B-Movie - das Kino auf St. Pauli
ohne Werbung, im Hinterhof, in 2D, mit Stereo-Ton

Unser Programm im September 2021

Bitte beachtet die Einlassbedingungen!

Programmbild September 2021: Mesmerizing Neon Lights

Mesmerizing Neon Lights

Kalt, grell und gewaltsam, doch gleichzeitig auch hypnotisch und fesselnd: Seit Jahrzehnten sind Neonlichter ein oft verwendetes Element in den Künsten - auch im Film. Erst im Laufe dieses Jahrhunderts entwickelte sich das Neonlicht jedoch mehr und mehr zu einem Stilmittel, das von Filmschaffenden in den Vordergrund gerückt wurde, wodurch eine neue Ästhetik entstand. Das Neonlicht kann also durchaus als Hauptakteur gesehen werden.
Das B-Movie lädt zu einem einzigartigen, visuellen Erlebnis ein - zum Eintritt in eine funkelnde Welt.

W* - Warnhinweis:
Einige Filme im Hauptprogramm sowie der aktuelle Film und einige Filme im Special: Citylights können durch Flackerbilder und schnelle, extreme (Licht-)Kontraste in den seltenen Fällen einer (photosensitiven) Epilepsie Anfälle auslösen oder begünstigen. Sie sind mit einem W gekennzeichnet.

18. dokumentarfilmwoche hamburg
(15. - 19.09.2021) im B-Movie vom 17. - 19.09.2021

Vom experimentellen Film bis zur preisgekrönten Produktion:
Vom 15. bis 19. September 2021 zeigt die 18. dokumentarfilmwoche hamburg eine große Bandbreite an sorgfältig kuratierten, anspruchsvollen Filmen und wird wieder zum Treffpunkt für Dokumentarfilm-Interessierte und Filmemacher*innen.

Donnerstag,
02.09.
20:00
Samstag,
04.09.
20:00
22:00
Sonntag,
05.09.
17:30
Film, W*
20:00
Donnerstag,
09.09.
20:00
Film
Samstag,
11.09.
19:00
22:00
Sonntag,
12.09.
18:00
20:00
Film
Dienstag,
14.09.
20:00
Donnerstag,
16.09.
20:00
Freitag,
17.09.
13:00
Samstag,
18.09.
16:00
20:00
Film
22:00
Film, W*
Sonntag,
19.09.
13:00
15:00
17:30
Film
19:30
Film, W*
Donnerstag,
23.09.
20:00
Film
Samstag,
25.09.
20:00
Film
22:00
Film, W*
Sonntag,
26.09.
17:30
20:00
Dienstag,
28.09.
20:00
Donnerstag,
30.09.
20:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Der Aktuelle: Lux Æterna

FR, 2019, 51 Min., OmU, digital, W*

Regie: Gaspar Noé
Darsteller*innen: Béatrice Dalle, Charlotte Gainsbourg, Abbey Lee

Béatrice Dalle und Charlotte Gainsbourg spielen sich selbst in Gaspar Noés Abrechnung mit dem Kino. In diesem spannendem Metaspiel wollen zwei Frauen einen Film drehen und geraten in den Kampf der Bilder und Blicke. Eine harte Kritik gegen das Patriarchat und Repressionen. Ein Feuer aus Neonlichtern.

Donnerstag, 02. September, 20:00 Uhr
Samstag, 04. September, 20:00 Uhr
Sonntag, 05. September, 20:00 Uhr

Q-Movie Bar präsentiert: Our Dance of Revolution

CA, 2019, 102 Min., OmU, digital

Regie: Phillip Pike

"Wir sind Menschen der Revolution. Wir sind hier, weil andere rebelliert haben. Weil andere beständig Widerstand geleistet haben!" Phillip Pikes Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Torontos Schwarzer queer und trans*-Community. Vielfältige, generationsübergreifende Berichte widmen sich den Kämpfen der letzten 35 Jahre um Sichtbarkeit und gegen Polizeigewalt im Aufbau einer kraftvollen Schwarz-queeren Community, die heute in Torontos Kapitel der "Black Lives Matter"-Bewegung mündet. Der Film zeigt den Mut, die Hartnäckigkeit, die Hingabe und Kreativität, mit der politische Gruppen aufgebaut, Gemeinschaften mit sichereren und lebensbejahenden Räumen geschaffen und Diskurse beeinflusst wurden, wobei es immer wieder Platz zum Tanzen in dieser queeren Schwarzen Revolution gab und gibt.

Samstag, 04. September, 22:00 Uhr

The Neon Demon

US/BE/DK/FR, 2016, 117 Min., OmU, digital, W*

Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller*innen: Elle Fanning, Christina Hendricks, Keanu Reeves

Unter dem ständigen Scheinwerferlicht beginnt für ein junges Model eine albtraumhafte Reise in die Abgründe der Glanzwelt von Los Angeles. Refns Kritik an der Oberflächlichkeit dieser Scheinwelt äußert sich in einer visuell gewalttätigen Symbolik, die hauptsächlich durch die Kraft der Lichter erfassbar wird.

Sonntag, 05. September, 17:30 Uhr
Samstag, 18. September, 22:00 Uhr
Donnerstag, 30. September, 20:00 Uhr reservieren

Suspiria

IT, 1977, 88 Min., OmU, digital, Filmverleih: '84 Entertainment

Regie: Dario Argento
Darsteller*innen: Jessica Harper, Stefania Casini, Flavio Bucci

Suzy, eine Tänzerin aus den USA, zieht nach Freiburg, um dort an der Tanzakademie zu studieren. Der erste echte Horrorfilm von Dario Argento ist ein Meisterwerk. Durch eine ungewöhnliche Verwendung von Lichtern und traumähnlichen Farben, revolutionierte "Suspiria" die Horrorästhetik.

Donnerstag, 09. September, 20:00 Uhr
Sonntag, 19. September, 17:30 Uhr
Samstag, 25. September, 20:00 Uhr

Special: #LIGHTHOUSE Kurzfilm Festival Hamburg präsentiert: Citylights

74 Min.

Die Lichter der (Groß-)Stadt sind der thematische Horizont dieses experimentellen Flickr- und Avantgarde-Kurzfilmprogramms, das Teil des neuen #LIGHTHOUSE Programms des Kurzfilm Festivals Hamburg ist. In der Off-Season Sektion werden kuratierte Programme aus Dokumentar- und Spielfilmen, experimentelle Arbeiten, Animationsfilmen und hybriden Formaten präsentiert.
Wir lassen uns im Geflimmer der Lichter treiben und reisen durch Raum und Zeit: von Hamburg nach Hong Kong, Las Vegas, Montréal, Paris, Berlin und Teheran. Wir schauen auf das lebhafte Treiben auf Straßen, Plätzen, Bars und Clubs während Melodien und Beats unsere Herzen höher schlagen lassen.
Weiche Lichter wandern spielerisch durch die dunkle Nacht, Silhouetten bewegen sich im Gegenlicht, nicht zu erkennende Lichtkegel vermischen sich zu einem Crescendo des Nachtlebens während prunkvoll blinkende Neonreklamen den Konsumrausch und Rauschkonsum propagieren. Die Citylights weisen uns den Weg.

Ektadome
D 2020, 4 Min., Regie: Laura Trager
W*
An diesem magischen Ort treffen Schatten und Licht in einer fast mystischen Stimmung aufeinander. Die Grusel, Adrenalin und Vergnügen versprechenden Leuchtreklamen des Hamburger Doms sind für immer auf das farbenprächtige 16mm Ektachrome Filmmaterial gebannt.

Nocturne
CA 1996, 6 Min., Regie: Michael Crochetière
Ein Zug fährt vorbei. Ein Junge, der Funken in seinen Händen hält, führt uns in die Nacht. Ein dunkles, geisterhaftes Portrait über Montréal im nächtlichen Nebel.

Notes On Light (Notes sur les lumières)
FR 1995, 11 Min., Regie: Stéphane Elmadjian, Isabelle Chesneau
Die Nacht bricht herein, Paris ist in einen Mantel aus Lichtern gehüllt. Die Aktivitäten der Bewohner*innen ändern sich im Laufe der Nacht: Essen, Schlafen, Trinken, Ausgehen ... Mit der Kamera in der Hand geben uns die Filmschaffenden einen stimmungsvollen Einblick in das Nachtleben.

Signal 8
HK/UK 2019, 15 Min., Regie: Simon Liu
Die Ruhe vor dem Sturm: Die bürgerliche Fassade Hong Kongs bröckelt im Spiegel nostalgischer Erinnerungen. In trügerisch ruhigen 16mm Aufnahmen des alltäglichen Lebens schwingt eine unterschwellige Dissonanz mit. Die Lichter scheinen uns etwas sagen zu wollen, doch können wir die Zeichen der Zeit (noch) nicht lesen.

In Our Mind's Eye
NL/UK 2021, 4 Min., Regie: Steven McInterney, Ben Kreukniet
W*
Eine kollaborative audiovisuelle Erkundung des Zusammenspiels von Licht und Ton. Basierend auf der Annahme, dass ein großer Teil unserer Wahrnehmung davon bestimmt wird, was wir vor unserem inneren Auge sehen.

Friedrichsfelde Ost
HR/RS 2014, 4 Min., Regie: Milica Jovcic, Nenad Cosic
Menschen die sich im Transit verlieren. Eine U-Bahn-Station als Ort der ständigen Bewegung und Wiederholung. Das Spiel mit Licht und Klang, von abstrakten zu konkreten Formen.

China Not China
HK/TW 2018, 15 Min., Regie: Richard Tuohy, Dianna Barrie
Die mehrfach belichteten Straßenszenen aus Hong Kong und Taiwan illustrieren die komplexe Lage dieser beiden Staaten, die irgendwo zwischen China und nicht-China zu verorten sind. Dianna Barrie und Richard Tuohy übersetzen die Abgrenzungsversuche und divergierenden Darstellungen und Weltanschauungen in vielschichtige Bilder von Verkehrskreuzungen, die hypnotisch ineinander fließen.

Tehran
IR 2015, 3 Min., Regie: Masoud Moein Eslam
W*
Die Neonlichter der nächtlichen Großstadt Teheran sind die Quelle dieses experimentellen Leuchtfeuers ...

Desert Bloom
AT 2016, 12 Min., Regie: Peter Kutin, Florian Kindlinger
Neben dem Glücksspiel brachte Las Vegas vor allem Strom und Licht in die Dunkelheit der Wüste Nevadas. "Desert Bloom" erzeugt Bilder aus Wechselstrom, welche die elektromagnetischen Felder des Neonlicht-Regens und der LED-Gewitter hörbar machen. Elektrosmog klirrt in unseren Ohren während das Licht aus den Bildern heraus zu fließen scheint.

zu Gast sind die Regisseurinnen Milica Jovcic und Laura Trager

Samstag, 11. September, 19:00 Uhr

Spring Breakers

US/FR, 2012, 94 Min., OmU, digital

Regie: Harmony Korine
Darsteller*innen: Vanessa Hudgens, Selena Gomez, Ashley Benson, Rachel Korine, James Franco

Mit "Spring Breakers" provoziert der Regisseur Harmony Korine aufs Neue. Dieses Mal bietet er eine ungewöhnliche, nihilistische Abbildung des amerikanischen "Coming of age" an. Vier Mädchen wollen um jeden Preis am Spring Break teilnehmen. Eine permanente Suche nach Exzess: Nackte Körper, Drogen, Gangster und Dubstep.

Samstag, 11. September, 22:00 Uhr
Donnerstag, 16. September, 20:00 Uhr
Sonntag, 26. September, 17:30 Uhr reservieren

Only God Forgives

DK/FR/US/SE/BE, 2013, 90 Min., OmU, digital

Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller*innen: Ryan Gosling, Kristin Scott Thomas, Vithaya Pansringarm

In diesem Film geht es nur vordergründig um Rache. Er ist eher ein labyrinthischer (Alb)Traum, das Untergehen in die dunkle Psyche einer verletzen Person. Refns Ästhetik und seine Bildsprache sind hier auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung. Der Weg nach unten ist mit Neon beleuchtet.

Sonntag, 12. September, 18:00 Uhr
Sonntag, 26. September, 20:00 Uhr reservieren

Amer

FR/BE, 2009, 90 Min., OmU, digital

Regie: Hélène Cattet
Darsteller*innen: Bruno Forzani, mit Cassandra Forêt, Charlotte Eugène Guibeaud, Marie Bos

Erzählt werden drei Geschichten aus dem Leben von Ana in verschiedenen Entwicklungsstufen: Kindheit, Adoleszenz und Erwachsenenalter. Inspiriert von italienischen Thriller- und Horror-Meistern der 70er Jahre - vor allem Argento und Bava - ist "Amer" eine außergewöhnliche, sehr beeindruckende Sinneserfahrung.

Sonntag, 12. September, 20:00 Uhr
Samstag, 18. September, 20:00 Uhr
Donnerstag, 23. September, 20:00 Uhr

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien

D, 2020, 124 Min., digital

Regie: Bettina Böhler

Es kann nicht oft genug gesagt werden: Christoph Schlingensief fehlt! Letztes Jahr wäre er 60 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmete die Filmeditorin Bettina Böhler ihm ein gewaltiges filmisches Andenken. Einerseits Werkschau: Von den ersten cineastischen Gehversuchen, über turbulente Inszenierungen auf Theater- und Opernbühnen bis zum internationalen Kunstparkett. Andererseits: Portrait eines Familienmenschen und Apothekersohns. Portrait eines Künstlers, der unermüdlich aus seiner Hassliebe zu Deutschland schöpfte und die Menschen, wie sein Vater, mit einer Mikrodosis "Gift" heilen wollte.

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 14. September, 20:00 Uhr
Dienstag, 28. September, 20:00 Uhr reservieren

18. dokumentarfilmwoche: The Works and Days (of Tayoko Shiojiri in the Shiotani Basin)

US/SE/JN/UK, 2020, 480 Min., OmeU

Regie: C. W. Winter, Anders Edström

Wir zeigen den Film mit zwei Pausen von 15 und 45 Minuten. Vor Beginn der Vorstellung bieten wir in Zusammenarbeit mit den Restaurants Ume an, japanisches Essen für die große Pause vorzubestellen.

Ein Porträt über fünf Jahreszeiten, einer Familie, eines Terrains, eines Klangraums und der Dauer selbst. Ein Film, der sich die Zeit nimmt, Zeit zu verbringen und den Menschen zuzuhören. Ein Landschaftsgedicht in fünf Büchern.
Der achtstündige Film wurde über einen Zeitraum von vierzehn Monaten in einem Dorf mit 47 Einwohnern in den Bergen der Präfektur Kyoto, Japan, in insgesamt siebenundzwanzig Wochen gedreht. Es ist eine geografische Beschreibung der Arbeit und Nichtarbeit eines Landwirts. "Best Film Encounters" der 70. Berlinale.

Freitag, 17. September, 13:00 Uhr

18. dokumentarfilmwoche: Doppelprogramm

58 Min.

Wenn ihr uns das erst später erklären wollt, dann wissen wir das schon
D/BE 2020, 23 Min., OmeU, Regie: Leo Rottmann
"Wie fängt die ganze Geschichte nochmals an?" - wird als Frage in den Raum gestellt, nachdem bereits unzählige Male zu einer möglichen Erzählung angesetzt wurde. Im Wechsel zu sehen sind Variationen von Gruppenkonstellationen, wie durch eine Pendelbewegung angetrieben: junge Mädchen, junge Frauen, junge Mädchen, junge Frauen ... Bestenfalls als Randfiguren tauchen auf: Jungs und Männer. Über die Bezeichnungen ließe sich hier streiten, ebenso über die genauen Grenzverläufe zwischen dem Vorgefundenen und dem Erfundenen, dem Dokumentarischen und dem Inszenierten. Denn so sehr dieser Film auch direkt aus dem Leben gegriffen wurde, so wird doch deutlich, dass er der Wirklichkeit gedanklich um eine Utopie voraus ist: Nichts Geringeres als das Patriarchat scheint hier überwunden, ebenso wie die Kamera emanzipiert von hierarchisch organisierter Filmproduktion. "I feel like shit" ist auf dem T-Shirt einer Protagonistin zu lesen und erinnert daran, dass der Film einer Gegenwart entspringt, in der es gilt, die von ihm eröffneten Möglichkeiten noch zu verwirklichen.

Anders
D/DK, 35 Min., OmeU, Regie: Nanna Wibholm
Der Versuch, vergangene Spuren und gegenwärtige Stimmen psychischer Krankheit einzufangen, beschäftigen den Protagonisten Anders und die Filmemacherin Nanna. In der Atmosphäre einer entstehenden, aber noch unbekannten Verbindung begibt sich der Film auf eine Reise in die Welt des unerwartet letzten Lebensjahres von Anders.

zu Gast sind die Filmemacherinnen Leo Rottmann und Nanna Wibholm

Samstag, 18. September, 16:00 Uhr

18. dokumentarfilmwoche: Geboren in Ravensbrück

D, 2021, 45 Min., OmeU

Regie: Jule von Hertell

Etwa 900 Kinder wurden zwischen 1939 und 1945 im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück geboren, nur 2-3 % von ihnen überlebten. Eines dieser Kinder ist Ingelore Prochnow. Von ihrer Mutter nach der Befreiung in einem Flüchtlingslager zurückgelassen, wuchs sie bei Pflegeeltern auf, lange ohne um ihre wirkliche Herkunft wissend. Der in ihrem Pass eingetragene Geburtsort "Ravensbrück" veranlasste sie schließlich, nach ihrer Vergangenheit und ihrer leiblichen Mutter zu forschen. Die Rekonstruktion von Geschehnissen und eine Erinnerung zu bewahren, ohne eine eigene zu haben, sind auch der Versuch des Films. Wie lässt sich bildlich darstellen, was so lückenhaft und manchmal nur als Gefühl beschreibbar ist? Und wie können heutige Gedenkorte und zur Verfügung stehendes Material dafür genutzt werden? Nur noch 40 Überlebende des KZ's Ravensbrück können uns von diesem Ort und ihren Erlebnissen während der Nazi-Herrschaft leibhaftig erzählen. In dieser Verantwortung sieht sich Ingelore Prochnow, und das ist es, was diesen Film wichtig macht.

zu Gast ist die Regisseurin Jule von Hertell

Sonntag, 19. September, 13:00 Uhr

Doppelscreening: Wohnhaft Erdgeschoss & Erwin

AT/D, 2020, 64 Min., OmeU

Regie: Jan Soldat

"Das Leben ist sinnlos", sagt Heiko. Nackt fläzt sich der 51-Jährige, flankiert von Kippen und Colaflaschen, Camcorder und Fliegenfänger, im Bürosessel seiner rappelvollen Berliner Zimmerzelle. Und erzählt. Über den verhassten Vater, die verbitterte Mutter, die geliebten, verstorbenen Großeltern. Über enttäuschte Beziehungen und latente Aggressionen. Über seine Zeit in Sachsen-Anhalt und die Wende, die Heikos Arbeitslosigkeit gesichert hat: Der Blechumformer "auf Papier" kann sich heute kein Zugticket leisten. Er schwört sich, für immer alleine zu bleiben. Dafür kann er zuhause machen, was er will. Zum Beispiel pissen. Auf den Boden, ins Bett, auf sich selbst - ganz wie es ihm (und nicht nur ihm) gefällt.
Der produktive Menschenbildermacher Jan Soldat stellt Heiko weder aus noch bloß noch auf ein filmisches Podest. Er hört einfach zu, lässt ihn in seiner Alltagsumgebung agieren, fragt hin und wieder etwas aus dem Off. Gemeinsam fahren die beiden zur Mutter nach Hettstedt ("Drecknest!"), wo Heiko alte Kinoruinen besucht. Und vor dem Haus seiner Großeltern, einem Gedächtnisort seltenen Glücks, in bittere Tränen ausbricht: "Die haben hier alles zerstört!"

zu Gast ist der Regisseur Jan Soldat

Sonntag, 19. September, 15:00 Uhr

Enter The Void

FR/D/IT/CA/JP, 2009, 161 Min., OmU, digital, W*

Regie: Gaspar Noé
Darsteller*innen: Nathaniel Brown, Paz de la Huerta, Cyril Roy

Ein Film im Drogenrausch: die Geschwister Linda und Oscar stürzen sich ins halluzinigene Zwischenreich der Sinneserfahrungen. Oscar erlebt dabei einen "Bad Trip" im nächtlichen Neon-Tokio, der sich durch eine Kamera mit hyper-realistischer Ego-Perspektive hautnah miterleben lässt.

Sonntag, 19. September, 19:30 Uhr
Samstag, 25. September, 22:00 Uhr