B-Movie - das Kino auf St. Pauli
ohne Werbung, im Hinterhof, in 2D, mit Stereo-Ton

Unser Programm im Juni 2022

Ulrike Ottinger — Das große Film- und Welttheater — Eine Werkschau Teil 2

Ulrike Ottinger setzte sich als erste deutsche Filmemacherin ab den 70er Jahren im von Männern dominierten Kino international durch. Sie löste sich vom Erzählkino und schuf experimentelle Filme, die der Avantgarde in Literatur und Malerei verbunden waren. Dazu gehören phantasiereiche Dramaturgien, die ihr komplexe, oft satirische, Assoziationen und Metamorphosen ermöglichen. Reisen durch Zeiten, Räume und Ethnien, durch Spiel und Dokumentarisches hindurch. Ihr Leitmotiv ist die Collage, ein riesiges Mosaik. Sie hat sie in ihrer Pariser Zeit als Bilder gestaltet, im Film perfektioniert, angefangen mit ihrem Debüt Laokoon & Söhne bis zu ihrem (vorerst) letzten Film Paris Calligrammes. So erweiterte sich das Prinzip der Collage von einem Film ausgehend zum Gesamtkunstwerk ihrer Filme, die wir im Mai und Juni zu ihrem 80. Geburtstag präsentieren.

"Seit 1973 ist "Ulrike Ottinger eine extravagante Ein-Frau-Revolte gegen den filmischen Status quo. Ottinger, eine der konsequentesten Filmemacher*innen im Neuen Deutschen Kino der 1970er Jahre, produzierte hyperstilisierte, subversive Epen, die zu den abenteuerlichsten und süchtig machendsten Filmen der letzten 50 Jahre gehören. Ottinger wechselte zwischen Dokumentarfilm und Fiktion und schöpfte dabei stark aus mythologischen, religiösen und modernen Texten. Sie hat ein zum Lachen komisches, geschlechter-expansives, hochintelligentes Werk geschaffen, das ihr neben Agnès Varda, Lina Wertmüller, Jane Campion und Chantal Akerman einen Platz in der Filmgeschichte sichert." (Retrospektive, Metrograph, New York, März 2020)

Die Reihe wird gefördert von der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

38. Kurzfilm Festival Hamburg 2022 vom 31.05.-06.06. - im B-Movie vom 02.06. bis 04.06.

Das Kurzfilm Festival Hamburg feiert seit 38 Jahren den unabhängigen Kurzfilm als eigenständige Kunstform und bringt Filmschaffende aus allen Teilen der Welt mit einem interessierten Publikum zusammen. Unter dem Motto "Echoes from the Near Future" lädt das Festival 2022 zahlreiche Perspektiven nach Hamburg ein und lässt sie in filmischen Räumen widerhallen - neben drei Wettbewerben und diversen kuratierten Filmprogrammen auch in Ausstellungen, Open Airs, Diskussionen und Partys.

Infos zu den Filmen unter: https://festival.shortfilm.com/de

Wettbewerbe
Aus einer Vielzahl von Produktionen haben wir Filme ausgesucht, die der Gegenwart den Spiegel vorhalten. Dokumentarisch, fiktional, hybrid, Animationen und Essays.
Gesellschaftliche Fragen von Teilhabe und postkolonialem Leben neben einer Versuchsanordnung, die minutiös die Gewalt nachstellt, die Gefangene in Belarus erfahren haben. Klimawandel und Punkmusik. Wenn das Insta-Paar kein Paar mehr ist, aber der Bruder immer mit der Kamera daneben, dann wird getanzt. Queeres Leben im Feuerwerk der Emotionen und über uns der Himmel in Regenbogenfarben. Ihre Stimme erheben in poetischen Abschiedsworten auch die Bewohner eines Landstrichs, der im Verschwinden begriffen ist. Und nicht nur für menschliche Wesen gilt: Gemeinschaft macht stärker als vermeintlich essentielle Übungen in Selfcare.
Die Wettbewerbe vermitteln eindringlich von der Lust mitzugestalten, mitzureden, mitmachen zu wollen. Einblick zu schenken in Lebensrealitäten, die gepaart mit der Wahl der Form eines deutlich machen: die große wunderbare Reise Film macht Lust auf mehr. Wir laden euch ein, mit uns auf diese Reise zu gehen.

Donnerstag,
02.06.
17:30
19:45
21:30
Freitag,
03.06.
17:30
19:45
21:45
Samstag,
04.06.
17:30
19:45
22:00
Sonntag,
05.06.
18:00
Montag,
06.06.
17:00
19:30
Mittwoch,
08.06.
21:00
Donnerstag,
09.06.
20:00
Freitag,
10.06.
21:00
Samstag,
11.06.
20:00
22:00
Sonntag,
12.06.
17:30
20:00
Dienstag,
14.06.
20:00
Mittwoch,
15.06.
21:00
Donnerstag,
16.06.
20:00
Samstag,
18.06.
16:00
19:00
21:00
Sonntag,
19.06.
17:00
21:00
Donnerstag,
23.06.
20:00
Freitag,
24.06.
19:00
21:30
Samstag,
25.06.
16:00
20:00
Sonntag,
26.06.
16:00
19:00
Donnerstag,
30.06.
20:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

38. KFF: Internationaler Wettbewerb 8

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Donnerstag, 02. Juni, 17:30 Uhr

38. KFF: Labor der Gegenwart Asia - Poetics & Politics: Film Pinggiran: The Shortfilms of Gotot Prakosa

Kuratiert von Rizki Lazuardi, Lisabona Rahman, Popo Fan, Kollektiv Pony, Flora, Wei & Pimpacka Towira Asien. Der größte Erdteil der Erde. Hier ist vieles größer, höher, schneller, weiter, mehr. Der Wettbewerb ist stärker, die Konkurrenz größer, die Familie im Hintergrund stark, die Migration allgegenwärtig, das koloniale Erbe weithin sichtbar und spürbar. Der Horror aus der jüngsten Vergangenheit hat Spuren hinterlassen, die Geister aus Geschichte und Erzählung sind allgegenwärtig: ECHOES FROM THE NEAR FUTURE. In fünf Filmprogrammen nähern sich aus der Mitte der Region, aus Südostasien, Filmemacher:innen, Kurator:innen, Kollektive diesen Fragen. Mynamar und Hongkong mit Filmen über die ersten wie über die jüngsten Demonstrationen sind ebenso zu sehen wie die in Hamburg noch nie auf 16mm gezeigten, exzentrischen, filmischen Experimente von Gotot Prakosa, Mentor des Filmemachers Edwin. "Asia - Poetics & Politics" ist Friktion und Gefühl, Annäherung und Vergrößerungsglas - es macht die Narben der Vergangenheit körperlich, ist ein Angebot einzutauchen in die Zukunft, die nicht ohne die Geister der Vergangenheit denkbar ist.

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Donnerstag, 02. Juni, 19:45 Uhr

38. KFF: Internationaler Wettbewerb 7

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Donnerstag, 02. Juni, 21:30 Uhr

38. KFF: Internationaler Wettbewerb 2

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Freitag, 03. Juni, 17:30 Uhr

38. KFF: Labor der Gegenwart Asia - Poetics & Politics: Another World has been Probable

Kuratiert von Rizki Lazuardi, Lisabona Rahman, Popo Fan, Kollektiv Pony, Flora, Wei & Pimpacka Towira Asien. Der größte Erdteil der Erde. Hier ist vieles größer, höher, schneller, weiter, mehr. Der Wettbewerb ist stärker, die Konkurrenz größer, die Familie im Hintergrund stark, die Migration allgegenwärtig, das koloniale Erbe weithin sichtbar und spürbar. Der Horror aus der jüngsten Vergangenheit hat Spuren hinterlassen, die Geister aus Geschichte und Erzählung sind allgegenwärtig: ECHOES FROM THE NEAR FUTURE. In fünf Filmprogrammen nähern sich aus der Mitte der Region, aus Südostasien, Filmemacher:innen, Kurator:innen, Kollektive diesen Fragen. Mynamar und Hongkong mit Filmen über die ersten wie über die jüngsten Demonstrationen sind ebenso zu sehen wie die in Hamburg noch nie auf 16mm gezeigten, exzentrischen, filmischen Experimente von Gotot Prakosa, Mentor des Filmemachers Edwin. "Asia - Poetics & Politics" ist Friktion und Gefühl, Annäherung und Vergrößerungsglas - es macht die Narben der Vergangenheit körperlich, ist ein Angebot einzutauchen in die Zukunft, die nicht ohne die Geister der Vergangenheit denkbar ist.

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Freitag, 03. Juni, 19:45 Uhr

38. KFF: Internationaler Wettbewerb 1

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Freitag, 03. Juni, 21:45 Uhr

38. KFF: Internationaler Wettbewerb 3

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Samstag, 04. Juni, 17:30 Uhr

38. KFF: Internationaler Wettbewerb 6

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Samstag, 04. Juni, 19:45 Uhr

38. KFF: Internationaler Wettbewerb 5

https://festival.shortfilm.com/de/programm

Samstag, 04. Juni, 22:00 Uhr

Zwölf Stühle

DE, 2004, 208 Min., DCP, Schnitt: Ulrike Ottinger

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger
Darsteller*innen: Georgi Delijew, Genadi Skarga, Swetlana Djagiljewa

Eine russische Aristokratin verrät auf dem Sterbebett ein Geheimnis, ihre Juwelen sind in einem von zwölf Stühlen versteckt. Die wurden nach der Revolution enteignet und sind im ganzen Land verstreut ... In der burlesken Parabel auf die postrevolutionäre Gesellschaft gehen der arme Schwiegersohn und ein gewitzter Gauner auf die Suche. Noch einer ist dabei, Vater Fjodor, der die letzte Beichte abgenommen hat...

Sonntag, 05. Juni, 18:00 Uhr reservieren

Paris Calligrammes

DE, 2020, 129 Min., DCP

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger

Eine Reise in die Vergangenheit, Ulrike Ottinger streift als Flaneuse durch Paris von 1962-69, ihre Zeit als junge Malerin mit ersten Berührungen zum Film. Ein Stadtporträt und Soziogramm mit persönlichen Brennpunkten, Begegnungen mit Künstlern und Intellektuellen, aber auch die Zeit des Algerienkrieges, der Dekolonisierung und der Studentenrevolte.

Ulrike Ottinger ging mit 20 Jahren nach Paris, um eine große Künstlerin zu werden. Rund 50 Jahre später fordert sie sich heraus, einen Film über diese Zeit zu machen "aus der Perspektive einer sehr jungen Künstlerin, an die sich sich erinnert, jedoch mit der Erfahrung der älteren Künstlerin, die sie längst ist.

Montag, 06. Juni, 17:00 Uhr reservieren
Samstag, 18. Juni, 16:00 Uhr reservieren

Die Nomadin vom See

DE, 2012, 86 Min., digital, Sprecherin: Eva Mattes

Regie: Brigitte Kramer

Brigitte Kramers Portrait über Ulrike Ottinger beginnt am Bodensee, der beide als Heimatort verbindet. Sie gibt einen Einblick in den surrealen, phantastischen Kosmos dieser außerordentlichen Künstlerin und in eine Epoche, geprägt vom Aufbruch der Frauen in den Künsten.

zu Gast ist Brigitte Kramer

Montag, 06. Juni, 19:30 Uhr reservieren

Hörbar Konzert: Blurred Edges: Donut Tell It

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 08. Juni, 21:00 Uhr
Hörbar

Der Aktuelle: The United States of America

US, 2022, 98 Min., DCP

Regie: James Benning

Eine Reise durch die Staaten der USA, von Alabama bis Wyoming, in 52 still stehenden Bildern. James Benning, dokumentarisch-essayistischer Chronist der USA, filmte 1975 das Land vom Auto aus. Nun setzt er statt Bewegung den Stand der Dinge ein, von Landschaften, Städten und dem Dazwischen. Eine topografische Bestandsaufnahme, mit Sound-Collagen als politische Akzente. Unbedingt bis zum Abspann bleiben ...

Donnerstag, 09. Juni, 20:00 Uhr reservieren
Samstag, 11. Juni, 20:00 Uhr reservieren
Sonntag, 12. Juni, 20:00 Uhr reservieren

Hörbar Konzert: Blurred Edges: Heidrun Schramm und Valeria aka JD Zazie, Vertont (jetzmann, e-mol)

www.hoerbar-ev.de

Freitag, 10. Juni, 21:00 Uhr
Hörbar

Q-Movie Bar präsentiert: Mein Sommer mit Mario (El último verano de la Boyita)

AR/ES/FR, 2009, 88 Min., OmU, digital

Regie: Julia Solomonoff
Darsteller*innen: Guadalupe Alonso, Nicolás Treise, Mirella Pascual

Ihre pubertierende ältere Schwester entzieht sich von ihr und so verbringt die zehnjährige Jorgelina mit ihrem Vater den Sommer auf einer Ranch auf dem Lande. Dort entwickelt sich zwischen ihr und dem wenig älteren Mario eine enge Freundschaft. Doch Mario hat für Jorgelina oft nicht viel Zeit. Schließlich muss er seinen Eltern bei der Arbeit helfen - und trainiert gerade für ein Pferderennen. Ein wichtiges Ereignis für ihn, will er doch damit endlich als junger Mann in seinem Dorf anerkannt werden! Als Mario plötzlich seine Periode bekommt, hüten die beiden dieses Geheimnis und versuchen zu verstehen, was passiert. Ruhig und einfühlsam erzählt dieser argentinische Film mit natürlich wirkenden jungen Laiendarsteller*innen über Intersexualität.

Samstag, 11. Juni, 22:00 Uhr reservieren

Unter Schnee

DE, 2011, 103 Min., DCP

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger
Darsteller*innen: Takamasa Fujima, Kiyotsugu Fujita, Erzählerin: Eva Mattes

Echigo, an der gebirgigen Nordküste Japans, liegt die Hälfte des Jahres unter einer meterhohen Schneedecke. Die Bewohner passten ihre Lebensweisen, Rituale und Feste daran an. Ulrike Ottinger erkundet dieses mythische Schneeland mit zwei Kabuki-Darsteller*innen. "Eine schöne Füchsin bringt die beiden Protagonisten vom Wege ab und sie erleben eine wundersame Verwandlung. Als Mann und Frau aus der Edo-Zeit reisen sie nun durch die Vergangenheit und begegnen immer wieder der Gegenwart." (Ulrike Ottinger)

Sonntag, 12. Juni, 17:30 Uhr reservieren
Donnerstag, 23. Juni, 20:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli: Eiffe for President

DE, 1995, 65 Min., DCP

Regie: Christian Bau

Hamburgs erster Graffiti-Tagger? Bereits 1968 überzieht Peter Ernst Eiffe mit seinem Filzstift Toiletten, Verkehrsschilder und Briefkästen. Nachdem er für eine Aktion mit seinem Fiat in die Wandelhalle im Hauptbahnhof fährt, wird er jedoch verhaftet und in Ochsenzoll eingewiesen. Dieser Film erinnert an einen aufmüpfigen Künstler, der seiner Zeit voraus war.

zu Gast ist Christian Bau

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Näheres unter

www.dokumentarfilmsalon.org

Dienstag, 14. Juni, 20:00 Uhr reservieren

Hörbar Konzert: Blurred Edges: Roses for my funeral

www.hoerbar-ev.de

Mittwoch, 15. Juni, 21:00 Uhr
Hörbar

Doppelprogramm: Laokoon & Söhne. und Die Betörung der blauen Matrosen

97 Min., DCP

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger

Laokoon & Söhne. Die Verwandlungsgeschichte der Esmeralda del Rio
BRD 1972/73, 48 Min., DCP, mit Tabea Blumenschein

Die Witwe Olimpia Vincitor sucht nach ihrer Vergangenheit samt Metamorphosen. Da sind die Schlittschuhläuferin und Fahrten mit der Zirkustruppe "Laokoon & Söhne". Ein Atelier wird zerstört, und sie verwandelt sich in den Gigolo Jimmy Junod. Märchenhaft verwebt Ulrike Ottinger Erfahrungen ihrer Pariser Zeit zu einer feministischen Utopie.

Die Betörung der blauen Matrosen
BRD 1975, 49 Min., DCP, mit Valeska Gert, Tabea Blumenschein, Rosa von Praunheim

In einem Spiel zwischen entfremdeter Natur und Künstlichkeit "treten auf: Hawaiimädchen, Vögel, Matrosen, der griechische Gott Tunte u.a. In einer Collage überschneiden sich kommerzialisierter Alltag, Musik und die Sprache Apollinaires. Durch die Erstarrung hindurch ist ein anderes Leben vorstellbar." (Berlinale)

Donnerstag, 16. Juni, 20:00 Uhr reservieren

Werkstattgespräch mit Karola Gramann - Ulrike Ottingers Filme

Ulrike Ottinger ist Pionierin des queeren Kinos, Erkunderin fremder bis fremdester Welten, Spinnerin exzentrischer, phantasiereicher Märchen vor realen Hintergründen und der Kunstwelt. Sie schuf in einem halben Jahrhundert ein Kino der Attraktionen und gesammelter Kuriositäten und überraschender Metamorphosen und voller Collagen und und und ...
Wir streifen mit Karola Gramann durch ihre Filme vom Debüt mit Laokoon & Söhne bis zum (vorläufig) letzten Film Paris Calligrammes und freuen uns auf sprühende Gespräche. Wir setzen dazu einige visuelle Einblicke in die Filme dieser außergewöhnlichen Filmkünstlerin und hoffen darauf, dass unsere Freude an Ottingers Filmen die Funken überspringen lassen.

Karola Gramann ist Kuratorin und Filmarbeiterin, Kinothek Asta Nielsen e.V., Frankfurt am Main, und Remake. Frankfurter Frauen Film Tage.

Eintritt frei

Samstag, 18. Juni, 19:00 Uhr reservieren

Johanna d'Arc of Mongolia

BRD, 1989, 167 Min., DCP, Ausstattung: Ulrike Ottinger

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger
Darsteller*innen: Delphine Seyrig, Irm Hermann, Peter Kern, Xu Re Huar, Gillian Scalici

Der erste von einer Frau in der Mongolei gedrehte Spielfilm beginnt mit dem heiteren, teils musikalischen Treffen diverser Reisender aus Europa und den USA in der transsibirischen Eisenbahn. Die Damen steigen um in die "Transmongolische" und geraten in ein Abenteuer: Sie werden von einer mongolischen Prinzessin entführt, und eine erlebnisreiche Reise mit dem Nomadenvolk beginnt...

Samstag, 18. Juni, 21:00 Uhr reservieren

Madame X - Eine absolute Herrscherin

BRD, 1977, 145 Min., DCP

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger
Darsteller*innen: Tabea Blumenschein, Roswitha Janz, Monika von Cube, Lutze, Yvonne Rainer, Claudia Skoda

Madame X, die gnadenlose, schöne Herrscherin des Chinesischen Meeres, ruft die Frauen zur Revolte und lockt mit Gold - Liebe - Abenteuer. Sie sollen ihren bequemen, aber unerträglich eintönigen Alltag aufgeben für eine Welt voller Gefahren und Ungewissheit. Frauen aus aller Welt folgen ihr und unterwerfen sich ihrer Macht. Ein Spiel mit Zeichen, Symbolen, Täuschungen und Parodie. Eine phantastische Reise und Fest der queeren Filmgeschichte.

"Dieser Film hat keine Spur von Ängstlichkeit. Im Gegenteil: Denen, die gegen die Faszination dieser ritualisierten, vollkommen ästhetisierten Gewalt stramme Abwehr in Marsch setzen, macht er Angst. Denn auf dem Frauenschiff Orlando sind die Flaggen Angriff, Leder, Waffen, lesbische Liebe und der Tod mit einer Schönheit aufgezogen, die den Zuschauerblick nicht absolut beherrschen will. Die Ästhetik unterliegt strenger Stilisierung, die ohne Überwältigung sich frei herzeigt." (Karsten Witte)

zu Gast ist Karola Gramann

Sonntag, 19. Juni, 17:00 Uhr reservieren

Eine Stadt sieht einen Film: Rocker

BRD, 1972, 85 Min., DCP

Regie: Klaus Lemke
Darsteller*innen: Hans-Jürgen Modschiedler, Gerd Kruskopf, Paul Lys, Marianne Mim, Dennis O. Heinrich

16 Kinos, 1 Stadt, 1 Film. Zum 7. Mal präsentieren die Hamburger Arthouse- und Programmkinos gemeinsam einen Kultfilm aus ihrer Stadt.
www.eine-stadt-sieht-einen-film.de

Der deutsche Easy Rider feiert 50. Geburtstag!
St. Pauli 1972. Biker gegen Zuhälter. Im Mittelpunkt von Klaus Lemkes ausschließlich mit Laiendarstellern besetztem und mit kleinem Budget realisiertem Milieufilm steht der 15-jährige Mark. Nach dem gewaltsamen Tod seines älteren, kriminellen Bruders Ulli wird der Teenager aus seinem kleinbürgerlichen Leben als Supermarkt-Lehrling herausgerissen. Zufällig lernt er den alternden Biker-Boss Gerd kennen, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Gemeinsam mit Gerds Biker-Gang zieht Mark durch Hamburg, wird in krumme Geschäfte und Auseinandersetzungen verwickelt und bekommt auch die aggressive Ablehnung der bürgerlichen Gesellschaft gegen die Rocker-Szene zu spüren.

Dialoge aus der Hüfte mit Sprüchen, die mindestens in Deutschlands Norden in den Sprachgebrauch übergegangen sind, eine neugierige Handkamera, die das Tempo des Films angibt: wenn Kino unmittelbar berühren kann, dann so.

Der Kiez-Kultfilm lebt maßgeblich durch seine Darsteller des Rocker-Clubs "Bloody Devils". Auf die große Leinwand kam der für das ZDF produzierte Fernsehfilm erst Ende 90er Jahre durch die beiden Hamburger Underground-Filmemacher Torsten Stegmann und Henrik Peschel. Zahlreiche ausverkaufte Open-Air-Kinoveranstaltungen (u.a. im Millerntor-Stadion) und der Fanclub "Mach dich grade" zeugen von der Zeitlosigkeit des Films.

Ausklang mit Filmbingo und dem Filmteam

Sonntag, 19. Juni, 21:00 Uhr reservieren

betweenebbandflow: Programm mit Kurzfilmen von Künstler*Innen

betweenebbandflow: interstitial spaces - Kunstfestival vom 23.06. - 02.07.2022 - im B-Movie Filmprogramm am Freitag, 24. Juni

Einbezogen sind Kurzfilme, die sich mit dem Hafen als Hüter kollektiver Erinnerungen beschäftigen. Wasser fließt durch diese fragmentierten Mikrogeschichten als verbindendes Medium und Metapher, um uns selbst als wässrige Körper zu erfahren, die Raum und Zeit durchqueren. Mythopoetische Ansichten, Tableaux vivants und intuitive Collagen vermitteln das gemeinsame Gefühl der inneren Verdrängung der zeitgenössischen Subjektivität, um die darunter verborgenen Narben zu untersuchen. Anstelle des Hafens als Symbol für die grenzenlose Möglichkeit, sich zu orientieren, die "verweigerte Reise" im Schwebezustand zwischen hier und dort: ein Verlust des Kompasses.

Drill Ship Walk Through
UK 2022, 8 Min., OV, digital, Regie: David Jacques
Ein virtueller "Spaziergang" zwischen Allegorie und Rekonstruktion, eine mythopoetische Sicht auf den Unfall der Shell-Bohrinsel "Kulluk", die 2012 im Golf von Alaska auf einer kleinen Insel auf Grund lief.

Supercargo
CN/AT 2010, 14 Min, OmU, digital, Regie: Christoph Schwarz
Christoph Schwarz reist allein auf einem semi-automatischen Containerschiff von Hamburg zu einem Künstler-Programm nach Shanghai, Ein ästhetisch-existentialistisches Erlebnis, mit der täglichen Schiffsreinigung ein Einblick in innere Prozesse der globalen Ökonomie, aber auch irritierende Selbstwahrnehmungen des einsamen Passagiers.

L'Homme Jetée
CH/FR 2019, 21 Min., OmeU, digital, Regie: Loïc Hobi
Theo, ein junger Hafenarbeiter, schlägt an Land die Zeit tot, begleitet vom monotonen Rhythmus der aus- und eingehenden Schiffe. Ein Frachter legt an, er begegnet Giuseppe, einem desillusionierten Seemann, und Theo findet den Mut, sich seinem Traum von der rauen See zu stellen. Er versucht alles, um in Giuseppes Crew aufgenommen zu werden.

Friends He Lost at Sea
SE 2009, 11 Min., englische OV, digital, Regie: Henrik Lund Jørgensen
Ein Mann betrachtet in einem Museum Gemälde von Michael Ancher mit Skagen-Fischern. Er inszeniert sie sie in seiner Erinnerung zu Tableaux vivants: Flüchtlinge nehmen den Platz der Fischer ein. Fragen zu Flucht und Rettung, zur Emigration und sozialen Verantwortung stellen sich an der Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion.

Ghost Ship
CH 2022, 8 Min., OV, digital, Regie: Gabriel Gee
Welche Formen nehmen die Gespenster der Vergangenheit in unserer industrialisierten Gegenwart an? Was sind die Gespenster unserer materiellen Wege und die geisterhaften Zeichen im Herzen unserer schiffbrüchigen Metropole? Das Geisterschiff nimmt uns mit auf eine meditative Reise durch unsere globalen Ungewissheiten.

Yolande
FR 2012, 2 Min., OV, digital, Regie: Maxime Berthou
Performance: Ein Schiff, eine Wand, Champagner und die Umkehrung der Dinge.

Terminal
DE 2009, 8 Min., digital, Regie: Jörg Wagner
Alltägliche Arbeitsabläufe in einem Containerterminal, portraitiert in einer poetisch-musikalischen Bild-Ton-Collage.

Politik in der Höhe
PL 2013, 11 Min., OmU, digital, Regie: Cora Piantoni
Die polnische Industriekletter-Kooperative ?wietlik entwickelte sich aus der Solidarno??-Bewegung 1980 in Danzig und unterstützte die Opposition. Ehemalige Mitglieder klettern 2013 auf der Werft, in der die Streiks stattfanden. Sie erzählen über ihre Arbeit, ihr früheres und heutiges Engagement in Politik und Gesellschaft.

3 x Shapes of Home
NO 2020, 7 Min., englische OV, digital, Regie: Elisabeth Brun
Filmessay, strukturelles Experiment und visuelles Gedicht: Elisabeth Brun besucht ihren Heimatort im arktischen Norwegen und erkundet, wie er sie geprägt hat. Sie sucht nach Einsichten, die darüber hinausgehen, nutzt dazu Filmtechniken und testet ihre Beziehungen zum Ort gegen die Macht der Kamera und zur Subjektivität eines Fisches oder einer Krabbe.

Freitag, 24. Juni, 19:00 Uhr reservieren

betweenebbandflow: The Forgotten Space

US, 2010, 112 Min., DCP, OmU

Regie: Allan Sekula, Noël Burch

betweenebbandflow: interstitial spaces - Kunstfestival vom 23.06. - 02.07.2022 - im B-Movie Filmprogramm am Freitag, 24. Juni

Die Häfen der Welt entziehen sich weitgehend dem Blick und werden kaum als Getriebe der Weltökonomie wahrgenommen. Allan Sekula, berühmter Fotograf (Fish Story) und Filmemacher, war Chronist der Häfen, der Seefahrt und der Menschen, die in diesem "Space" arbeiten, in Rotterdam, Hong Kong, Los Angeles oder Bilbao. Sein epischer Essayfilm öffnet die Türen: Im Hafen trifft die Globalisierung auf das Meer.

Freitag, 24. Juni, 21:30 Uhr reservieren

Chamissos Schatten - Kapitel 1: Alaska und die Aleutischen Inseln

Eine Reise zur Beringsee in drei Kapiteln

193 Min., digital, mit Logbüchern von Adalbert von Chamisso, Georg Wilhelm Steller, Captain James Cook und Ulrike Ottinger

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger

Auf den Spuren von berühmten Entdeckern des 18. und 19. Jahrhunderts reiste Ulrike Ottinger zu den Völkern der Beringsee, in eine weitgehend unbekannte Welt. Sie trifft auf Ethnien und Kulturen, geprägt vom Leben von und mit dem Meer sowie von der langen Geschichte kolonialer Überformungen. Darunter sind Teile der indigenen Sprachen und des alten Wissens erhalten geblieben. Wie ihre berühmten "Vorfahrer" schreibt Ottinger ein Logbuch und tritt in den Dialog mit früheren Entdeckungen und Begegnungen mit der Wirklichkeit. Alles verdichtet sich zu einer Neuschöpfung, einer räumlichen, poetischen und filmischen Realität.

Samstag, 25. Juni, 16:00 Uhr reservieren

Chamissos Schatten - Kapitel 2: Teil 1: Tschukotka

Eine Reise zur Beringsee in drei Kapiteln

192 Min., digital, mit Logbüchern von Adalbert von Chamisso, Georg Wilhelm Steller, Captain James Cook und Ulrike Ottinger

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger

Auf den Spuren von berühmten Entdeckern des 18. und 19. Jahrhunderts reiste Ulrike Ottinger zu den Völkern der Beringsee, in eine weitgehend unbekannte Welt. Sie trifft auf Ethnien und Kulturen, geprägt vom Leben von und mit dem Meer sowie von der langen Geschichte kolonialer Überformungen. Darunter sind Teile der indigenen Sprachen und des alten Wissens erhalten geblieben. Wie ihre berühmten "Vorfahrer" schreibt Ottinger ein Logbuch und tritt in den Dialog mit früheren Entdeckungen und Begegnungen mit der Wirklichkeit. Alles verdichtet sich zu einer Neuschöpfung, einer räumlichen, poetischen und filmischen Realität.

Samstag, 25. Juni, 20:00 Uhr reservieren

Chamissos Schatten - Kapitel 2: Teil 2: Tschukotka und die Wrangelinsel

Eine Reise zur Beringsee in drei Kapiteln

156 Min., digital, mit Logbüchern von Adalbert von Chamisso, Georg Wilhelm Steller, Captain James Cook und Ulrike Ottinger

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger

Auf den Spuren von berühmten Entdeckern des 18. und 19. Jahrhunderts reiste Ulrike Ottinger zu den Völkern der Beringsee, in eine weitgehend unbekannte Welt. Sie trifft auf Ethnien und Kulturen, geprägt vom Leben von und mit dem Meer sowie von der langen Geschichte kolonialer Überformungen. Darunter sind Teile der indigenen Sprachen und des alten Wissens erhalten geblieben. Wie ihre berühmten "Vorfahrer" schreibt Ottinger ein Logbuch und tritt in den Dialog mit früheren Entdeckungen und Begegnungen mit der Wirklichkeit. Alles verdichtet sich zu einer Neuschöpfung, einer räumlichen, poetischen und filmischen Realität.

Sonntag, 26. Juni, 16:00 Uhr reservieren

Chamissos Schatten - Kapitel 3: Kamtschatka und die Beringinsel

Eine Reise zur Beringsee in drei Kapiteln

177 Min., digital, mit Logbüchern von Adalbert von Chamisso, Georg Wilhelm Steller, Captain James Cook und Ulrike Ottinger

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger

Auf den Spuren von berühmten Entdeckern des 18. und 19. Jahrhunderts reiste Ulrike Ottinger zu den Völkern der Beringsee, in eine weitgehend unbekannte Welt. Sie trifft auf Ethnien und Kulturen, geprägt vom Leben von und mit dem Meer sowie von der langen Geschichte kolonialer Überformungen. Darunter sind Teile der indigenen Sprachen und des alten Wissens erhalten geblieben. Wie ihre berühmten "Vorfahrer" schreibt Ottinger ein Logbuch und tritt in den Dialog mit früheren Entdeckungen und Begegnungen mit der Wirklichkeit. Alles verdichtet sich zu einer Neuschöpfung, einer räumlichen, poetischen und filmischen Realität.

Sonntag, 26. Juni, 19:00 Uhr reservieren

Prater

DE/AT, 2007, 107 Min., DCP

Regie: Ulrike Ottinger
Kamera: Ulrike Ottinger
Darsteller*innen: Veruschka, Elfriede Jelinek, Elfriede Gerstl, Ursula Storch, Werner Schwarz

"Immerzu fliegen im Sitzen und Liegen"
Der Wiener Prater: Anziehungsort für unterschiedlichste Menschen, stets im Wandel - ein Panoptikum der Attraktionen. In ihrem Streifzug über den ältesten Vergnügungspark der Welt nimmt uns Ulrike Ottinger mit in eine Welt der Verzauberung, Träume und Sehnsüchte und beleuchtet das Leben der Schausteller(dynastien) früher und heute.

Donnerstag, 30. Juni, 20:00 Uhr reservieren