. In einer Höhle, die einst Freiheitssuchenden auf der Underground Railroad Zuflucht bot, erzählt ihr Onkel die Geschichte von einem namenlosen Wesen, das sich nachts regt.
| Samstag, 06. Juni, 21:30 Uhr |
ROSA e.V. Spendenaktion & Screening
2021, 120 Min.
Regie: Arne Büttner, Ole Jacobs
NASIM ist ein Dokumentarfilm über eine 38-jährige Frau aus Afghanistan, die im Februar 2020 als Geflüchtete über den Iran und die Türkei nach Griechenland kam. Moria, das größte Flüchtlingslager der EU wird zwangsweise zu ihrem Zuhause. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, ihren Söhnen und der Familie versucht Nasim das harte Leben im Camp zu überstehen. Mit 13 Jahren in eine Zwangsehe gedrängt, beginnt sie diese nun in Frage zu stellen. In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 zerstört ein Großbrand das gesamte Lager - Nasim und ihre Familie stehen vor dem Nichts. Es folgen Obdachlosigkeit, Polizeigewalt und Demonstration. Doch Nasim kämpft weiter um ihre Zukunft.
Der Eintritt ist gegen Spende. Alle Einnahmen gehen an Rolling Safespace, ein Verein, der humanitäre Hilfe für Frauen auf der Flucht in Griechenland leistet. Mehr Infos zu ROSA e.V. findet ihr hier: https://rolling-safespace.org/
| Sonntag, 07. Juni, 16:00 Uhr | reservieren |
US, 1999, 97 Min., OmeU, digital
Regie: Sofia Coppola
Darsteller*innen: Kirsten Dunst, Kathleen Turner, Josh Hartnett
Fünf Schwestern sind genervt von ihren religiösen Eltern und dem konservativen Vorstadtleben der 70er Jahre. Als sich eine das Leben nimmt, dürfen die anderen das Haus nicht mehr verlassen. Jungs aus ihrer Schule wollen sie befreien.
Coppolas Spielfilmdebüt ist ein melancholischer Kino-Höhepunkt der 90er-Jahre. Mit einem atmospärischen Soundtrack von Air und traumartigen Kamerabildern bewegt der Film sich stilsicher zwischen Humor und Düsternis.
Die Vorlage des Films kommt von dem gleichnamigen Roman von Jeffrey Eugenides, den Coppola vom befreundeten Sonic-Youth-Gitarristen Thurston Moore empfohlen bekam.
Die französische Band Air hat neben dem Soundtrack auch das Album "The Virgin Suicides" veröffentlicht, auf dem Teile von Dialogen des Filmes zu eigenen "Teenage Tragedy Songs" verarbeitet wurden.
| Sonntag, 07. Juni, 19:00 Uhr | reservieren |
| Samstag, 27. Juni, 19:30 Uhr | reservieren |
DE, 2025, 90 Min., OV, digital
Regie: Anna Maria Beeck
1979 verschwindet der mongolische Kamerastudent und spätere mongolische Diplomat Bathorloo Sagdchorlo in der DDR spurlos. Bathorloo, auch Sabat genannt, war bis zu diesem Zeitpunkt ein enger Freund der Familie der Filmemacherin Anna Maria Beeck. Ausgehend von alten Fotos macht diese sich auf die Suche nach dem Mann aus ihrer Kindheit und versucht, sein rätselhaftes Schicksal zu ergründen. Wer ist Sabat wirklich und was ist ihm widerfahren?
Zu Gast ist Anna Maria Beeck.
| Dienstag, 09. Juni, 20:00 Uhr | reservieren |
UK, 1967, 105 Min., OmU, digital
Regie: James Clavell
Darsteller*innen: Sidney Poitier, Judy Geeson, Christian Roberts
Mark Thackeray findet nach der Ausmusterung aus der Royal Air Force keinen Job, sodass sein Plan B greift und er Lehrer im berüchtigten Londoner East End wird. Während Thackeray mit den haltlosen Kids in den Ring steigt, muss er Rassismus im Lehrerzimmer ertragen. Gespickt mit jeder Menge Beatmusik hinterlässt dieser "Rookie"-Film ein lauschiges Gefühl, dass die Welt doch gar nicht so verkehrt ist.
Für die Entertainment Weekly ist "To Sir, With Love" auf Platz 25 der besten High School-Filme. Der Film ist an den zum Teil autobiografischen Roman von E.R. Braithwaite angelehnt und spielte 42 Millionen US-Dollar ein. Die Beat-Sängerin Lulu Kennedy-Cairns ist als Schülerin und "The Mindbenders" als Band auf dem Abschlussball zu sehen. Lulus Titellied war 1967 fünf Wochen lang Nummer 1 der Billboard Hot 100 in den USA, der Soundtrack erhielt eine Grammy-Nominierung.
| Donnerstag, 11. Juni, 20:00 Uhr | reservieren |
| Sonntag, 28. Juni, 19:00 Uhr | reservieren |
Regie: Maren Ade
Darsteller*innen: Eva Löbau, Daniela Holtz, Jan Neumann
Vor "Toni Erdmann" war "Melanie Pröschle": Die schusselige Melanie tritt ihre erste Stelle an einer Karlsruher Realschule an. Ihre Klasse tanzt ihr schnell auf der Nase herum, und von der befreundeten Boutique-Besitzerin Tina wird sie geghostet. Maren Ade schafft eine Spirale zunehmender Verzweiflung, die heiter ist und zugleich unangenehm berührt. Ein intelligenter, realistischer Pauker-Film mit einem Herz für Einsame.
Der Film war für zahlreiche Preise nominiert. Unter anderem für den Deutschen Filmpreis 2005 in der Kategorie "Bester Spielfilm". Eva Löbau wurde beim "Buenos Aires International Festival of Independent Cinema" als "Beste Hauptdarstellerin" ausgezeichnet. Im gleichen dokumentarischen Stil drehte Maren Ade einige Jahre später den international prämierten "Toni Erdmann".
| Samstag, 13. Juni, 20:00 Uhr | reservieren |
| Sonntag, 21. Juni, 19:00 Uhr | reservieren |
FI/SE, 2020, 104 Min., OmU, DCP
Regie: Zaida Bergroth
Darsteller*innen: Alma Pöysti, Krista Kosonen, Joanna Haartti, Kajsa Ernst, Robert Enckell
Tove Jansson (1914-2001) war eine komplexe Künstlerin, Autorin und kreative Pionierin, die ein aufregendes Boheme-Leben zwischen Helsinki, Stockholm und Paris führte, überzeugte Pazifistin war und ganz selbstverständlich mit den Geschlechterrollen ihrer Zeit brach.
Die finnische Regisseurin Zaida Bergroth erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben dieser finnlandschwedischen Künstlerin, die vor allem als Erfinderin der Mumins (Deutsch) bzw. Mumintrollen (Schwedisch) bekanntgeworden ist. Die Tochter eines erfolgreichen Bildhauers arbeitet als Malerin, hat aber nicht den erwünschten Erfolg. Sie folgt schließlich dem Rat von Freund:innen und Interessent:innen, ihre Zeichnungen der Mumins, für sie selbst zunächst eine Spielerei, als große Kunst anzusehen und weitere Geschichten zu zeichnen. Wie sehr auch ihr Vater, der ein Kritiker ihrer Malereien ist, sich für ihre Zeichenkunst begeistert hat, erfährt sie erst nach dessen Tod.
Neben der Kunst ist das Lieben und Begehren das zweite Thema des Films. Tove führt eine offene Beziehung mit dem linken Politiker Atos und ist wild verliebt in die aufregende Theaterregisseurin Vivica Bandler, die sie ebenfalls begehrt und mit der sie auch erfüllenden Sex hat. Sie folgt Vivica jedoch nicht nach Paris, wo diese eine neue Freundin findet. Erst bei Vivicas Rückkehr erfährt Tove, dass sie nicht "treu" ist. Tove sehnt sich sehr nach Vivica und auch Vivica kann nicht von Tove lassen. Schließlich löst Tove sich aber und findet in der Grafikerin Tuulikki Pietilä ihre Liebe fürs Leben.
Der Film zeigt angenehm dicht an der Hauptfigur eine interessante finnische Szenerie, die nur vermeintlich im Gegensatz zur Metropole Paris steht.
| Samstag, 13. Juni, 22:00 Uhr | reservieren |
Regie: Georgia Oakley
Darsteller*innen: Rosy McEwen, Kerrie Hayes, Lucy Halliday
Newcastle 1988: Jean arbeitet als Sportlehrerin und liebt die Punkerin Viv. Eine neue Schülerin taucht auf und droht, ihre Sexualität zu enthüllen. Jean greift zu extremen Mitteln, um ihren Job nicht zu verlieren. Auf 16 Millimeter gedreht, erzählt Oakley ästhetisch packend und nicht zu schwer von einem repressiven England der 1980er Jahre.
"Blue Jean" zeigt die widerständige Kraft einer queeren Gemeinschaft, deren Themen heute nichts an Relevanz verloren haben. Bei seiner Premiere in Venedig erhielt der Film den Publikumspreis der Sektion Giornate degli Autori. Bei den British Independent Film Awards 2022 wurde er in 13 Kategorien nominiert und vier Mal ausgezeichnet - Rosy McEwen bekam den Preis als "Beste Hauptdarstellerin".
| Sonntag, 14. Juni, 19:00 Uhr | reservieren |
| Donnerstag, 18. Juni, 20:00 Uhr | reservieren |
US, 1984, 126 Min., OmeU, digital
Regie: John G. Avildsen
Darsteller*innen: Ralph Macchio, Elisabeth Shue, Pat Morita
Daniel LaRusso zieht mit seiner Mutter nach New Jersey. An seiner neuen Schule lernt er die Cheerleaderin Ali kennen - doch leider auch ihren eifersüchtigen Ex Johnny. Johnny liest Daniel gehörig die Leviten und vertrimmt ihn mit seiner "Cobra-Kai"-Gang. Ein Glück, dass Daniel in seiner Freizeit bei dem Hausmeister und Karate-Lehrer Mr. Miyagi die Schulbank drückt.
Die Serie "Cobra Kai" (2018-2025) spinnt die philosophische Frage weiter, ob nicht Johnny Lawrence der eigentliche "Karate Kid" ist. "The Karate Kid" bekam drei Fortsetzungen, einen Reboot mit Jackie Chan und mit "Karate Kid: Legends" 2025 eine Zusammenführung der beiden Universen. Pat Morita wurde 1985 für den Oscar als "Bester Nebendarsteller" und für den Golden Globe nominiert. 2025 wurde "The Karate Kid" in das National Film Registry aufgenommen.
| Samstag, 20. Juni, 19:30 Uhr | reservieren |
| Samstag, 27. Juni, 21:30 Uhr | reservieren |
DE, 2008, 105 Min., OV, DCP oder 35mm
Regie: Hannes Stöhr
Kamera: Andreas Doub
Musik: Paul Kalkbrenner
Darsteller*innen: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch, RP Kahl
Der Aktuelle - diesmal ein Klassiker:
Anlässlich des Paul-Kalkbrenner-Konzerts am 27. Juni nehmen wir einen B-Movie-Klassiker wieder ins Programm: "Berlin Calling" ist der Film, den das B-Movie in seiner fast 40-jährigen Geschichte am häufigsten gezeigt hat.
DJ Ickarus macht Techno, lebt Techno und schmeißt alle möglichen Substanzen. Er hetzt von einem Gig zum nächsten und schraubt zwischen Berlin, Paris und irgendeiner Insel an seinem neuen Album. Er fliegt hoch und schnell. Schon bald landet er in einer Nervenklinik. Der Szeneriewechsel gibt ihm die nötige, andere Sicht auf die Welt und sich selbst.
| Samstag, 20. Juni, 22:00 Uhr | reservieren |
| Donnerstag, 25. Juni, 20:00 Uhr | reservieren |
CZ/SK/AT, 2024, 90 Min., OmdU, digital
Regie: Klára Tasovská
In welcher Welt lebe ich? Wer bin ich? Wie möchte ich leben? Das sind zentrale Fragen im Werk der Photographin Libuse Jarcovjáková. Ihre intimen Einblicke ins sozialistische Arbeitsleben, verstaubte Eckkneipen, queere Clubs und Communitys am Rande der Gesellschaft brachten ihr den Spitznamen "die Nan Goldin des Ostens" ein. Aus zehntausenden Negativen und dutzenden Tagebüchern hat die tschechische Regisseurin Klára Tasovská nun einen poetischen Filmessay montiert, der ihren Lebensweg und ihr Schaffen von der sozialistischen SSR nach Ost-Berlin, Tokio und zurück ins heutige Prag begleitet.
| Dienstag, 23. Juni, 20:00 Uhr | reservieren |
US, 1986, 85 Min., OmeU, digital
Regie: Lloyd Kaufman
Darsteller*innen: Richard W. Haines, mit Janelle Brady, Robert Prichard, Gil Brenton
In der Tromaville High School hat verseuchtes Wasser aus dem nahen Atomkraftwerk die lokale Schulgang in gewalttätige Psychopathen verwandelt. Mit dem Verticken verstrahlter Marihuanapflanzen auf dem Pausenhof nimmt der radioaktive Wahnsinn seinen Lauf.
Der Film kommt aus der wundervollen "Troma-Entertainment"-Schule, deren berühmtester Sprössling "The Toxic Avenger" mit dem Wischmop schon durch zahlreiche Videotheken feudelte. Ein derber Horror-Trash-Klassiker.
Mit hohen Ambitionen und wenig Budget wurde ein Troma-Highlight geschaffen, dessen Masken, Miniaturen und Effekte viel Freude bereiten und nicht billig wirken. Es folgten mit Titeln wie "Subhumanoid Meltdown" und "The Good, the Bad and the Subhumanoid" vier Sequels.
| Samstag, 27. Juni, 23:59 Uhr | reservieren |