B-Movie - das Kino auf St. Pauli
im Hinterhof und ohne Werbung

Unser Programm im September 2025

VERFILMTE STADT: Berlin

Berlin ist eine Stadt der Brüche, Leerstellen und Veränderungen - schon immer Protagonistin und Projektionsfläche filmischer Erzählungen. Anhand ausgewählter dokumentarischer Positionen präsentiert die Reihe poetische und persönliche Stadterkundungen, die periphere Räume ins Zentrum rücken und dominante Stadtgeschichten verblassen lassen. Eine besondere Rolle kommt dabei den selten gezeigten Werken von Irena Vrkljan und Chetna Vora zu: die eine aus dem damaligen Jugoslawien an die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) in den Westen kommend, die andere aus Indien an die Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg (HFF) in den Osten. Beide hinterließen multiperspektivische Blicke auf die urbane Topografie und sozialen Realitäten einer geteilten Stadt. Besonders in den Jahren der Wendezeit wird die Kamera zum Mittel der Erkundung und des Kommentars über die sich verändernde Stadt und ihre Grenzen.
In diesem Sinne freuen wir uns, die Dokumentarist:innen, Grenzgänger:innen und Kinoarbeiter:innen Lilly Grote, Cornelia Klauß, Gerd Kroske und Annette Lingg im B-Movie zu empfangen. Unbedingt hervorheben möchten wir auch das Stummfilmkonzert vom Queller Trio zu BERLIN - DIE SINFONIE DER GROSSSTADT, welches am Samstag den 27.09. auf unserer Bühne zu erleben ist.


Das Programm ist eine Kooperation mit Arsenal on Location, das vom Hauptstadtkulturfonds gefördert wird und mit freundlicher Unterstützung der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein entstanden ist.

Das Arsenal - Institut für Film und Videokunst in Berlin ist nach einem Umzug im Jahr 2025 ohne eigenes Kino. Stattdessen gibt es Programme in Partnerschaft mit verschiedenen Kinos in Berlin und deutschlandweit unter dem Namen "Arsenal on Location". (https://www.arsenal-berlin.de/news/arsenal-on-location/)
Das Programm wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.

Donnerstag,
04.09.
20:00
Freitag,
05.09.
20:00
Samstag,
06.09.
15:30
18:00
20:00
22:00
Sonntag,
07.09.
16:00
18:00
Dienstag,
09.09.
20:00
Mittwoch,
10.09.
20:00
Donnerstag,
11.09.
19:00
21:00
Samstag,
13.09.
18:00
19:45
20:30
Sonntag,
14.09.
17:30
Mittwoch,
17.09.
20:00
Donnerstag,
18.09.
20:00
Samstag,
20.09.
19:00
22:00
Sonntag,
21.09.
18:30
Dienstag,
23.09.
20:00
Mittwoch,
24.09.
20:00
Donnerstag,
25.09.
20:00
Freitag,
26.09.
20:00
Samstag,
27.09.
18:30
20:30
23:59
Sonntag,
28.09.
18:00

Die Veranstaltungen im Einzelnen

Kurzfilmprogramm 1: Position Irena Vrkljan und Urbane Zeichensysteme

BERLIN UNVERKÄUFLICH
BRD 1967, 15 Min., OV, Regie: Irena Vrkljan
Eine filmische Erzählung, die poetische Bilder für die Industrielandschaft am Goslarer Ufer im Berliner Bezirk Charlottenburg findet. Die Kamera fängt den Gasometer an der Sickingenstraße, das Fabrikgebäude an der Spree-Schleuse, die Depots der Stadtreinigung an der Ilsenburger Straße und die Laubenkolonie am Fluss ein. Die Bilder sind mit einem Text des Berliner Schriftstellers Benno Meyer-Wehlack (1928-2014) unterlegt. Der Text wird vom Autor selbst gesprochen.


BERLIN
BRD 1969, 33 Min., OV, Regie: Irena Vrkljan
Erinnerungen an eine Stadt, die ihre Zukunft auf Ruinen baut. Vrklijans Abschlussfilm, der ebenso Zeugnis ihrer Außenseiterposition an der studentenbewegten DFFB der Anfangszeit ist, sowie er auch die Frage nach dem Politischen im Film stellt.


MAMMA HEMMERS GEHT MIT IHREM PASTOR ZUM LETZTEN MAL ÜBER'N HEINRICHPLATZ: KREUZBERG ADIÖ
BRD 1981, 8 Min., OV, Regie: Rosi S.M.
Ein kurioses Porträt anarchistischer und linker Spruchbänder und Graffiti (auf Deutsch und Türkisch) im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Der Film kombiniert statische Aufnahmen, Kamerafahrten und -schwenks, um Schaufenster, Straßenecken, Kinderspielplätze, Wohn- und Geschäftshäuser sowie Abbruchstellen zu zeigen. Rosi widmete den Film dem anarchistisch-libertären Schriftsteller Peter-Paul Zahl, der zur Zeit der Entstehung des Films in Westdeutschland eine Haftstrafe verbüßte.


STADTMUSEUM
DE 2024, 26 Min., OV, Regie: Boris Dewjatkin
Eine Hommage an Berlin, das Chaos, die verborgenen Zeichen und die Stadt als Palimpsest. Der Blick wird gelenkt auf das Museum des Unscheinbaren, das sich aus dem städtischen Material formiert und zum ästhetischen Repräsentanten und Identifikationsraum seiner Nutzer:innen und Bewohner:innen wird. Anhand seiner Erfahrungen im Stadtraum Berlin beschreibt der Erzähler ein subjektives Paradies, in dem von Menschen gemachte Ordnungssysteme vom Chaosfaktor immer wieder durcheinandergewirbelt werden.


THE ART OF AUTHENTICITY
DE 2022, 6 Min., OV, Regie: Carlo Oppermann mit Randolph Herbst
Der Beamte (Randolph Herbst) arbeitet schon viele Jahre in der Behörde für urbane Authentizität. Als Ein-Mann-Betrieb und Künstler gibt er der Stadt Berlin seinen einmaligen Charme. Ein Kamerateam begleitet ihn bei seiner täglichen Arbeit.

Donnerstag, 04. September, 20:00 Uhr mit Einführung reservieren

HausDrei Open Air: DM-Killer

Österreich, 1965, 100 Min., 16mm, Mit Vorfilm und Einführung

Regie: Rolf Thiele
Kamera: Wolf Wirth
Musik: Erwin Halletz
Darsteller*innen: Curd Jürgens, Walter Giller, Charles Regnier, Daliah Lavi, Elga Andersen, Ivan Desny, Gisela Hahn, Elisabeth Flickenschildt

Drei Gauner werden aus dem Gefängnis entlassen: Der Wirtschaftskriminelle Ronald Bruck (Charles Regnier), der Hochstapler Kurt Lehnert (Curd Jürgens) und Charly Bauer (Walter Giller), der Mann für´s Grobe. Kaum auf freiem Fuß, gründet das Trio eine Firma, mit einem Geschäftsmodell, das ziemlich legal daherkommt. Sie wollen durch den An- und Verkauf von VW Käfern am Wirtschaftsboom teilhaben. Die Rechnung geht auf und sie werden Teil der zwielichtig anmutenden High Society der jungen Bundesrepublik. Diese Verquickung von Widersprüchlichem und Gleichem kann auf Dauer nicht gut gehen.
Nach Das Mädchen Rosemarie drehte der Regisseur Rolf Thiele erneut eine Satire auf das Wirtschaftswunder. Sein "pompöser Wille zum Stil" (Joe Hembus) und ein abenteuerlicher Gangsterroman als Vorlage machten den Film zu einer überdrehten und extravaganten Satire, die es wiederzuentdecken gilt. Zudem spielt der Film mitunter in Hamburg und ist bis in kleinere Rollen grandios besetzt.

In Kooperation mit dem B-Movie - das Kino auf St. Pauli und Soyuz Cinema (https://www.soyuzapollo.org/cinema)

HausDrei OpenAir

Freitag, 05. September, 20:00 Uhr

Kino für Kids

Kinotreff für Kinder gehörloser Eltern und gehörlose Kinder.

Gezeigt werden visuell verständliche Filme für 3- bis 6-Jährige, präsentiert von SprachSignal und www.kinotreff.wordpress.com

Eintritt frei.

Samstag, 06. September, 15:30 Uhr reservieren

TINK - trans inter non-binary kino

Kurzfilmprogramm

TIN Perspektiven in all ihren Facetten - persönlich, politisch, poetisch: Maurice vergleicht sein Lebensgefühl mit dem eines alten Vampirs, zwei langhaarige trans Männer feiern ihre T4T-Liebe, Jude kehrt heim zu einer verständnislosen Mutter, ist Lukas tough enough für Berührung? Ein Animationsfilm hinterfragt Etiketten.

MONSIEUR LE BUTCH
US 2022, 12 Min., OV, DCP, Regie: Jude Dry? ?
Als Jude wieder unerwartet zu Hause einzieht, muss they sich mit einer liebevollen, autoritären jüdischen Mutter auseinandersetzen, die die ganze Trans-Sache nicht ganz versteht. Während die Grenzen zwischen Drehbuch, Improvisation und völliger Entgleisung verschwimmen, reden Jude und die Mutter aneinander vorbei und übereinander, aber selten miteinander. Eine zärtliche und authentische Metakomödie über die Grenze zwischen den Geschichten, die wir uns selbst erzählen, und den Geschichten, die über uns erzählt werden.

LABELS ARE FOR RECORDS
DE 2015, 1,5 Min., OmeU, digital, Regie: Jespa Kieselstein
Ein kurzes Animationsvideo über das Unsichtbarwerden in einer Welt, in der alles ein Etikett zu brauchen scheint. Entstanden in einem Workshop von TrIQ Berlin (transinterqueer.org) mit Musik von Dandy and the Ghost.

TOUGH ENOUGH
CA 2006, 4 Min., OV, DCP, Regie: Lukas Blakk
Ein kurzer Experimentalfilm, der sich mit der Frage beschäftigt, wie das Leben außerhalb einer gängigen Geschlechtsidentität eine_n selbst von der einfachsten Berührung abhalten kann. Was lässt sich tun, um dem zu begegnen? Lukas Blakk beschließt, den eigenen Körper "schocken" zu lassen, um sich zu spüren.

ICH WAR AUCH DAMALS WIRKLICH ICH, ABER NUR IN MEINEM KOPF
DE 2024, 26 Min., OV, DCP, Regie: Julia Küllmer, mit Maurice
Maurice vergleicht sein Lebensgefühl mit dem eines uralten Vampirs. Auf spielerische Weise untersucht der Kurzdokumentarfilm dieses Bild. Was erzählt es über ein Leben eines 64-jähriger trans Mannes? Schattenspiele, im Studio gelesene Interviewtexte und Inszenierungen von sorgfältig recherchierten Situationen lassen ein vielschichtiges Porträt entstehen und geben Raum für Wut und Gefühle der Befreiung.

YOU CAN?T GET WHAT YOU WANT BUT YOU CAN GET ME
FI/ NI 2024,13 Min., OV, DCP, Regie: Samira Elagoz, Z Walsh? ?
Eine einzigartige Musik-Diashow des Künstlerpaares Samira Elagoz & Z Walsh, Fotos von realen Ereignissen wie ihrem ersten Kuss, dem Kennenlernen der Eltern des jeweils anderen, Durststrecken über große Entfernungen, einer Hochzeit am Strand und einer Mastektomie und der anschließenden Genesung. Ein Fest der T4T-Liebe. ??Content Note: Krankenhaus, Blut, Nacktheit.

Zu Gast sind Julia Küllmer & Maurice.

Samstag, 06. September, 18:00 Uhr reservieren

WHO I AM NOT

RO/CA/SA, 2023, 103 Min., OmU, DCP

Regie: Tunde Skovran

Was bedeutet es, in einer binären Welt intergeschlechtlich zu sein? Sharon Rose Khumalo, eine ehemalige südafrikanische Schönheitskönigin, stürzt in eine Identitätskrise, nachdem sie erkannt hat, dass sie intergeschlechtlich ist. Sie sucht Unterstützung, die sie bei der Aktivistin Dimakatso Sebidi findet. Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden die unterschiedlichen Kämpfe der beiden gezeigt. Eine emotionale und aufrüttelnde Dokumentation, die eine Idee davon vermittelt, wie unterstützend eine auf geteilter Erfahrung basierende Verbindung ist. Der Film begleitet sie auf ihrem Weg der Akzeptanz und stellt sich der Frage, was männlich und weiblich eigentlich bedeutet.

Samstag, 06. September, 20:00 Uhr reservieren

ANY OTHER WAY: THE JACKIE SHANE STORY

CA, 2024, 98 Min., OmeU, DCP

Regie: Michael Mabbott, Lucah Rosenberg-Lee

Jackie Shane, trans und eine der ersten Schwarzen Sänger:innen, die in den 1960er-Jahren den Durchbruch in der nordamerikanischen Soul- und R&B-Szene schaffte. Mit ihrer extrovertierten Präsenz auf und neben der Bühne durchbrach sie Barrieren und wurde zum Star vieler Nachtklubs. Doch dann verschwindet sie plötzlich spurlos. In dem Dokumentarfilm begeben sich Familienmitglieder auf die Spuren von Jackie Shane. Zusammen mit Shanes Musik, unveröffentlichten Telefongesprächen und Animationselementen würdigt der Film eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Ein Film mit Ohrwurmpotenzial.

Samstag, 06. September, 22:00 Uhr reservieren

WE ARE TENACIOUS

US, 2023, 85 Min., OmeU, digital

Regie: Ash Kreis

Penny Logue ist eine trans Alpakazüchterin. Eine moderne Pionierin. Eine Anarchistin. Gründerin der Tenacious Unicorn Ranch, die irgendwo im Nirgendwo von Colorado liegt. Eine klassische amerikanische Geschichte der Beharrlichkeit, in der Penny und ihre engagierte Familie von trans*-Ranchern gegen schlechtes Wetter, unmögliche Finanzen, rechtsextreme Milizen und ihre eigenen inneren Kämpfe kämpfen, während sie nach wahrer Befreiung streben. Der Film dient auch als Mikrokosmos für die derzeitige bittere politische und kulturelle Polarisierung der USA. Es ist kein Wohlfühlfilm, aber er ist notwendig.

Moderation: Didine van der Platenvlotbrug, zu Gast ist Ash Kreis (online) & Vorstellung des Hamburger Projekts "Queerer Leuchtturm St. Pauli"

Sonntag, 07. September, 16:00 Uhr reservieren

FRAMING AGNES

CA, 2022, 75 Min., OmU, DCP

Regie: Chase Joynt

In der ersten Gender Clinic in den USA in den 1950ern wurden zu Forschungszwecken Interviews mit trans Personen geführt und dokumentiert. Viele Jahrzehnte später wurden diese Dokumente wieder ans Licht gebracht und bilden die Grundlage des Dokumentarfilms "Framing Agnes", in dem trans Schauspieler:innen die Interviews der Personen von damals nachstellen. Als Zuschauende bekommen wir dadurch einen Einblick in die Realitäten von trans Menschen, die unsichtbar werden mussten, die von der Existenz anderer trans Personen oft nur durch negative Darstellungen in Talk-Shows wussten. Zugleich wird erfahrbar, wie frühe Formen der trans Solidarität ausgesehen haben und wie Menschen Unterdrückungsstrukturen austricksten, um ihr Recht auf Selbstbestimmung zu erwirken. "Framing Agnes" nutzt kreative Formen des Storytelling, um die Geschichten von trans Personen heute und vor über 70 Jahren miteinander zu verbinden - mit aktuellen, Interviews und Archivmaterial. Das Projekt selbst setzt sich aus einem trans Cast und einer trans Crew zusammen.

Sonntag, 07. September, 18:00 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon: DURCHGANGSLAND

AT, 2024, 75 Min., OmeU, digital

Regie: Daniel Fill

Oben eine Festung für den Kaiser, darunter ein gigantisches Eisenbahntunnelprojekt für Europa. In Fortezza/Franzensfeste, einem Dorf zwischen Italien und Österreich, kreuzen sich Tradition und Transit. Dieser Ort im Tal, an dem sich nur selten die Sonne zeigt, ist für viele Menschen eine Verheißung - um Arbeit zu finden oder um alte Wunden zu heilen. Wo sich das Rauschen des Windes mit dem stetigen Geräusch der Brennerautobahn mischt, erzählen sie vom Ankommen. Geparkt, um zu bleiben.

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Zu Gast ist Regisseur Daniel Fill.

Webseite

Dokumentarfilmsalon

Dienstag, 09. September, 20:00 Uhr reservieren

Hörbarkonzert

Zentraler Treffpunkt für experimentelle Musik, www.hoerbar-ev.de

Hörbarkonzerte: Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

Mittwoch, 10. September, 20:00 Uhr - Bunte Luft Trio (Album Release) reservieren
Mittwoch, 17. September, 20:00 Uhr - T.R.A.N.C.E. - Julia E Dyck + DIAN reservieren
Mittwoch, 24. September, 20:00 Uhr - Julius Gabriel / LIJEL reservieren
Freitag, 26. September, 20:00 Uhr - Carmen Kleykens Vidal / Mathieu Sylvestre reservieren

WAHENGA

TZ, 2018, 93 Min., OmeU, digital

Regie: Amil Shivji, Rebecca Corey
Darsteller*innen: John Kitime und der Band Wahenga

Der Film erzählt die Geschichte John Kitimes und seiner 2018 gegründeten Band Wahenga (The Ancestors), die längst vergessenen tansanischen Musiken aus der Zeit der Unabhängigkeit aufleben lassen. Ein lebendiger Ausflug in die tansanische Musikgeschichte, der auch Einblicke in deren Distributionswege und Infrastruktur gibt.

Do 11.09. 19:00 Uhr, zu Gast ist John Kitime (online)
Sa 13.09. 19:45 Uhr: Open Air in Kooperation mit dem Salon International im Rahmen des Tag des offenen Denkmals in der Jenfelder Au
ORT: Jenfelder Au, Gyula-Trebitsch-Platz 1
Eintritt frei!

Trailer

Webseite

Donnerstag, 11. September, 19:00 Uhr reservieren
Samstag, 13. September, 19:45 Uhr (Open Air) reservieren

SINGELI: GREED FOR SPEED

PL/TZ, 2023, 61 Min.

Regie: Jan Moszuma?ski
Darsteller*innen: Makaveli, Bampa Bana, Mohamed Hamza Ally, MCZO, DJ Duke, Rahema Tajiri, Jay Mitta, MC Kadilida & MC Antivirus

Gegen 2003 entstand an den Rändern von Dar es Salaam ein Musikgenre, das mit seinen treibenden Beats (> 300 bpm) zuerst die Tanzflächen der Stadt eroberte und seit 2018 die europäischer Clubs. Die Rede ist von Singeli, um dessen Entstehungsgeschichte und Akteure sich die Dokumentation dreht.

Zu Gast sind Bernard Laulian Ntahondi & Jan Moszuma?ski (online).

Trailer

Donnerstag, 11. September, 21:00 Uhr reservieren

Kurzfilmprogramm 2: Schräglagen und Grenzgänge

WAS VON DER MAUER ÜBRIG BLIEB
DDR 1989/90, 19 Min., OV, digital, Regie: Cornelia Klauß
In den Jahren 1989 und 1990 drehte Cornelia Klauß verschiedene Sequenzen in Ost- und West-Berlin auf Super-8-Film. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Kinemathek wurde das Filmmaterial 2008 zu einer Kurzfilmfassung montiert.


BODENPROBEN
BRD 1987, 31 Min., OV, digital, Regie: Riki Kalbe
Subjektive Annäherung an das Prinz-Albrecht-Gelände, das ehemalige Hauptquartier der Gestapo, das bis zur Errichtung der provisorischen Gedenkstätte "Topografie des Terrors" im Herbst 1986 als Schuttabladeplatz genutzt wurde. Kalbes subjektive Annäherung versucht aufzuspüren, wie Geschichte verschüttet und wieder freigelegt wird.


THE INVISIBLE FRAME
DE 2009, 60 Min., OmU, digital, Regie: Cynthia Beatt, mit Tilda Swinton
1988 umrundet Tilda Swinton per Rad die Berliner Mauer - Cycling the Frame. 2009 folgt The Invisible Frame: dieselbe Route, vereintes Berlin. Eine filmische Fahrradtour über Erinnerung, Wandel und Raum, begleitet von Musik und Swintons Reflexionen.

Sa 13.09.18:00 Uhr, zu Gast ist Cornelia Klauß

Samstag, 13. September, 18:00 Uhr reservieren

FRAUEN IN BERLIN

DDR, 1982, 140 Min., OmeU

Regie: Chetna Vora

Chetna Vora kam 1976 mit einem Stipendium der Kommunistischen Partei Indiens in die DDR, um an der HFF Babelsberg Regie zu studieren. Ihr erster Langfilm "Frauen in Berlin" wurde jedoch von der Hochschule gestoppt - das Projekt musste abgebrochen und das Filmmaterial vernichtet werden. Erhalten geblieben ist nur eine heimlich auf Video abgefilmte Rohfassung. Trotz - oder gerade wegen - dieses unfreiwilligen Umwegs entfaltet der Film eine besondere Kraft. Gedreht fast ausschließlich in Innenräumen, durchzieht ihn eine Atmosphäre der Enge und Unsicherheit, die sich auch in den Erzählungen der porträtierten Frauen widerspiegelt. Gleichzeitig entstehen intime Schutzräume, in denen offene Gespräche möglich werden - selten hört man Frauen so direkt über ihr Leben und ihre Perspektiven sprechen..

Mit Einführung von Cornelia Klauß.

Samstag, 13. September, 20:30 Uhr reservieren

GRENZPUNKT BETON + STRICHE ZIEHEN


GRENZPUNKT BETON
DE 2015, 20 Min., OV, DCP, Regie: Gerd Kroske
Grenzpunkt Beton bezeichnet ein Terrain, eine Zone, die sich an einigen wenigen Punkten noch durch Berlin zieht. Reste eines Bauwerks, das 28 Jahre "Die Mauer" genannt wurde und kurz und eruptiv verschwand.

STRICHE ZIEHEN
DE 2014, 96 Min., OmeU, DCP, Regie: Gerd Kroske
Die Punkszene im Weimar der Achtzigerjahre war ein kleines Biotop des Widerstands gegen die Strukturen des DDR-Staates. Eine Gruppe Freunde, die im Keller Musik machten, sich die Haare wachsen ließen und nachts sprayten - "Macht aus dem Staat Gurkensalat". Bis einer seine Freunde der Stasi auslieferte. 30 Jahre später stellen ihn der Film, seine alten Freunde und nicht zuletzt sein eigener Bruder, den er verraten hat, zur Rede. Das Vergangene ist nicht vergangen und die Wunden nicht verheilt. Davon spricht Kroskes Film, nicht inquisitorisch, sondern in einer zärtlichen Weise, traurig und fest zugleich.


Zu Gast ist Gerd Kroske.

Sonntag, 14. September, 17:30 Uhr reservieren

Der Aktuelle: SPIELERINNEN

DE, 2024, 86 Min., OmdU, DCP

Regie: Aysun Bademsoy

Vor 30 Jahren begann Aysun Bademsoy, die türkischen Spielerinnen vom Kreuzberger SC Agrispor filmisch zu begleiten. Fußball, erzählen sie, war ihre größte Leidenschaft und ein Raum für Emanzipation. Der Film schaut aber vor allem auch auf die Töchter der Spielerinnen, ihre Welt zwischen Instagram, Selbstfindung und familiärer Verantwortung, und auf die Frage, wie Lebenswege generationsübergreifend geprägt werden.

Trailer

Donnerstag, 18. September, 20:00 Uhr reservieren
Samstag, 20. September, 22:00 Uhr reservieren
Donnerstag, 25. September, 20:00 Uhr reservieren

MATERIAL

DE, 2009, 166 Min., OV, digital

Regie: Thomas Heise

"Man kann sich die Geschichte länglich denken, sie ist aber ein Haufen", sagt Thomas Heise. "Material" ist eine Montage von übergebliebenen, nie veröffentlichten Resten, Notizen, Spuren aus den Jahren 1988 - 2009. Zwei Systeme. Beobachtungen im Gefängnis, am Theater, auf Versammlungen und bei Häuserräumungen. Diese Aufnahmen entstanden in dem Wissen, dass sie aufbewahrt werden müssten für eine andere Zeit, in der sie öffentlich gezeigt werden dürften. "Zeugnisse einer nicht allzu weit entfernten Wirklichkeit. Deutsche Geschichte. ? [Heise] macht buchstäblich einen Zeit-Raum auf, einen Resonanzkörper, in dem Sätze, Bilder, Geschichten und Erinnerungen zum Schwingen kommen können." (Birgit Kohler)

Thomas Heise verstarb im Mai 2024 nach kurzer schwerer Krankheit in Berlin.

Trailer

Samstag, 20. September, 19:00 Uhr reservieren

COUNTDOWN

DE, 1991, 196 Min., OmU, DCP

Regie: Ulrike Ottinger

Die letzten zehn Tage vor der Währungsunion vom 21. Juni bis 1. Juli 1990. Beobachtungen in Ost und West, unterteilt in 10 Kapitel, für jeden Tag eines. Am Anfang steht eine kurze Texteinführung, dann folgen Zwischentitel, die knapp Ort und Situation des Tages beschreiben. Der Blick der Filmemacherin konzentriert sich mehr auf das Unspektakuläre: auf Dinge, die sich verändern oder verschwinden, auch das harte Nebeneinander, und auf Menschen, die sich in neuen Situationen zurechtfinden müssen. Eine Bootsfahrt auf zuvor nicht passierbaren Wasserwegen ermöglichen neue Blicke auf die Stadt. Eine Kamerafahrt auf dem ehemaligen Todesstreifen, der jetzt von Radfahrern und Spaziergängern genutzt wird. Zwischen den blühenden Büschen liegen die umgestürzten Wachhäuser, die noch stehenden sind jetzt häufig besuchte Aussichtstürme. Sicherungsanlagen, Gräben, aufragende Betonpfeiler, aufgerissene Erde, niedergetrampelte Zäune, die Mauer, teilweise umgefallen oder durchlöchert. Mauerspechte picken bunte Stücke aus der Mauer, die dann an Touristen verkauft werden. Einige Jungen versuchen gleich mit einem Brecheisen, ganze Mauersegmente zu Fall zu bringen. Die Volksarmee rückt der Mauer mit Hilfe von Armee-Fahrzeugen und Baggern zu Leibe. Straßenverbindungen, Wasser- und Gasleitungen werden wieder hergestellt. Die Stadtarchitektur im Mauergebiet mit ihrem unterbrochenen S-Bahn- und Straßenbahnnetz. Die Geldhändler am Bahnhof Zoo werden mit dem Herannahen des Tages X immer hektischer, die Käuferschlangen vor Aldi und den Elektronikgeschäften immer länger. "Countdown" folgt einem chronologischen Ablauf.
"Momente von intensiver Qualität, in denen sich die Blickhaltung der Filmemacherin direkt auf den Zuschauer überträgt [?] Hinter diesen wiederholten Bewegungen [?] scheint Verwunderung, Neugier, aber auch die Frage zu stecken, welche Prozesse dazu führen, daß aus symbolträchtigen, Status, Staatsmacht und Gewaltmonopol repräsentierenden Gegenständen nun Fetische ganz anderer Art werden.?
(Annette Brauerhoch, Frauen und Film, Nr. 50/5 1, 1991)

Sonntag, 21. September, 18:30 Uhr reservieren

Dokumentarfilmsalon: BEWEGUNGEN EINES NAHEN BERGS

AT/FR, 2019, 86 Min., OmU, digital

Regie: Sebastian Brameshuber

Ein aufgelassenes Industriegelände unweit einer jahrhundertealten Erzmine in den steirischen Alpen: Hier führt ein selbstgelernter Mechaniker einen Handel mit gebrauchten Autos und Ersatzteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. Der Film verwebt das Sichtbare mit dem Unsichtbaren, die Mythen und Geschichten, mit der
materiellen Welt die sie durchdringen. Den Wassermann, der den Menschen Erz für die Ewigkeit brachte, mit den Funktionsweisen des Marktes auf zwei Kontinenten und dem Leben zwischen den Welten.

Bar und Salon ab 18.30 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.

Trailer

Webseite

Dokumentarfilmsalon

Dienstag, 23. September, 20:00 Uhr reservieren

FORMER EAST / FORMER WEST

1994, US, 63 Min., OmeU

Regie: Shelly Silver

"Former East Former West" ist ein Dokumentarfilm der US-Künstlerin Shelly Silver, die 1991 mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin kam. Mit Kamera und Mikrofon befragte sie Hunderte Passant:innen zu Themen wie Heimat, Sozialismus, Kapitalismus und Begrüßungsgeld. Entstanden ist ein 62-minütiges, essayistisches Porträt einer Stadt, die sich noch nicht geeint fühlte. Silver fängt feinfühlig Zwischentöne ein und dokumentiert frühe Anzeichen von Rassismus, Rechtspopulismus und Demokratiemüdigkeit, die bis heute nachwirken.

Zu Gast ist Annette Lingg (Arsenal on Location).

Samstag, 27. September, 18:30 Uhr reservieren

BERLIN - DIE SINFONIE DER GROSSSTADT

DE, 1927, 64 Min., stumm mit Live-Vertonung

Regie: Walter Ruttmann

Zur Zeit des industriellen Aufschwungs und der aufstrebenden Avantgarde der 1920er Jahre gedreht, konzipierte Ruttmann den Film als eine sich rhythmische beschleunigende Sinfonie in fünf Akten, die einen Tag in der Großstadt Berlin analog zum Rhythmus der erwachenden Stadt beschreibt. Dabei setzte Ruttmann für die damalige Zeit ungewöhnlich viele kurze Schnitte ein, um die Lebendigkeit und Hektik der Stadt plastischer werden zu lassen und um auf diese Weise auf die Möglichkeiten einer abwechslungsreichen Filmmusik mit filmischen Mitteln reagieren zu können - und umgekehrt.
Obwohl es sich um einen Stummfilm handelt, versinnbildlicht der Film durch diese dynamische Schnitttechnik, durch die Bilder des Verkehrs, der Arbeit und des abendlichen Vergnügens nicht nur die visuelle, sondern auch die akustische Reizüberflutung der Großstadt.

Live vertont vom Queller Trio (Till Steinebach, Joachim Schütz und Eric Falconnier)?

Samstag, 27. September, 20:30 Uhr reservieren

Midnight Movie: TALK TO ME

AU, 2022, 95 Min., OmU, DCP

Regie: Danny Philippou & Michael Philippou
Darsteller*innen: Sophie Wilde, Alexandra Jensen, Joe Bird

Teenagerin Mia und ihr Freundeskreis lieben das neue Partyspiel, bei dem Jugendliche mithilfe einer einbalsamierten Hand mit Geistern sprechen. Doch als Mia Kontakt zu ihrer toten Mutter aufnimmt, treibt sie das Spiel zu weit - mit schrecklichen Konsequenzen. Der Debütfilm der Brüder Danny und Michael Philippou alias RackaRacka ("Bring her back") wurde 2022 zum Überraschungshit.

Samstag, 27. September, 23:59 Uhr reservieren

BERLIN BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE 1990

DE, 1991, 86 Min., OmeU, digital

Regie: Konstanze Binder, Lilly Grote, Ulrike Herdin, Julia Kunert

Vier Filmemacherinnen aus Ost und West dokumentieren 1990 den Abbau des Grenzübergangs Berlin Bahnhof Friedrichstraße. Beobachtend arbeiten sie gegenläufig zum damals gängigen Narrativ des Zerfalls und schaffen so eine eindrucksvolle Bestandsaufnahme des Ortes, der jahrzehntelang schicksalhafter Knotenpunkt in der geteilten Stadt war. Während jahrzehntealter Staub unter den abgebauten Kontrollkabinen zusammen gefegt wird, sprechen Passant:innen, Zollbeamt:innen, Intershopverkäuferinnen, Geldwechsler, Musiker u.a. über ihre Überzeugungen, Vorstellungen, Ängste und Erwartungen an die gegenwärtige und bevorstehende Zeit.

Zu Gast ist Lilly Grote.

Filmanfang

Sonntag, 28. September, 18:00 Uhr reservieren