B-Movie - das Kino auf St. Pauli
ohne Werbung, im Hinterhof, in 2D, mit Stereo-Ton

Unser Programm im August 2021

Bitte beachtet die Einlassbedingungen!

Programmbild August 2021: Kino in lauen Sommernächten - Open Air und im Museum

Kino in lauen Sommernächten - Open Air und im Museum

Wie schon im letzten Jahr verlassen wir unser Kino auf St. Pauli, um ab Ende Juli bis Anfang September Kino draußen und an anderen Orten der Stadt zu zeigen.

Wir sind wieder zu Gast beim "Sommer im Hof" im Haus Drei in Altona. Im Programm: "Futur Drei", fast schon ein Kultfilm, den unsere Q-Movie Bar präsentiert. "Warum die UFOs unseren Salat klauen" ist eine wilde Komödie von Hansjürgen Pohland, im Mittelpunkt ein Supersalat, auf den auch Außerirdische neugierig werden. Wir bleiben mit "Wild Plants" bei wuchernden Gewächsen, die Filmemacher Nicolas Humbert auf seinen Reisen entdeckt, und er ist am Filmabend bei uns zu Gast.

Open Air beim "Sommer Im Hof" im Haus Drei
Stadtteilkulturzentrum in Altona
Hospitalstraße 107, August-Lütgens-Park
Eintritt frei, Spende erwünscht, Reservierung unter haus-drei.de/unser-sommerprogramm/


Im August sind wir mit den "Stummfilmnächten" und wunderbaren Live-Konzerten zu den Filmen auch wieder zu Gast im schönen, denkmalgeschützten Innenhof im Museum für Hamburgische Geschichte. Zusammen mit dem 3001 und Metropolis Kino präsentieren wir an 10 Tagen Klassiker der deutschen und internationalen Stummfilmgeschichte und neuere Filme, die es wagen, auf Dialoge zu verzichten. Das B-Movie ist dabei mit G.W. Pabsts "Tagebuch einer Verlorenen" mit der umwerfenden Louise Brooks. Wir zeigen den berühmten Berlin-Film "Menschen am Sonntag" und den ersten sowjetischen Science Fiction-Film "Aelita". Für die Live-Konzerte haben wir uns Hamburger Musiker*innen ausgesucht: die Akkordeonistin Natalie Böttcher, die "Tagebuch einer Verlorenen" begleitet, die Sound- und Performance-Künstlerin Louise Vind Nielsen macht die Musik zu "Menschen am Sonntag", und DJ Phuong-Dan vertont "Aelita" zusammen mit der Musikerin TiNTiN Patrone und dem Pariser Produzenten D.K. Es wird experimentell und sicher himmlisch!

Stummfilmnächte vom 11. bis 20. August 2021

Im wunderschönen, denkmalgeschützten Innenhof des Museums für Hamburgische Geschichte präsentieren die drei Hamburger Programmkinos Metropolis Kino, 3001 Kino und das B-Movie an zehn Abenden Stummfilme der deutschen und internationalen Filmgeschichte. Neben Klassikern der Stummfilm-Ära und Dokumenten aus den 1930er bis 1960er Jahren werden auch jüngere Produktionen gezeigt, die sich audiovisuell dem Stummfilm im weitesten Sinne zuordnen lassen. Die Filme werden live von Musiker*innen begleitet. Das Spektrum der Konzert reicht vom international bekannten Stummfilm-Pianisten Stephen Horne bis zum experimentellen DJ-Trio.

Gefördert von MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein
und im Rahmen des Kultursommers Hamburg

im Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24,
Zugang zum Innenhof durch den Museumseingang.
Der Innenhof ist überdacht, wir spielen bei jedem Wetter.

Beginn: jeweils 21.30 Uhr, Einlass: jeweils ab 20.30 Uhr

Kartenverkauf ab dem 1. August online über www.metropoliskino.de sowie an der Metropolis Kinokasse, täglich 17.30 Uhr bis 21.00 Uhr, Kleine Theaterstraße 10

Stummfilmkonzerte: 15 € / 10 € ermäßigt
Filmvorführung (ohne Konzert): 9 € / 6 € ermäßigt

Freie Platzwahl mit Sitzplatzvergabe vor Ort. Für Rollstuhlfahrer*innen steht ein Fahrstuhl bereit.

Mobile Filmvorführung: Filmprojektion Mondt
Gastronomie: Bar und Restaurant Bastion

Die Kinos

3001 Kino
Seit 30 Jahren ein fester Bestandteil des Schanzenviertels. Mit unseren 91 Sitzplätzen und, wie man munkelt, einem sehr guten Raum-/Leinwandverhältnis, versuchen wir den Menschen dieser Stadt einen Raum zu geben, um Filmkunst zu erleben. Man findet uns im Schanzenhof, mittendrin und doch versteckt. Wir zeigen überwiegend europäische Spiel- und Dokumentarfilme, auch kleine Produktionen, die ohne Förderung und großen Werbeetat auskommen müssen. Mit unseren zahlreichen Filmreihen und Festivals reisen wir durch alle Kontinente. Ein Schwerpunkt sind Filme aus Spanien und Lateinamerika. Fast alle Filme werden in der Originalfassung mit Untertiteln gezeigt, immer montags gibt es Filme mit englischen Untertiteln.
www.3001-kino.de

Das B-Movie
ist ein kleines, ehrenamtlich betriebenes Kino auf St. Pauli mit 62 Plätzen. Wir zeigen thematische Filmreihen, Experimentelles, Trashiges und Skurriles. Wir projizieren digitales und analoges Filmmaterial, so dass ihr hier auch immer noch den 35 mm-Projektor rattern hört. Außerdem kooperieren wir mit dem Dokumentarfilmsalon auf St. Pauli, dem Kinotreff für Gehörlose, Schwerhörige und Hörende, der Q-Movie Bar, der Hörbar für Liebhaber experimenteller Musik und vielen Filmfestivals.


Das Metropolis Kino
liegt im Herzen der Hamburger City. In drei bis vier täglichen Vorstellungen werden neben Filmvorführungen auch Musikperformances, Lesungen, Filmgespräche und Vortragsreihen zu verschiedenen Thematiken angeboten. Das Metropolis Kino präsentiert als kommunales Kino Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme von der kinematographischen Rarität über Klassiker der Filmgeschichte und umfangreichen Retrospektiven von Einzelpersonen bis hin zu aktuellen europäischen und internationalen Produktionen.
www.metropoliskino.de

Freitag,
30.07.
21:00
Film
Mittwoch,
11.08.
21:30
Donnerstag,
12.08.
21:30
Freitag,
13.08.
21:30
Samstag,
14.08.
21:30
Sonntag,
15.08.
21:30
Montag,
16.08.
21:30
Dienstag,
17.08.
21:30
Mittwoch,
18.08.
21:30
Donnerstag,
19.08.
21:30
Freitag,
20.08.
21:30
Samstag,
21.08.
20:30
Freitag,
03.09.
20:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Futur Drei

Open Air beim "Sommer Im Hof" im Haus Drei

D, 2020, 92 Min., digital

Regie: Faraz Shariat
Darsteller*innen: Benjamin Radjapour, Banafshe Hournazdi, Eldin Jalali

Parvis ist Anfang zwanzig. Er ist Sohn iranischer Eltern und lebt im Dachgeschoss ihres Einfamilienhauses in einem Neubaugebiet von Hildesheim. Mit Grindr-Dates und Raves versucht er, dem Provinzleben zu entfliehen. Nach einem Ladendiebstahl muss er Sozialstunden in einer Unterkunft für Geflüchtete ableisten. Dort lernt er Banafshe und ihren Bruder Amon kennen. Zu dritt erleben sie einen Sommer durchfeierter Nächte, und zunehmend wird klar, dass ihre Zukunft in Deutschland nicht die gleiche ist.

Gespickt mit Popreferenzen erzählt "Futur Drei" auf sensible und kraftvolle Art eine Geschichte von Fremdheit und Identität, von Liebe und Freundschaft.

Für sein sensibles, pop-affines und kraftvolles Plädoyer für Diversität wurde "Futur Drei" beim First Steps Award 2019 als Bester Spielfilm ausgezeichnet, Das junge Darsteller*innen-Ensemble erhielt den Götz-George-Nachwuchspreis. Auf der Berlinale 2020 wurde "Futur Drei" mit zwei Teddys (Bester Spielfilm, Leser*innen-Preis) geehrt.

zu Gast ist eine der Produzent*innen

Freitag, 30. Juli, 21:00 Uhr

Das Metropolis Kino präsentiert zur Eröffnung: City Lights (Lichter der Grossstadt)

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

US, 1931, 81 Min., englische Zwischentitel, restaurierte Fassung

Regie: Charlie Chaplin
Darsteller*innen: Charlie Chaplin, Virginia Cherrill

Der Tonfilm beginnt sich bereits durchzusetzen, doch Chaplin dreht weiter Stummfilme. Denn nur so kann er als Tramp pantomimisch weitere (Liebes-)Abenteuer durchleben. Charlie hält einen Millionär vom Selbstmord ab und verhilft einem blinden Blumenmädchen zu einer Operation zwecks Wiedergewinnung des Augenlichts. Eine ironische, sozialkritische Tragikomödie voller Weisheit, Güte und Menschlichkeit mit umwerfend grotesken Pantomime-Einlagen. Als Schauplatz der Geschichte übernimmt dabei die moderne Großstadt, geprägt von harten gesellschaftlichen Gegensätzen, selbst eine zentrale Rolle.

Stummfilmkonzert mit dem Hamburger Trio Cinématique:
Chris Drave (Geige), Torge Niemann (Gitarren), Ulrich Kodjo Wendt (Diatonisches Akkordeon, Sounds, Sprechgesang)

Im September 2013 trafen sich Ulrich Kodjo Wendt, Chris Drave und Torge Niemann zur Vertonung von Comic-Filmen im Hamburger Sprechwerk. Seitdem präsentieren die drei Musiker mit viel Charme, Leidenschaft und Spielwitz Live-Musik in akustischer Trio-Besetzung (diatonisches Akkordeon, Violine und Gitarre) zu verschiedenen Stummfilmen.

Mittwoch, 11. August, 21:30 Uhr

Das 3001 Kino präsentiert: Surrealistisches Doppelprogramm

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

60 Min.

Ein Andalusischer Hund

FR 1929, 17 Min., Regie: Luis Buñuel, mit Pierre Batcheff, Simone Mareuil, Salvador Dalí

Dieser Stummfilm hat bis heute nichts von seiner Eindringlichkeit und Radikalität eingebüßt. Das durchschnittene Auge und die aus einer geöffneten Hand krabbelnden Ameisen sind ikonische Bilder, die sich tief in das kollektive Unbewusste der Filmkunst eingegraben haben - ein Film, der keiner anderen Logik gehorchen will als der des Traumes (Salvador Dalís und Luis Buñuels Träume lieferten die Vorlage zum Drehbuch). Es war Buñuels Absicht, die intellektuelle Bourgeoisie seiner Jugend zu schockieren und zu beleidigen, wie er später sagte: "Historisch gesehen stellt dieser Film eine gewalttätige Reaktion gegen das dar, was man damals 'avantgardistisches Kino' nannte, das sich ausschließlich an die künstlerische Sensibilität und an die Vernunft des Zuschauers richtete."

Stummfilmkonzert mit David Wallraf, Hamburg (Elektronik)

Die Muschel und der Kleriker

FR 1927, 38 Min., Regie: Germaine Dulac, mit Alex Allin, Lucien Bataille, Genica Athanasiou

Zwei Jahre vor "Ein andalusischer Hund" realisierte die Regisseurin Germaine Dulac nach einem Drehbuch von Antonin Artaud den ersten surrealistischen Stummfilm - eine gleichermaßen verstörende und faszinierende Abhandlung über das Begehren und sein Scheitern. Der Film durchbohrt die Haut der Realität und stößt die Zuschauer*innen in eine instabile Landschaft, in der dem Bild nicht zu trauen ist. Artauds Drehbuch über das ödipale Dreieck zwischen einem Priester, einer Frau und einem General ist eine Subversion narrativer Strukturen, die von Dulac mit sämtlichen Mitteln der Bildverfremdung umgesetzt wird. Das Ergebnis ist ein komplexer, vielschichtiger Film, dessen Struktur so instabil ist, dass sich die Bilder sowohl visuell als auch semantisch ineinander auflösen und ihre Wirkung direkt im Unbewussten der Zuschauer*innen entfalten.

Stummfilmkonzert mit ST Kirchhoff, Essen (Gitarre)

Donnerstag, 12. August, 21:30 Uhr

Das B-Movie präsentiert: Menschen am Sonntag

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

D, 1929/30, 74 Min., restaurierte Fassung

Regie: Robert Siodmak
Darsteller*innen: Brigitte Borchert, Christl Ehlers, Annie Schreyer, Erwin Splettstößer, Wolfgang von Waltershausen

Fünf junge Laien vor der Kamera spielen im Berliner Sommer ein Spiel vom Kennenlernen, Verlieben, der Eifersucht und des Streits an einem Wochenende. Zum Dokument werden die bewegten, heiter-poetischen Aufnahmen der Stadt, orientiert an der künstlerischen Fotografie der Zeit. Die Crew, ein Haufen junger Filmverrückter: Das Skript schrieb ein Journalist, den es zum Film zog, Billie Wilder. Er griff eine Reportage seines Kollegen Kurt Siodmak auf, dessen Bruder Robert erstmals Regie führte. Grundstein für große Karrieren in den USA und diverse Legenden. Die Kritik reagiert begeistert: "Ein Experiment, das glückte und beglückte" (Hans Feld). Wir schließen uns an: Bis heute wirkt der Film überraschend modern, charmant und begeistert.

Stummfilmkonzert mit der Sound- und Performance-Künstlerin Louise Vind Nielsen u.a.

Freitag, 13. August, 21:30 Uhr

Das 3001 Kino präsentiert: The Tribe - mit Vorfilm: Stiller Löwe

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

UKR, 2014, 138 Min., Gebärdensprache (Ukrainisch)

Regie: Myroslav Slaboshpytskiy
Darsteller*innen: Grigoriy Fesenko, Yana Novikova, Rosa Babiy

Schauplatz des Films ist ein heruntergekommenes Internat für Gehörlose, irgendwo in der Ukraine. Der Teenager Sergey erreicht diesen Ort und beginnt, sich in die kriminellen Strukturen zu integrieren, die den Alltag des Internats bestimmen. Hier bilden Gewalt, Raub und Prostitution die Normalität, in der Sergey sich zurechtfinden muss. Als er sich in seine Mitschülerin Anya verliebt, wird sein Platz in der Hierarchie in Frage gestellt und die Situation eskaliert. In diesem eindringlichen Film wird kein einziges Wort gesprochen. Der Fokus liegt auf den gehörlosen Protagonist*innen, sprechende Personen lässt die Kamera im Off zurück. Die Intensität der Handlung und die Performance der Laiendarsteller*innen lassen das Publikum sprachlos zurück.

Vorfilm: Stiller Löwe

D 2013, 6 Min., Regie: Sven Philipp Pohl, in Kooperation mit der Kurzfilm Agentur Hamburg

Der gehörlose Severin taucht durch die Nacht: der Puls der Bässe, die wogende Hitze der Tanzenden, ein schönes Mädchen. Sie versteht seine Gebärdensprache nicht Doch später in der Nacht muss er verstanden werden, wenn er nicht untergehen will ...

Samstag, 14. August, 21:30 Uhr

Das B-Movie präsentiert: Tagebuch einer Verlorenen

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

D, 1929, 109 Min., restaurierte Fassung

Regie: G. W. Pabst
Darsteller*innen: Louise Brooks, Fritz Rasp, Edith Meinhard, Valeska Gert

Thymian, die junge Tochter eines Apothekers, wird vergewaltigt. Nach der Geburt ihres Kindes steckt die Familie sie in ein Erziehungsheim. Bei einer Revolte der Mädchen gelingt Thymian die Flucht, mittellos führt ihr Weg direkt ins Bordell. Das Schicksal schlägt weiter zu, bis sich ein alter Graf ihrer annimmt und sie heiratet. Zu ihren Pflichten gehört ein Besuch im Erziehungsheim. Dort bekennt sie sich zu ihrer Vergangenheit und klagt die heuchlerische Gesellschaft an. "Eine ehrbare Dirne" lässt sich nicht korrumpieren. G. W. Pabst inszenierte, locker angelehnt an Margarete Böhmes gleichnamigem Erfolgsroman (1905), eine bitterböse Satire auf die Doppelmoral der Gesellschaft, gegen die die umwerfende Louise Brooks als gefallene, "neue Frau" der 20er Jahre rebelliert.

Stummfilmkonzert mit der Hamburger Akkordeonistin Natalie Böttcher

Die gebürtige Russin absolvierte ihre Ausbildung an der Mussorgsky Musikhochschule in St. Petersburg und lebt seit Ende der 90er Jahre in Hamburg. Sie ist bekannt durch ihre Auftritte und Zusammenarbeit u.a. mit dem Giora Feidman Trio sowie durch die Begleitung szenischer Lesungen von Jens Wawrczeck (Die drei ???) in den Hamburger Kammerspielen.
https://natalieboettcher-akkordeon.de

Sonntag, 15. August, 21:30 Uhr

Das Metropolis Kino präsentiert: Das Wachsfigurenkabinett

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

D, 1924, 81 Min., restaurierte Fassung von 2019

Regie: Paul Leni
Darsteller*innen: Emil Jannings, Conrad Veidt, Werner Krauß

Der Klassiker des deutschen Expressionismus mit charakteristischen Filmbauten, einer opulenten Ausstattung und den drei großen Schauspielern des deutschen Stummfilms: Emil Jannings, Conradt Veidt und Werner Krauß. Die Geschichte zeigt einen jungen, namenlosen Dichter auf einem Jahrmarkt. Er ist auf dem Weg zum Wachsfigurenkabinett und entdeckt spannende Figuren mit faszinierenden Geschichten. Ein Schausteller, in Begleitung seiner Tochter, zeigt ihm die drei eindrucksvollsten Exponate seiner Ausstellung: den Kalif von Bagdad, Iwan, den Schrecklichen und Jack the Ripper.

Stummfilmkonzert mit Hans-Christoph Hartmann (Saxophon), Joachim Kamps (Klavier)

Joachim Kamps und Hans-Christoph Hartmann bieten zu diesem Film eine neue facettenreiche Live-Musikbegleitung zwischen Komposition und Improvisation. Die beiden Musiker führen das Publikum mit verschieden Leitmotiven durch den Film und zeichnen mit vielen akustischen Effekten ein musikalisches Bild der drei Episoden in drei unterschiedlichen Kulturkreisen.

Joachim Kamps und Hans-Christoph Hartmann sind als "Filmmusiker" keine Unbekannten und haben u.a. für "Blanca Nieves", "Geheimnisse einer Seele" und "Der Mann mit dem Laubfrosch" eine neue Musik im Metropolis Kino präsentiert.

Montag, 16. August, 21:30 Uhr

Das Metropolis Kino präsentiert: Die Bergkatze

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

D, 1921, 85 Min., restaurierte Fassung

Regie: Ernst Lubitsch
Darsteller*innen: Pola Negri, Paul Heidemann, Victor Janson, Wilhelm Diegelmann

Hoch oben in den verschneiten Bergen regiert eine Räuberbande, deren Hauptmann eine so schöne wie zupackende Tochter hat: Die "Bergkatze", gespielt von der großartig explosiven Pola Negri. Hals über Kopf verliebt sie sich in den Leutnant Alexis, den sie selbst gefangen genommen haben. Doch der Frauenheld Alexis soll eigentlich die Tochter seines Vorgesetzten heiraten, des Kommandanten einer majestätischen Festung. Die Turbulenzen sind vorprogrammiert.

Regisseur Ernst Lubitsch, der im folgenden Jahr zusammen mit seiner Hauptdarstellerin nach Hollywood geht und dort mit seinen romantischen Komödien weltberühmt wird, wählt für seine Geschichte die Form einer Groteske, die sich unverhohlen über alles Militärische lustig macht und in der sich realistische Außenaufnahmen mit fantasievollen Bauten abwechseln. Es herrscht eine märchenhafte Mischung aus Expressionismus, Jugendstil und orientalischer Pracht.

Stummfilmkonzert mit dem Londoner Pianisten Stephen Horne

Stephen Horne begleitet seit zwanzig Jahren Stummfilme am Klavier und Flügel. Er ist ›Hauspianist‹ des Londoner National Film Theatre, spielt aber auch an allen anderen wichtigen Veranstaltungsorten in Großbritannien, wie dem Barbican Centre und der Tate Modern. Er hat Musik für DVDs, BBC-Fernsehproduktionen und Stummfilminstallationen in Museen aufgenommen. Er spielt außerdem regelmäßig für die Bonner Stummfilmtage, die traditionell im August stattfinden. Auch im Metropolis Kino war er schon öfter zu Gast, u.a. beim Cinefest - Internationales Festival des deutschen Filmerbes. Wir freuen uns, ihn im August für einen Gastauftritt von Bonn nach Hamburg holen zu können.
www.stephenhorne.co.uk

Dienstag, 17. August, 21:30 Uhr

Das B-Movie präsentiert: Aelita - Die Reise zum Mars

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

URS, 1924, 111 Min., 16 mm, deutsche Zwischentitel

Regie: Yakov Protazanov
Darsteller*innen: Julija Solnzewa, Igor Iljinski

Am Anfang des Films steht eine rätselhafte Nachricht: Anta... Odile... Uta, mit der die westliche Welt nichts anzufangen weiß. Einzig ein junger sowjetischer Ingenieur verfällt ihr und verstrickt sich immer mehr in einem Netz aus vermeintlichen Realität(en) und Fiktion(en). Der rote Planet rückte dadurch näher und der erste russische Science-Fiction-Film war geboren. Produziert wurde er von der 1924 neu gegründeten deutsch-sowjetischen Produktionsfirma Mezrabpom-Rus. Dieser Kooperation ist auch der eigentümliche Mix von dokumentarischem Material und Genrekino zu verdanken. Wegweisend, da genreprägend, war das großartige Set-Design und Kostüm, entworfen von den beiden vom Kubismus und Konstruktivismus beeinflussten russischen Avantgarde-Künstlern Alexandra Exter und Isaak Rabinovic. Klar, dass das ins Geld ging.

Um eine Livevertonung für den Film zu entwickeln, begeben sich der Hamburger DJ Phuong-Dan und die Hamburger Musikerin TiNTiN Patrone mit dem Pariser Produzenten D.K. in Klausur. Es wird experimentell und sicher himmlisch!

Mittwoch, 18. August, 21:30 Uhr

Das 3001 Kino präsentiert: Koyaanisqatsi

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

US, 1982, 96 Min., ohne Dialoge und Voice Over

Regie: Godfrey Reggio
Musik: Philip Glass

Godfrey Reggio schlug einen völlig neuen cineastischen Weg ein, als er 1975 bis 1982 "Koyaanisqatsi" drehte: Der Film kommt ohne Akteure aus und weist keine herkömmliche narrative Struktur auf. Er besteht hauptsächlich aus Zeitlupen- und Zeitrafferaufnahmen von Städten und Naturlandschaften in den USA. Natürliche Strukturen und die Bewegungsabläufe der technologischen Zivilisation werden einander gegenübergestellt und ineinander montiert. Die Bildsequenzen, ungewohnte Abspielgeschwindigkeiten und die von Philip Glass komponierte Minimal Music sind zu einer hypnotisierenden Einheit verschmolzen. Das visuelle Tongedicht enthält weder Dialoge noch eine gesprochene Erzählung: die Atmosphäre wird durch die Gegenüberstellung von Bildern und Musik bestimmt. Regisseur Reggio erklärte das Fehlen von Dialogen so: "Es liegt daran, dass sich unsere Sprache aus meiner Sicht in einem Zustand des Niedergangs befindet. Sie beschreibt nicht mehr die Welt, in der wir leben." Der Titel Koyaanisqatsi stammt aus der Sprache der Hopi-Indianer und bedeutet so viel wie Leben, das aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Donnerstag, 19. August, 21:30 Uhr

Das Metropolis Kino präsentiert zum Abschluss: Historisches Hamburg - Kurzfilm-Programm

Stummfilmnächte im Museum für Hamburgische Geschichte

60 Min.

Filmische Dokumente unserer Stadt von 1937 bis 1964 aus dem historischen Filmarchiv des Landesinstituts (LI) Hamburg, digitalisiert von der Kinemathek Hamburg.

Wir sehen u.a.:
Arbeit im Hamburger Hafen. 1937. 13 Min. Tätigkeiten, Berufe, Atmosphäre.
Das Hamburger Gängeviertel - einst und jetzt. 1937. 8 Min.
Großstadtverkehr. 1964. 9 Min. Aufnahmen an Verkehrsschnittpunkten: Stephansplatz, Dammtorstraße, Mönckebergstraße, Jungfernstieg, Landungsbrücken.

Stummfilmkonzert mit dem Duo WeberWendt: Cello, Singende Säge, Diatonisches Akkordeon und Hui

Ulrich Kodjo Wendt komponierte Filmmusiken zu Filmen von Fatih Akin u.a. Auftritte mit der UKW Band, Theatermusiken am Thalia Theater und bei den Giornate del Cinema Muto Pordenone. Krischa Weber spielt in Ensembles wie Cello enVogue, Das erste Improvisierende Streichorchester E.I.S. u.a. Theatermusik am Theater NN und Begleitung von Lesungen. Als Duo spielte WeberWendt in großen und kleinen Theatern, bei Festivals und vor Imbissbuden, am Strand, auf Fußmatten, im Kindergarten und unter der Erde im Cinema Trevi von Rom.
https://ulrichwendt.de/performer/duo-weber-wendt/

Freitag, 20. August, 21:30 Uhr

Warum die UFOs unseren Salat klauen

Open Air beim "Sommer Im Hof" im Haus Drei

BRD, 1980, 91 Min., digital

Regie: Hansjürgen Pohland
Darsteller*innen: Tommi Piper, Hildegard Knef, Ursula Monn, Curd Jürgens, Kurt Raab und Edgar Froese

Hobby-Biologe Peter McDonald zieht vom ländlichen Bayern in die Großstadt Berlin, um seinen selbst erfundenen "Supersalat" (einen, den man nicht mehr anmachen muss) zu züchten. Er erhofft sich von seiner Mutter finanzielle Unterstützung. Als er herausfindet, dass sie mit dem ältesten Gewerbe der Welt ihr Geld verdient, ergreift er die Flucht. Fortan versucht er mit seiner neuen Freundin Monika, den Salat in einer Kleingartenanlage zu kultivieren. Doch mit dem Salat stimmt etwas nicht. Ein überdrehtes Wettrennen der Supermächte inmitten der Frontstadt Berlin beginnt. Auch die Außerirdischen (Tangerine Dream-Musiker Edgar Froese in einer Nebenrolle) mischen kräftig mit.

Dieser wilden Öko-, Science-Fiction- und Politsatire konnte seinerzeit das Publikum trotz des großen Staraufgebots nicht viel abgewinnen. Sie brach "mit Klamottengewalt über die verdutzten Zuschauer herein" . (Lothar Lambert)

Ob sich die Zeiten geändert haben? Der Tanz auf dem Klima-Vulkan hat nicht erst jetzt begonnen.

Samstag, 21. August, 20:30 Uhr

Wild Plants

Open Air beim "Sommer Im Hof" im Haus Drei

CH/D, 2016, 108 Min., digital

Regie: Nicolas Humbert

"Wild Plants" sind Gewächse, die sich auf brachem Land ansiedeln, scheinbar unbewohnbares Terrain in Besitz nehmen und neue Lebensräume schaffen. Es sind (aber auch) Menschen, die ihre eigenen Utopien entwerfen und zu Impulsgebern für andere werden. An vielen verstreuten Orten der Welt leben Menschen und wachsen Projekte, in denen sich botanischer und biographischer Wildwuchs miteinander verbinden. Nicolas Humbert stellt einige dieser Projekte und Menschen vor, mit dabei sind: '"Urban Gardeners" in Detroit, der Philosoph Milo Yellow Hair auf der Pine Ridge Reservation, der Aktivist Maurice Maggi, der seit vielen Jahren die Stadt Zürich mit seinen wilden Pflanzungen verändert, und die Landbau-Kooperative der "Jardins de Cocagne" in Genf.

Mit einer vielschichtigen Erzählstruktur zeichnet "Wild Plants" Porträts von jenen, die dem Komfort der Konsumgesellschaft den Rücken kehren und sich wieder der Erde zuwenden, um neue Formen des Zusammenlebens und des Daseins auf der Welt zu erschaffen. Eine Rückkehr zum Wesentlichen, zu den Grundbedürfnissen, um der Arbeit einen Sinn zu geben, aber auch, um Antworten auf metaphysische Fragestellungen zu finden. Nicolas Humbert (Step across the border) erfasst mit seinem großen Gespür für Poesie die Gesten des Alltags und findet einen Rhythmus, der die Protagonist*innen in ihrem Leben mit den Kreisläufen der Natur begleitet.

Vorfilm: Lotta Continua
D 2008, 3 Min., digital, Regie & Buch: Nicolas Humbert & Martin Otter
Entstanden für den Wettbewerb "Godard et moi", mit Wassermelonen und Kindergesichtern liefern die Filmemacher ihre Version der "Internationale".

zu Gast ist der Filmemacher Nicolas Humbert

Freitag, 03. September, 20:00 Uhr